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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-04-06 · Heft 14 (6.4.1880) · p. Seite 220

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 14 (6.4.1880)
Date
1880-04-06
Page
Seite 220 (sequence 12)
Language
German
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220 orientalischen Schule verlassenden Schüler, den das Comite bezeichnen wird, zu geben. Ich mache hieraus leine Verbindlichkeit und lasse dem Centralcomite vollkommene Freiheit. Baris Juni 1^70. A. Cremieux — Die orientalische Schule der Alliance ist durch Dekret des Präsidenten der Republik vom 12. Februar als Anstalt von öffentlichen! Stutzen unter dem Titel Ecole Normale Israelit»; Orientale erklärt rvorden. — In der jüngsten Wahl wurde der Teputirte Ed. Millaud zum Senator sür das Tep. der Rhone, und der Adv. Ferdinand Drehfuß zum Deputirten für den Bezirk Rambouillet gewählt. Großbritannien. London, 1ö. März. Ter „Köln. schreibt man: „Bei den neuen Wahlen ist zu bemerken, daß nicht tveniger als 11 Juden diesmal als Bewerber um Unterhausfitze aufireten, und daß, obwohl sich unter ihnen bloS 3 Conservative, dagegen 7 Liberale und sogar 1 Homeruler befinden, im Lande bisher nicht die geringste Besorgniß aufgetaucht ist, daß das britische StaatSgebände durch ein wachsendes Uebergcwicht der Semiten irgendwie in seinen Grundfesten bedroht sei." — Andererseits bezeugt dies bei der verhältnißmäßig geringen jüdischen Bevölkerung in Großbritanien, welche Stellung in sozialer und politischer Beziehung die britischen Juden einnchmen, und wie weit die höhere bürgerliche Bildung unter ihnen verbreitet ist, da schon, um als Kanditat für das Parlament aufzutreten, ein bedeutendes persönliches Prestige vorausgesetzt werden muß. — Die Namen obenerwähnter Eandidaten sind: Sir Julia» Goldsmid (liberal) in Rochester, Saul Jsaac (conservativ) in Nottingham, Baron Nathanael von Rothschild (liberal) in Ahlesbury, Sergeant Simon (liberal! in Tewsbury, Baron Henrn de Wornis (conservativ) in Greenwich, H. Stern in Mid-Surrey, Sir Julius Vogel «conservativ! in Falmouth, Arthur Cohen (liberal) in Southwark, Edmund Davis (liberal! in East-Kent, Alderman Der Sultan hat sich beeilt, der Familie des auf dem öffentlichen Platze von Fez ermordeten unglücklichen Elalus eine Summe von 1000 Fr. zu zahlen, hat aber gleichzeitig die Israeliten von Fez gezwungen, eine gleiche Summe an dieselbe zu zahlen, was jene thun mußten, obgleich sie fühlten, daß dies andere Attentate ermuthigen kann. Die Familie Elaluf hatte von der Regierung ein den Mord ihres Vaters bestätigendes Certificat gefordert; es ist nämlich in Marokko unter den Muselmännern Gebrauch, ein solches Attest zu fordern, das als eine Art Beweis gegen die Mörder dient. Ter.Vezir schützte vor, daß er zuvor seinem Herrn hierüber referiren müsse, und der Sultan erklärte seinerseits, daß das geforderte Dokument bei der Ermordung eines Juden, Christen oder Bulgaren nicht ertheilt werde, und verpflichtete die Klagenden den Schuldigen zu vergeben, damit von der Sache keine Rede mehr sei. Die paar Muselmänner, welche die Regierung hatte verhaften lassen, wurden also in Freiheit gesetzt. Man kann sich nun denken, welchen Gefahren die unglücklichen marokkanischen Israeliten sich preisgegeben sehen: sie fühlen fich in jedcin Augenblicke bedroht, man ruft ihnen auf der Straße nach: „Petroleum her, 'Feuer her, der Jude kommt!" In allen Gemeinden des Landes herrscht allgemeine Niedergeschlagenheit; man glaubt, daß ein wirklicher Aufstand sich gegen die Juden des Innern, namentlich in Mequinez, vorbereite. H. F. A. Mathews, Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Tanger, hat an die marokkanische Regierung ein sehr warmes Schreiben zu Gunsten der Israeliten gerichtet, in tvelchcm er die Bestrafung der Mörder des Elaluf fordert. — Der traurige Vorfall zu Fez ist auch Gegenstand einer von dem englischen Parlamentsmitgliede H. Sergeant Simon an den Unterstaatssecretär des auswärtigen Amtes, H. Bourke, gerichtete Anfrage geworden. H. Sergeant Simon fragte, ob die Regierung offieielle Mittheilungcn erhallen habe betreffs des neulich zu Fez gemachten Angriffs auf die Juden, von denen einige schwer Harris (Home Ruler) in Äildare, Sidney Wolf (liberal) in j mißhandelt worden, wahrend ein 70jähriger Greis ermordet Ponteiract. Ferner spricht man noch von zwei anderen Kan-! und sein Leichnam von der Volksmenge verbrannt wurde; didaten, beide conservativ: A. Lucas. :ir David Salomons und F. ob in dieser Angelegenheit an die Vertreter Englands Instructionen gerichtet lvorden seien und ob angefichts der precärcu Lage der Nichtmohamedauer in Marokko die Rc Marokko. gicrung ihrer Majestät die Absicht habe, den consularen chutz, den dieselben bis jetzt genossen, zu erhalten. H. Aus Marokko, im März. An die neulich gemeldete j Bourke, Unterstaatssecretär, erwiderte, die Regierung Ihrer scheußliche Mordthat an dem alten Israeliten haben sich einige Folgen von allgemeinerer Bedeutung geknüpft. ES erstand nämlich die Frage von dem Schutz, den die Großniächtc in Marokko auszuüben berechtigt sind, ein Recht, das i •: auszugeben schon nahe waren. Der Monatsbericht der .Ul. isr. univ. giebt uns hierüber folgende Mittheilungen: Majestät habe Details über das Verbrechen erhalten und fei benachrichtigt worden, daß der Vertreter Ihrer Majestät zu Tanger, Sir I. Hay, in dieser Sache an die Regierung von Marokko eine Vorstellung gerichtet habe; eine Abschrift dieser Vorstellung sei der Regierung Ihrer Majestät zugeschickt worden, welche die Sprache derselben den Umständen

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