Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-03-30 · Heft 13 (30.3.1880) · p. Seite 205

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 13 (30.3.1880)
Date
1880-03-30
Page
Seite 205 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3227285-3227299--37932-3307116
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

205 aber finden wir fortwährend Gesänge, die wir mit ihren! zufälligen Halb- und Anderthalbtönen nicht in unser System > einzwängen können und die trotzdem einer tonartlichcn Basis,: oder wie man es nennen mag, nicht ermangeln. Ter! Herausgeber beklagt in dem Vorwort, das ihm der Raum nicht gestattet habe, Begleitungen für die Orgel zu geben. Dieses Bereuen ist das Einzige was ihm vorzuwerfen ist, und sein guter Genius war es, nicht die Kostbarkeit größerer Ausdehnung, der ihn davor bewahrt hat. Nur in den seltensten Fällen läßt sich unser Harmoniesystem auf Gesänge anwenden, die nicht demselben entsprossen sind. Es giebt eine interessante Sammlung armenischer Kirchcngesänge, die durch solche harmonische Unterlagen gänzlich verdorben worden ist. Die wenig zahlreichen Nummern, die im vorliegenden Werke mit einer Orgelbegleitung versehen sind, haben hierdurch verloren. Nur die Einstimmigkeit paßt für solche Lieder, sei cs, daß sie von Einzelnen gesungen werden, sei cs. daß alle mit einstimmen — das mcnschheitliche Zusammenfingen kann eigentlich nur im Einklang stattnnden. Der musikalische Historiker wird in diesem Werke reiche Ausbeute finden und seine Beobachtungen werden ihm erleichtert durch die einfachen Bezeichnungen des Herausgebers. Er hat nämlich alle Weisen, als alte, neue, deutsche, portugiesische, polnische durch ein paar Buchstaben kennbar gemacht und nur die uralten, typischen ohne Merkmal gelassen. (Die! wenig zahlreichen portugiesischen sind die werthlosesten und tragen ihren modernen südeuropäischen Charakter in unverblümter Offenheit.) Die unvergänglichsten Denkmäler unserer Tonkunst sind die, die keinen unsterblichen Namen tragen, j Ein thcures Werk, dieser Borbeter, aber ein kostbares —! es sei allen Forschern und Tondichtern, allen Schulen und ' Bibliotheken aufs Wärmste empfohlen. Trotzdem wir Schätze vor uns aufgespeichert haben, mit welchen uns unsere armen reichen Genies beschenkt, es thut wohl, auch einmal aus diesen „grünen Gewölben" herauszukommen und Tönen zu horchen, die zu uns sprechen wie Stimmen der Natur. Eine solche Volkesstimme ist auch eine Gottesstimmc. Ferdinand Hiller. stacauz der (üantotMe. Zn der Haupt Synagoge zu St. Peters bürg ist das Cantoramt zu besetzen. Wir suchen einen musikalisch gebildeten, mit einer schönen und kräftigen Stimme begabten, in Choral-, sowie in althergebrachten Ritus- Gesängen geübten Cantor. Vertrautheit mit der hebräischen Gebetsprache und ein frommer indischer Lebenswandel sind unbedingt erforderlich. Das Jahresgehalt beträgt 1800 Rubel welches nach gesteigerter Leistungsfähigkeit erhöht werden soll nebst üblichen Ensölnmenten. Qualif. Bewerber wollen ihre mit Verwendungszeugniffen belegten Gesuche, nebst einer kurzen, jedoch übersichtlichenBeschrei bung ihres Lebenslaufes bis längstens 1. Mai 1880 an d. Gefertigten portofrei einzuscndcn. Probevortrag erforderlich. Die Rciscauslagen werden nur dem Acceptirten vergütet. St. Petersburg. 