Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1880)
- Date
- 1880-02-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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tlgeineine Zeitung des Zudenthums Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeirung erscheint wöchentlich I i einmal in 2 bi« 21/* Bogen. Preis j : BierrellähriI S Mark. Inserate werden > I mir 20 Pf. rur die Peritzeile oder deren : > Raum berechnet. ] Alle Postämter und Buchhandlungen i nehmen Bestellungen an. Heraus gegeben von Rabbiner 1)r. Ludwig Philippso» in Bonn. Verlag von Baumgärtaer's Buchhandlung in Leipzig. In redactioneNen Angelegenbeiten 1 wende man sich an I>r. £. PHUiPPson in { Bonn; hiufichtlich der Inserate .-n M. ZKoff« in Leipzig nud deffru Kilialeu , in Berlin. BreSlau rc. Zaserate, welche biSvonneritag eingeheu, finden in der daraufsolgenden Nummer Berückfichtizung. - Beilagen werden mir 12 Mark berechnet. 44. Jahrgang. Leipzig, den 17. Februar 1880. .7S 7. Inhalt. Leitende Artikel: Ein Schmerzensruf aus äeitungsnacbrichten: Deutschland: Berlin, Aus Mecklenburg, Ungarn: Wien, Pest. — Frankreich: Paris. — Belgien: Correspondenz: Auch eine Kleinigkeit in Sachen Dreitschke et AWeHck CLxtifief. Bonn, 11. Februar. Ein Lchmerzensruf aus Rumänien. Die Anerkennung Rumäniens als unabhängigen Staates scheint ihrem Ziele nahe zu sein, obschon Jedermann einsieht, daß die Bedingung der Gleichstellung völlig unerfüllt geblieben. Wie bodenlos aber die Rechtslosigkeit der dortigen Juden nach dem Vorgang der gesetzgeberischen Factoren auch im Volke ist, wie zügellos dort das Unrecht und die Bosheit gegen die Juden geübt wird, dafür bringt die folgende Zuschrift an uns, die übrigens auch von anderen Seiten zu voller Glaubwürdigkeit bestätigt worden, einen traurigen Beweis. Folticzeny (Rumänien), Januar 18^0. Geehrter Herr Rcdacteur! Mit blutendem Herzen ergreift ein von Indignation tief ergriffener Menschenfreund die Feder, um Ihnen, geehrter Herr Redacteur, einen traurigen Vorfall von hier mitzutheilen, der in den ersten Tagen des Monats August v. I. begann und j vor wenigen Tagen seinen, tragischen Abschluß fand, mit dem höflichen Ersuchen, ihn in Ihrem vielgelesenen Blatte aufzunehmen, als Illustration der rumänischen Rechtszustände unseren Glaubensgenoffen gegenüber. Er füllt ein blutiges Blatt mehr in der so reichen Leidensgeschichte unseres Volkes in Rumänien. n. — Tie Streitschriften. II. — Wider Herrn von Treitschke. IH. — Erefeld, Stuttgart, Aus Rheinheffen, Wreschen. — Oesterreicb- Brüssel. — Marokko: Madrid. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Compe. ] Möge das hochherzige Europa in seinem edlen Streben, - uns ein menschenwürdiges Dasein zu verschaffen, nicht erlahmen, denn wahrlich, der Kelch des Leidens ist übervoll; nicht nur unser Gut und Habe, sondern auch das nackte Leben ist gefährdet. In unserer Stadt Folticzenv, an der Grenze der Bucowina gelegen und größtentheils von Israeliten bewohnt, findet all- > jährlich ein vielbesuchter Markt in der zweiten Hälfte des! Monates Juli statt; so auch im vorigen Jahre. Während I bestellen, erschien eines Tages bei dem Herrn Benjamin Weini traub, der in der Hauptstraße eine Schankwirthschaft führte,! ein fremdes Individuum, nach Aussehen Grieche oder Bulgare,! Namens Popof oder Popazo, mit dem Anträge, ihm über die! Dauer des Marktes eine Dachkammer als Logis zu überlasten; man wurde bald über den Preis einig und der Fremde bezog sogleich die Wohnung. Schon ein paar Tage darauf bereute aber Herr Weintraub, diesen Gast in seiner Behausung ausgenommen zu haben, da derselbe unter verschiedenen Vorwänden nur Händel und Scandal zu provociren suchte, wie überhaupt sein ganzes Betragen auch in anderen jüdischen öffentlichen Localen kein Gutes zu weistagen schien und nur zu deutlich die Absicht erkennen ließ, eine Juden-Emeute u la Galatz, Tecucz, Valcov, Daraban unseligen Andenkens in Scene zu setzen, so daß man sich endlich genöthigt sah, bei der Behörde um Ausquartierung jenes Individuums anzusuchen. Am selben Tage, am 3. August um 4 Uhr Nachmittag, ließ der Grieche den Hausherrn Weintraub auffordern, in seine