Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 25 (22.6.1880)
- Date
- 1880-06-22
- Page
- Seite 398 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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398 zum Besten eines Waisenfonds einen öffentlichen Vortrag zu halten. Aus dieser Beranlaffung wohnte ich einem Bortrage über „des Sängers Much" von Uhland bei. Wie triumphirend bezeichnete der Vortragende die ethischen Grundlagen dieser Ballade als specifisch christlich! Namentlich wurde der Vers: „Der Alte hat's gerufen, der Himmel hat's gehört" als wunderbarschön und — echt christlich hervorgehoben. Kurz daraus besuchte mich ein Bekannter des betreffenden Herrn und kam im Gespräch zufällig auf die jüngste Erläuterung der Ballade. Was haben Sie, fragte er mich unter Anderm, gegen die Bemerkung zu dem Vers: „Der Alte hat's gerufen, der Himmel hat's gehört" zu erinnern? Nichts, erwiderte ich, nichts als — daß der Vers fast wörtlich aus Pf. 34,7 copirt ist. Das erste Hemistich dieses Psalmenverses lautet, getreu aus dem Hebräischen übersetzt: „Der Arme hat gerufen, der Ewige hat's gehört." Und dieser Arme ist — der in der Ueberschrist unseres Psalms genannte liederreiche Sänger David, den der Phi listerkönig forttrieb, wie es dort und Sam. I. 21,14 ff. heißt, und nachdem Saul, „der König, so finster und so bleich (vor Neid über David)," den Speer warf, als er vor Saul spielte. Noch mehr: Was als ethischer Grundgedanke des Gedichts betont wurde, daß nämlich daß Philisterium, das die höheren Ideale der Menschheit entwürdigt, sich selber den Untergang bereitet, dem begegnen wir im 17. B. unseres Ps.: Der Strafblick des Ewigen trifft die Uebelthäter, zu tilgen von der Erde ihr Andenken. Man vergleiche damit Uhlands: „Versunken und vergessen! Im Uebrigen ist ja, wenn auch lange noch nicht zur Genüge, bekannt, wie viel unsere modernen Dichter der hebräischen Poesie zu verdanken haben. Nach einigen Tagen unterhielt man sich in zahlreichen Kreisen lebhaft von der „frappanten Achnlichkeit" der verglichenen Punkte. So geht es den Producten jüdischer Weisheit, jüdischen Denkens und Empfindens überhaupt. Die süße Frucht labt uns, aber den eigentlichen Gärtner vergessen wir und wenden die Ehre einem Andern zu, wenn es gilt, den Juden Verdienst zu entziehen. Anzeigen. Das Amt eines zweiten Borbeters und Hülfsschächters soll möglichst bald besetzt werden. Anfangsgehalt 1200 Mark. Unverheiralhete Bewerber wollen über ihre Fähigkeit und religiöse Vertrauenswürdigkeit Abschriften ihrer Zeugnisse, welche nicht zurückgeschickt zu werden brauchen, an unsern Rabbiner Herrn Dr. Wedel 1 baldigst einsenden. [B. 7468] Düsseldorf, im Juni 1880. Der Vorstand der Synagogeugemeiude.! per t. Vctober a. c. ist in hiesiger Ge | meinde die Stelle eines Schächters, womit : die Funktionen des zweiten Korbeters rc. i verbunden sind, zu besetzen. Meldungen an I den "Vorstand der Israelitischen Cul-! tnsgemeinde Bernbarg. [~-~6] Die hiesige Cantoru. Schochetstelle ist neu zu besetzen. )ahrcsgehalt Krcs. 12 —1400 nebst einigen hundert Frcs.; Nebeneinkommen. j Unverheirathete Bewerber mit angej nehmer Stimme, die etwas musikalisch und >! im Schächten geübt find, wollen sich unter I Einsendung ihrer Zeugnisse baldigst wenden an [7610] St. Galle» (Schweiz), im Juni 1880. Rabbiner Ihr: Engelbert. Ein junger Cantor und Lehrer, sehr | musikalisch (Schüler des Musikdirektors > Lew<rrr8swskr?) gegenwärtig im Amte,! wünscht eine l. resp. II. Canrorstelle in einer Stadt wo ein höheres Musikinstitut > vorhanden ist.! Ansprüche sehr bescheiden. Für die hiesige Synogogen-Gemeinde wird ein Solo-ttassist bei einem Monats-Gehalt bis zur Höhe von 60 Mar? zum sofortigen Antritt gesucht. Unverheirathete, mit schöner Trimme begabte Bewerber, welche über fachmännische Zeugnisse verfügen, daß sie prima vista singen können und in einem Synagogen-Chor schon mitgewirkt haben, wollen sich bei dem Unterzeichneten melden, [B. 7474] Königsberg, i Pr., d. r. Juni 1880. Ed. Birnbaum, Erster Cantor d. Syuagogengemeiiide. Näheres sub J. T. 7630 durch Rudolf Mosse, Leipzig. [7630] Eine für das höhere Lehrf. gepr. erfahrene Israel. (Sebvevin, durch längeren Aufenth. im Ausland, der franz., engl. u. italien. Sprache vollkommen mächtig, auch musikalisch, sucht Engagement. Borzügl. Res er. Offerten sub C. D. 90 an Haaäenstein & Vogler, Annoncen Exped. in Odin am Rhein erbeten. [7424] Ein Mädchen aus anständiger Familie, Israelitin, sucht Familien-Berhältniffe halber, sofort eine Stellung zur selbständigen Führung des Haushalts bei einem ältern Herrn oder alten Ehepaare. Dieselbe ist in allen feineren, wie Hausarbeiten gründlich erfahren. Es wird mehr auf gute Behandlung als auf hohes Salair gesehen. Offerten bittet man unter E. T. 7892 an Budolf Mosse, Leipzig einzusenden._ [7692] Ein junges Mädchen (Israelitin), das die Lehrzeit in einem Manufactur-Geschäft beendet, auch den Haushalt zu führen versteht, sucht in einem ähnlichen Geschäfte Stellung. Es wird weniger auf hohes Salair als auf gute Behandlung gesehen. Näheres bei E. Moses, Lehrer in Oelde._[7688] Für mein Leder - Engros - Geschäft suche ich einen Lehrling. [7462] Mcur Bergmann _in gSrfurf. In meinem Tuch - Wannfactnrwaaren- Heschäft ist bei fteier Station die Stelle eines Lehrlings zu besetzen. [7485] Schönebeck a. d Elbe_g>. Stein In meinem Tuch- und Manufacturgeschüft, welches Sonnabend und Feiertage geschlossen, ist für einen jungen Mann mit guten Schulkenntniffen zum sofortigen Antritt eine Lehrlingsstelle ossen. [B. 7469] Hreifenberg t. M. Brilles.