Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 8 (24.2.1880)
- Date
- 1880-02-24
- Page
- Seite 123 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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123 Jeuilleton. 3ins ÄltLgypten. II.1) Von Ebers' „Aegypten in Bild und Wort" liegen die Lieferungen 36—38 vor, in welchen die Beschreibung der Ruinen von Theben zu Ende geführt und die Reise zum Katarak begonnen wird. Wir finden hier folgende uns interesfirende Notizen. (S. 314.) Bekanntlich ist Menephtah, der Sohn Ramses II.. der Pharao des Auszuges der Israeliten aus Aegypten. „Eine Erklärung", sagt Ebers, „für die Strenge, mit der er den Semiten in den östlichsten der den Gebieten ihrer Stammverwandten benachbarten Gauen seines Reiches entgegentrat, ist für Denjenigen unschwer zu finden, welcher weiß, daß zu seiner Zeit die libyschen Völkerschaften im Westen des Nilthals fich mit Inselbewohnern aus dem Mittelmeer verbunden hatten, um Aegypten anzugreifcn. Eine Inschrift im Reichsheiligthum von Karnak lehrt, daß er diese Feinde in der großen Schlacht bei Prosajis fiegreich niederzuwersen wußte, aber wir erfahren durch andere Documente aus den der Zeit Menephtah's folgenden Jahren, daß das unter dem Namen des Auszugs der Juden bekannte Ereigniß tief einschneidend aus den Gang der Geschichte Aegyptens gewirkt hat, denn bald nach demselben erschütterten Unruhen und Erhebungen der Gausürsten im Delta, das eine Zeitlang einem Syrer Aarfu gehorchte, und der Ehrgeiz von Gegenkönigen, die zu Zeiten mit Glück nach der Krone der rechtmäßigen Herrscher griffen, das Reich in seinen Grundfesten, bis der kräftige Set-necht die Ruhe in Aegypten wieder herstellte. Des Letzteren Sohn, Ramses III. eröffnet eine neue Herrscherreihe, die so traurig enden sollte, als fie groß und glücklich begonnen hatte." Diese Erklärung ist um so annehmbarer, als fie die Worte des Königs (2. Mos. 1, 10), wenn fich Krieg ereignet, wird es (Israel» fich zu unsren Haffern schlagen und wider uns streiten, bekräftigt. Menephtah fürchtete also, daß die Feinde von Westen, die Libyer, und die Feinde von Osten, die Semiten, fich zum Verderben Aegyptens die Hände reichen könnten. Wenn übrigens unter den Königsgräbern eines für das Grab des Menephtah erklärt wird, so widerstreitet dies dem Untergang deffelben im Schilsmeere nicht. Denn abgesehen davon, daß die Leiche des Königs ja doch gefunden »verden konnte, hat bekanntlich jeder Pharao bei Lebzeiten fich ein Grabmal errichtet. Es wurde daran bis zum Tode des Königs gearbeitet, jedoch mit dem Augenblicke, wo dieses Ereigniß eintrat, hörte die Arbeit aus, wenn nicht ein pietätvoller Sohn das Werk vollendete, um den Vater zu ehren. Gerade das Grabmal des Menephtah blieb unvollendet, und man findet an den letzten Wänden deffelben noch die Verzeichnungen des Bildhauers mit Rothstist. — — (S. 331.) Der Gründer l) 3. s)ir. 39 vor. Jahrg. des 22. zu Bubastis in Delta residirenden Herrscherhauses war der Sohn eines affyrischen Eroberers Nimrod. Dieser Sohn hatte fich den Sitten der Aegypter völlig gefügt und ist der Schischak der Bibel, welcher dem Jerobeam gegen Rehabeam, den Sohn Salomo's zu Hilfe kam, das Reich Juda bekriegte und Jerusalem eroberte ff. I. Kön. 14, 25.) Die Namen der auf diesem Zuge unterworfenen Kleinstaaten, unter denen sich auch der des Königreichs Juda befindet, ließ Scheschenk im Reichsheiligthum von Karnak in einem Anbau in die nach Süden gekehrte Wand meißeln. — — «S. 352.» In den Grüften von El-Kab findet fich eine Grabschrift des Königs Abna, welche lehrt, daß zu dieses Königs Zeit Aegypten viele Jahre von einer schweren Hungersnoth heimgesucht worden und H. Brugsch hat mit schwerwiegenden Gründen zu beweisen gesucht, daß diese Zeit des Mangels für die sieben mageren Jahre zu halten sei, welchen Joseph so klug zu begegenen gewußt hat. (Seitdem ist auch der Schluß des Werkes erschienen, worüber wir bereits vor. Jahrg. Nr. 51 berichteten.» Vermischtes. Zur Geschichte der Juden in England. Da weder S. Eaffel in seinem Artikel über „Juden Geschichte)" Ersch und Gruber's Encyclop. 2. Section 27. Tbl.», noch Grätz in seinem 6. B. der „Geschichte der Juden" die nachstehenden Thatsachen erwähnen, so kaffen wir zur rveiteru Kenntnißnahme das von Francis Trench den Nut'> Querii-s I Nr. 100, 1851») eingesandte, höchst interessante englische Eitat aus L'eliq. Hearnianue vol. II. }». 633 verdeutscht hier folgen: „Um das Jahr 1075 fingen die Inden an, in großer Zahl nach Oxford zu kommen. Nachdem sie sich niedergelassen hatten, verschafften fie sich sehr viele Häuser, besonders in den Kirchspielen St. Martin, St. Edward und Sr. Aldare, und bansten große Reichthümer an. Ihre Wohnungen in St. i Edward und St. Aldate tvaren so ansehnlich, daß sie die Old und New Jewry genannt wurden, und in St. Altate hatten fie eine Synagoge »Lehrhausd», »vo sie Lehrer bauen und die hebräische Sprache lehrten, zum großen Vortheil der , Universität, da es Gelehrte gab, die nachher in jüdischen Häusern Unterricht gaben. Die Namen dieser Häuser, Lombard Hall, Moffy Hall, Jacob Hall:c. stammen unzrveiselhast von ihren früheren jüdischen Besitzern her." I>r. David A sher. I Bemerkung. I Herrn H. in F. Eine Statistik der Juden in Preußen,! wie die von Dr. Engelbert über das außerpreußische Deutschland und die Schweiz, eristirt nicht. Redaction.