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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-04-06 · Heft 14 (6.4.1880) · p. Seite 221

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 14 (6.4.1880)
Date
1880-04-06
Page
Seite 221 (sequence 13)
Language
German
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221 angemessen befunden und das, was von Sir I. Hay in dieser Sache geschehen, gebilligt habe. Was die zweite Frage betreffe, nämlich wegen des von den austvärtigen Mächten in Marokko geübten ProtectoratS, so werde dieselbe augenblicklich von mehreren Mächten geprüft, die mit der Regierung Ihrer Maj. hierüber in Unterhandlung stehen j (Times vvm 17. Febr.) In der Sitzung der spanischen Cortes vom lo. Febr. hat ein Teputirter, H. Carvajal, dem Ministerpräsidenten die folgende Frage über Marokko vorgelegt: Weiß der Minister, daß der spanische Minister zu Tanger Diosdado, den ihm unterstehenden Consuln und Biceconfuln einen Antrag mitgetheilt hat, rvonach Spanien aus das Protcctionsrecht seiner Rationalen, seiner Schützlinge in Marokko verzichtet, unter denen die Nachkommen der aus Spanien vertriebenen Juden und die als spanische Kolonisten oder Beamten oder Proteges dort rvohnhaften Muselmänner sind? H. Ministerpräsident Canovas bei Caftillo antwortete: Tie Regierung weiß nicht und es ist nicht richtig, noch kann es richtig sein, daß unser Vertreter zu Tanger den ihm unterstehenden Consuln durch Circular mitgetheilt habe, Spanien wolle sein Protectionsrecht ausgeben. Ter Minister sügte hinzu, daß dieses Recht durch den Handelsvertrag von 186k für Spanien anerkannt wurde, daß Großbrittanien einen gleichen Vertrag besitze und Spanien sein Vertragsrecht aufrecht erhalten werde. Aber die marokkanische Frage könne nicht von Spanien ganz allein behandelt werden; es müsse den Interessen der andern Mächte Rechnung tragen. Und was das Protectionsrecht angehe, so sei es „absolut noth wendig, daß die Mächte sich verständigen und zu einer ge meinsamen und billigen Interpretation der Verträge und Rechte gelange, dergestalt, daß sie ihre respectiven Interessen wahren, ohne die von der ganzen Welt anerkannte Unabhängigkeit Marokkos, die so legitim sei rvie jede andere, an zugreisen." In Betreff des Protectionsrechtes, sagt der Minister, ist die Absicht der spanischen Regierung: „1) die Verträge stricte ansrechlznerhalten; 2) Tie Interpretation dieser Verträge in Uebereinstimmung mit den interessirten Mächten festznstellen. Wann diese Uebereinstimmnng erfolgen lvcrde? Ich weiß cs nicht; man besindet sich noch in den Präliminarien, aber cs ist nicht unmöglich, daß eine Conserenz der Mächte ilach Madrid berufen werde, um die Schwierigkeiten, denen die Verträge stattgegeben haben, zu beseitigen." Tie Thatsache der Protection selbst erörternd, constatirt H. Canovas, daß viele marokkanische Unterthancn den auswärtigen Schutz fordern, daß die Proteges die Prc j icntiou haben, keinerlei weder persönliche noch Grundsteuer j zu bezahlen, und, fügt er unter beifälligem Lachen des Coni greises hinzu, eine unbegrenzte Ausdehnung des auswärtigen Protcetionsrechtes töniile dahin führen daß eines Tags der Kaiser von Marokko keinen einzigen Unterthan mehr hätte. Tiefe letztere Behauptung beruht offenbar auf einem Jrrtlmm; die Consulate sind mit ihren Protectionen sehr sparsam, die Gesamnnsumme der auswärtigen Nationalen und Proteg-s erreicht kaum die Zahl 560. I e u i l Jsaac Goldstern ani 20. Sept. 1870 von beu Indianern getodtct. Unter dieser Ueberschrist enthält der in Milwaukee OWisc. V. St.) erscheinende „Zeitgeist" folgenden Artikel: So steht es an einen kahlen Felsblock geschrieben, der zu dem Lager der Uke-Jttdianer am White River führt. Cin filberhaariger Greis, der Jahrzehnte lang unter den Wilden feine vermißte Braut suchte, ward von den Bundcsiruppen an jener Stelle, wo die obigen Worte in Stein gehauen sind, ermordet gefunden. Und auch die Geschichte des Unglücklichen, den mancher Soldat, der im Laufe der letzten Jahre mit den Indianern in Berührung kam, kennt, ist bekannt. Es ist das eine traurige, rührende Geschichte. Ein Correspondeni der Denver „Tribüne," den die Truppen des General Merritt auf ihrem Marsche gegen die aufständischen Utes begleitete, erzählt von dem tragischen Lose Jsaac Goldsteins folgendes, das er ans Soldatenmund vcrnoinmen haben will: l e t o n. Aus dem Marsche vom Milk River nach der White River Agentur fand die Truppe den Weg allenthalben mit bis auf's Hemd ausgeplünderten Leichen der unglücklichen Ansiedler, die den Wilden in den Weg gekommen, buchstäblich bestreut. Unter Anderem trafen die Soldaten-ans die Leiche eines alten Israeliten, die von einem Mitglied der! Truppe erkannt tvnrdc. Sein Name war Jsaac Goldstein,! doch war er in der Gegend des Felsengebirgcs unter dem Namen j „der Jude - viel besser bekannt gervesen. Wenige wußten je* j doch das große Geheiurniß seines Leben, das er jenem Sol j daten des Merritl'fchen Commando s bei Gelegenheit anver traut haben soll. Ter alte Jsaac stand in den Fünfzigern, hatte jedoch das Ansehen eines Siebenzigjährrgen, und sah bei Lebzeiten stets traurig und kummergebeugt aus. In früherer Zeit hatte Goldstein in einer östlichen oder südlichen Stadl gelebt und war mit einer bildschönen Tochter 'Israels verlobt, deren Bruder mir den ersten Goldsuchern nach Calisornicn gezogen war. Letzterem erging es dort zuerst gut, I später aber verlor er das Erworbene und erkrankte bedenklich.

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