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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-05-18 · Heft 20 (18.5.1880) · p. Seite 317

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 20 (18.5.1880)
Date
1880-05-18
Page
Seite 317 (sequence 13)
Language
German
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317 bessersituirten Glaubensgenossen in Frankfurt :e. angewiesen, angeregte Bezirks-Lehrer-Frage heran und legt ihnen im Geboren wurde Dickstein zu Naetisca in Rußland als der eigenen und in dem Interesse der Lehrer die Pflicht auf, Sohn eines berühmten Oberrabbiners. Zu Anfang unseres einem derartigen Verbände sich anzuschließen. Dadurch Jahrhunderts machte er die Freiheitskriege mit, studirte würden einestheils ohne zu große Opfer der einzelnen Gespätcr in Gießen, und wirkte dann dis jetzt e. 60 Jahre mcinden die Lehrer besser sitnirt und anderseits würde dem als isracl. Religionslehrer an verschiedenen Orten, Holzhauscn, schrecklichen Ucbelstande abgeholfe» werden, daß so viele Mensfelden rc.". jüdische Kinder nicht allein ohne jeden Religionsunterricht Das Lesen dieser Korrespondenz, die uns ein schauriges bleiben, so daß sic nicht einmal im Stande sind die hebr. Bild entrollt von der den isr. Lehrer erwartenden Zukunft Gebete in der Ursprache lesen zu können, sondern indem sie ist wahrlich nicht geeignet, eine besondere Vorliebe zu diesem zumeist in deu Dorfschulen den christlichen Religionsunterricht unihevpllen und oft so sehr undankbarem Berufe cinzuflößcn. mitgeuießen, so schon von Kindesbeinen an als willkommene Es ruft vielmehr allen Jünglingen, die vor der Wahl eines Beute des ersten besten Missionärs präparirt werden. Zwischen Lebensberufes stehen und denen das Lehrfach als etwas hier und Trier finden wir z. B. rechts und links der Mosel ideales erscheint, laut zu: prüfet, bevor die bittere Wahrheit in den vielen Orten wo Juden wohnen, einen einzigen isr. an euch herangetretcn ist. Fraget euch: ob auch wohl ein Religionslehrer; ebenso ist auch aus der Strecke zwischen hier Kaufmann, oder Handwerker bei gleicher Last und Mühe und Bingen nicht ein Einziger! Traurig aber wahr! — Gegen und ein klein wenig Glück, nach 6t»jähriger angestrengter solche, tief in das jüdische Gemeindcleben eingreifende Uebel- Thätigkeit sein Dasein so elend fristen und sogar von Alstände müßte nicht allein die jüdische Presse, sondern, und dies mosen wird leben müssen? ganz besonders, weil an so wenigen dieser Orte die jüdischen Der Vorwurf, nicht Mitglied der Achawa geworden Zeitschriften gelesen werden, die Herren Rabbiner aus ihren zu sein, kann den uns persönlich bekannten biederen Dick- Eopulations- und sonstigen Berussreiseu, eisern, stein nicht treffen, weil er in der That schon im Jahre Die betrübende Wahrnehmung, die wir an dem alten 1864, als der Verein gegründet wurde, keine sechs Mark zu Dickstein machen, dem nicht allein in dem ungewöhnlich hohen entbehren hatte. Aber an die israel. Gemeinden tritt die Alter noch immer nicht der Feierabend geworden ist, sondern Frage heran: ist es recht, daß die israel. Lehrer und Eultns der trotz der geschwundenen Kräfte noch immer wirken muß, beamten nicht in auskömmlicher Weise besoldet sind, so daß so daß er sich sicherlich schon ängstlich gefragt es ihnen möglich ist, einen Rothpfennig zurückzulegcn für die „wie lange wird der geringe Vorrath an Geistes- und Tage, von denen sie mit dem weisen Salomo sagen müssen: Körperkräftcn noch ausreichen?" Diese Wahrnehmung müßte „ich habe an ihnen keinen Wohlgefallen"? oder daß nicht denn doch wirklich ein Sporn sein für die Gemeinden in einem die Gemeinden eine jährliche, für eine ganze Gemeinde oder dem andern Sinne diese Ehrenschuld abzutragen. Von immerhin geringe Summe, aus ihr Budget nehmen und mir den vielen uns bekannten israel. Gemeinden ist die zu Wiesderselben durch Einkauf in eine Lebensversicherung die Znbaden wohl die einzige, die von einem solchen edlen Geiste beseelt, kunft ihrer Beamten, die im Dienste der Gemeinde ergraut durch jährliche Zuschüsse aus der Gemcindekasse. durch freisind, mindestens einigermaßen sichern? Freilich beide Fragen willige Spenden, sowie durch kleine Gehaltsabzüge ihrer sind bei der Gemeinde Heriegeu und noch so vielen andern Eultnsbcamtcn einen Pcnsionssonds für dieselben bildet. O, Landesgemeinden, die durch den Wegzug ihrer begüterten möchten doch recht viele Gemeinden diesem edlen Beispiele Gemcindegliedcr nach den Städten, größtentheils verarmt folgen! So lange dies aber noch nicht geschehen, ist cs und also kaum im Stande sind, einen Lehrer mit noch so Pflicht der Lehrer durch Beitritt zur Achawa ihre und ihrer bescheidenen Ansprüchen besolden zu können, nicht zutressend. > Angehörigen Zukunft nach Mräftcn zu sichern. — Darum An diese tritt aber dann die andere nicht minder wichtige! College» von fern und nah, werdet Mitglieder der „Acha und von dem Vorstande des isracl. Gemcindcbundes bereits wa!" — F. Anzeigen. Kauslekrer Geluck. An der hiesigen hebe. Schule ist eine Lehrer stelle mit einem jährlichen Gehalt von lMark am l. Juli c. Pensionat und höhere Töchterschule Für sogleich wird ein jüdischer, staatlich gcpr. und prakl. erfahrener Hauslehrer zum llnterr. von einigen Kindern aufs r.'and bei günstig. Salair und freier Stalion gesucht. Lff. nebst Zeug», beliebe mau a» X. Braun, Wilhclmsbriick zu richten. [ >902] Wilhclmsbriick zu richten. von Geschwister Sobernheira, Bingen a Rh. [F. 1303] Beginn des Sommersemesters am 6. April. [.=>767] Ter Borst an» der hcbr. Schnlc. Kempen «Polens im 'April lsso. pen iPolen', im 'April lsso. Beste Referenzen, müßige Bedingungen. Ter BorstanS der hcbr. Schnlc. Prospccre aus Verlangen.

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