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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-07-06 · Heft 27 (6.7.1880) · p. Seite 430

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 27 (6.7.1880)
Date
1880-07-06
Page
Seite 430 (sequence 14)
Language
German
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430 Der Herr theilt also die Rabbinen der Vergangenheit und der Gegenwart in: G'onim—Hohe, G’dolim — Große und in Bouim---Ordinäre, Vulgäre ein, und bezeichnet nebenbei die G’dole Jisrael als G’dole s’manenu und Conservative, die B’ne Jisrael als Chachme s’manenu und Geologen. Dabei muthet er den Rabbinen zu, ihm ihre Photographien zu schicken und ihm anzugeben, ob sie von ihm auf das Tableau der G’dolim. i. e. der Conscrvativen, oder auf das der Bonim, i. e. der Neologen gesetzt sein wollen. Ist das nicht eine eben so große Anmaßung als Verkehrtheit? Und heißt das nicht, den Rabbinen eine noch größere Unziemlichkeit Zutrauen, als er selbst sie sich erlaubt! Rabb. Dr. Levi in Gießen. Michel-Angelo und die h. Schrift. Die,Revue des deux Mondes* vom 15. Januar beginnt mit einem Aufsatze Gauseries Florentines von Julian Klacko. So wenig wir den Lebensgang billigen, den der Verfasser genommen, so muffen wir doch das umfaffende Wissen anerkennen, das er sich erworben und den Gedankenreichthum, welchen er auf jedem Gebiete bethätigt, das er berührt. In der vorliegenden Abhandlung lernen wir ihn als einen gründlichen Kunstkenner achten, der zugleich ein scharfsinniges Urtheil besitzt. Er macht hier im Laufe des Gespräches, in das er seinen Auffatz kleidet, auf einen Umstand aufmerksam, den unsres Wissens noch Niemand mit so vieler Schärfe hervorgehoben hat. Er zeigt, wie Michel- Angelo vor allen seinen so überaus bedeutenden Zeitgenossen, alle Traditionen in der Kunst, ebenso sehr die christliche wie die klassische, verlassen hat, um frei und unabhängig seinen eigenen Weg zu wandeln. Alle Künstler des Mittelalters und nicht minder seine Zeitgenossen wie Leonardo da Vinci und Raphael haben sich fast ausnahmsweise an die Persönlichkeiten des Evangeliums gehalten. Michel»Angelo war der erste, der das alte Testament öffnete und sich an seinen majestätischen Persönlichkeiten und Erzählungen begeisterte. Das Gewölbe der sixtinischen Kapelle spricht zu uns vom Sündenfall, von der Sintstuth, vom Tode Goliath's von der Strafe Hamanns, von der Rache Judith's; aber es spricht nicht und keines der Werke von Michel Angelo spricht von den Vorgängen des Evangeliums. Keiner von seinen Vorgängern hatte jemals an Moses, die Propheten, David, und die Sybillen gedacht: Michel Angelo aber setzte die Propheten an die Stelle der Apostel. Das Eigenthümlichste ist, daß Michel-Angelo der Erste war, der Gott den Schöpfer darstellte, und daß er hierin den Typus abgab, welchen sich auch Raphael aneignete. So fügte Michel-Angelo eine erhabene neue Seite der religiösen Kunst hinzu, und es ist bemerkenswerth, daß er, der Christus gänzlich verfehlte, der christlichen Kunst den typischen Jehovah gab. Michel- Angelo ist es, der das Alte Testament in die Kunst einführte. An der hiesigen zweiklassigen Elementar-- I schule ist die I zweite Lehrerstelle! mit einem fixirten Gehalt von 1140 Mark! pro anno zu besetzen. > Der dazu qualificirte Lehrer kann gleich-! zeitig auch die Stelle eines Hausvaters an der hiesigen Benda'schen Waisenanstalt für israelit. Knaben unter günstigen Bedingungen übernehmen. Außerdem stehen einem «ust- LaNfch gebildeten Bewerber erhebliche Nebenrevenüen in Aussicht. [8080] Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse und Angabe ihrer Familien- Berhältniffe bis zum 1. August cwenden an den jndifche» Schulvorstand I z» Schwerin a/W. zu Händen des Herrn ■ Joseph Fried länd er. erfahrene Köchin, welche Hausar- > beit mit übernimmt und gute Zeugniffe besitzt, wird zum sofortigen Antritt ge-! sucht. Portofreie Offerten mit Abschrift der i Zeugnisse und Gehaltsansprüche sind zu! richten an [8166] I Frau F. Goldschmidt, Bemburg a/8., Kaiserstraße 41. Anzeigen. Für die hiesige Synagogen-Gemeinde wird ein Solo-Bassist bei einem Monats-Gehalt bis zur Höhe von 6o Mark zum sofortigen Antritt gesucht. Unverheirathete, mit schöner Stimme begabte Bewerber, welche über fachmännische Zeugnisse verfügen. Laß sie prima vista singen können und in einem Synagogen-Chor schon mitgewirkt haben, wollen sich bei dem Unterzeichneten melden, [B. 7474] Königsberg, i Pr., d. 1. Juni 1880. Ed. Birnbaum, Erster Cantor d. Synagogengemeindc. Wir suchen pr. j. Juli a. c. einen seminaristisch gebildeten Religionslehrer, der auch gleichzeitig im Stande ist als Hilfsvor beter der hohen Festtage zu fungiren. Gehalt 1050 Mark und noch unbestimmte Nebeneiukünfte. Vualificirte Bewerber wollen sich schleunigst mit Ueberreichungihrer Zeuaniffe melden. [8190] Der Synagogcn-Boc|tand in Pc. «friedtand. Die bei uns vacant gewesene Cantor- und Schächterstelle ist besetzt. [8193] Freienwalde i P., 25. Juni 1880. Per Vorstand der Synagoge« - Hemeiude X. Marcus Meyer. Ein Cultusbeamter, welcher in Magdeburg als Schächter fungirt, wünscht zu den bevorstehenden hohen Feiertagen eine Stelle als Hülfsvorbeter. Gefällige Offerten nimmt entgegen E. Bosenthal, Küster in Magdeburg. s8. 8246] Ein Mädchen ans anständiger Familie, Israelitin, sucht Familien-Berhältniffe halber, sofort eine Stellung zur selbstständigen Führung des Haushalts bei einem ältern Herrn oder alten Ehepaare. Dieselbe ist in allen feineren, wie Hausarbeiten gründlich erfahren. Es wird mehr auf gute Behandlung als auf hohes Salair gesehen. Offerten bittet man unter E. T. 7692 an Budolf Mosse, Leipzig einzusenden. [7 692] föiltr gebildete Dame, mosaisch, wird zur Kühruug eines vürgerliche« Hausstandes gesucht, es wird namentlich darauf gesehen, drei Kinder in Schularbeiten zu beaufsichtigen. sö. 7894] Offerten unter J. Y. 8776 befördert Budolf Mosse, Berlin S. W.

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