31. Januar 1880. sv. 23951 Rabbiner Dr. A. Drabkin. Y aeanz. Die in hiesiger Gemeinde vacaut gewordene Cantor- und Schächterstcllc, verbunden mit einem jährlichen Einkommen von circa 2000 Mark u. freier Wohnung soll wieder besetzt werden. Bewerber, welche musikalisch gebildet, mit guten Stimmmittteln versehen und im Stande sind, den Ehorgesang zu leiten, wollen sich recht bald, unter Einsendung ihrer Atteste, bei dem Unterzeichneten melden. [3720} Schwerin, o W., den 17. März 1880. Der Corporation«-Vorstand Levy. Anzeigen. In der hiesigen Gemeinde wird ein! Prediger, der hauptsächlich Rcligious i unterricht zu crlheilen hat, zu engagi-! reu gesucht. Erforderlich ist rhierzu,! daß der sich meldende Kandidat päda-! gogische Fähigkeiten nachweist, das! Äbituricnrenzcugnisi von einem Gym-! nasium noch verbringt und auf einer Universität drei Jahre immatrikulirr war. Außerdem wäre ein patliora hawah erwünscht. I as jährliche Fixum beträgt lf>0<» Mk. Anmeldungen bei dem Unterzeichneten Borstand. I^sustcttin. im Mürz 1880. [3765! o i* ^orrtanö W. Löwe. Tic C’uitusbeanitcnstellc in unserer Gemeinde soll baldmöglichst durch einen Rabbinatsvcrwcscr, Cantor und Schächter besetzt werden. Das Oiehalt beträgt bei freier Wohnung 000 Mark mit einem Nebeneinkommen von circa 1000 Mark. Oualificirte! Bewerber, die einen denrschen Borlrag halten! können, wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse beim Unterzeichneten melden. Reise-! kosten werden nur dem Gewählten erstattet. : s3«ß, den 1!» März 18.so. s-ionZ Ter C orporatiousvorstand Julias Glans. Zn unserer Gemeinde ist die Stelle eines Borbeters, Schächters und Religionslehrcrs zum i. Juni cr. zu besetzen. Bewerber, die auf diese Stelle reflecriren, wollen sich bei dem Unterzeichneten Borsteher melden. Gehalt 1350 Mark und 300 Mark Nebeneinkommen. [B. 3863] Schöneck IV I’.. den IS. März 1880. .T. Mannheim. V acanz. Die Stelle eines Lehrers und CantorS in der jüdischen Gemeinde zu Illingen (Neg.- Bcz. Trier) soll demnächst besetzt werden. Geprüfte Lehrer von echt religiöser Gesinnung, welche im Stande sind, einen guten deutschen Bortrag zu halten und im Besitze einer guten stimme sind, wollen sich spätestens bis zum 1. Mai unter Beifügung ihrer Zeugnisse bei dem Borstande der genannten Gemeinde oder dem Unterzeichneten melden. Die mit der Stelle verbundenen Einkünfte betragen: 1350 Mk. Fixum nebst freier Wohnung und 250 Mk. garantirien Neben-Emolumenten. Musikalisch gebildete Bewerber werden bevorzugt. Trier, den 23. März 1880. [X. 414-1} Dr. J. Holländer» Sberrabbiner. Eine junge Deutsche (Israelitin^ sucht unter bescheidenen Bedingungen eine Stelle als Lehrerin in einer ausländischen Familie, oder einem Institut. Offerten erbeten an Rndolf Mosse, Leipzigs sul» R. K. 4089._[4089] JTafnu. TöMer-Peulioiml, Breslau. Gartenstrasse 20 I. Unser seit siebzehn Jahren bewährtes Pensionat ist zur Aufnahme neuer Zöglinge jeden Alters bereit. Vorzügliche körperliche und geistige Pflege. Heranbildung für das höhere gesellschaftl. wie für das pract. Häusl. Leben. Gründl. Unterricht in Wissenschaften, Musik und Sprachen. Eine Französin, die lange in England gelebt ist im Hause. [1361]

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.