Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 6 (10.2.1880)
- Date
- 1880-02-10
- Page
- Seite 87 (sequence 7)
- Language
- German
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87 Breslau. 28. Januar. Privalmitth.) Soeben wurde zu Prenzlau angetreten. Die Abschiedsrede, welche sich über der „Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars" ausgeden Theismus mit besonderer Berücksichtigung des Kusari ergeben. Derselbe enthält eine ausführliche Abhandlung: „R. Samuel ging, hielt Iw. M. Steckelmacher in ansprechender Weise, b. Meir (D"2tn) als Schrifterklärer von Iw. David Rosin, Aus Bayern, 30. Januar. (Privalmitth) Bei dem dann den Bericht des Prof. Dr. Grätz „für das Lehrer-' Treiben der Ultramontanen gegen die Juden fällt Einem collegium" über das Seminar. Bekanntlich hat dies im verunwillkürlich Jesajas 57, 20 ein: „Sie sind wie das aufflossenen Jahre seinen 25jährigen Bestand gefeiert, und giebt geregte Meer, denn nicht zu ruhen vermag es, und seine Geder Bericht eine ausführliche Schilderung von den vielfachen! Wässer regen Koth und Schlamm herauf." Dies hat nun Zeugnissen der Theilnahme, die der Lehranstalt zukamen. Durch' auch unser Abgeordnetenhaus erfahren Bei der Berathung den Tod des Directors Dr. Lazarus und die Berufung des! über den Etat des Ministeriums des Innern nahm der ultra- Dr. Freudenthal zum academischen Lehramte wurden Der-montane Pfarrer aus Unterfranken F. Frank die Gelegenheit änderungen im Lehrkörper nöthig. Ten Gymnasialunterricht . wahr, über die Roth im Spesiart zu sprechen und dabei ausübernahm L)r. Leopold Cohn und für die rabbinischen Lehr-! zurufen: „Es hat einmal Jemand gemeint, den Leuten könnte fächer wurde Iw. David Jo«l aus Krotoschin berufen. Die! mit einem ganz kurzen Gesetz aufgeholfen werden, das allen- Directorialfunctionen wurden dem Lehrercollegium übertragen, falls lautete: ,Jeder Handelsjude, der den Spesiart betritt, deffen Vorsitz von Jahr zu Jahr abwechselnd dem Prof., wird sofort todtgeschosien oder am nächsten besten Eichbaum Iw. Grätz und dem Seminarrabbiner Dr. Joel zugewiesen1 aufgehängt/ Ich brauche die Versicherung nicht beizufügen, wurde. Somit sind die inneren Verhältnisie der Anstalt volldaß mir nichts ferner liegt, als gegen die Israeliten zu ständig wieder geordnet. Wie der Bericht bemerkt, sei die! sprechen, oder eine sog. Judenhetze zu insceniren, aber etwas Frequenz des Seminars im Zunehmen begriffen. Es sind! Wahres ist an der Sache, daß die Handelsjuden einen großen 7 Schüler neu eingetreten, von denen 3 vorläufig als Hos-, Mißstand im Spesiart bilden." Bon welchem Geiste dieser pitanten. Die gegenwärtige Zahl der Schüler ist nicht ange-i Mann beseelt ist, kann man aus einer anderen Aeußerung geben. Wünschen wir der in allen Theilen gesicherten Anstalt! desielben entnehmen, die dahin ging: „Man treibe einfach die einen gedeihlichen Fortgang auch in ihrem zweiten 25jährigen Speffarter in Haufen zusammen und schieße sie mit Kartätschen Zeiträume; möge sie sich von jedem beengenden Kastengeiste nieder!" (Große Unruhe im Hause.) Der Staatsminister frei erhalten. von Pfeuffer erwiederte dem Herrn Pfarrer unter Anderem, Breslau. 29. Januar. (Privalmitth.) Zum Schluffe; daß es insbesondere Aufgabe des Dr. Frank als Pfarrer einer der Rede, welche Prof. Grätz am Stiftungsfeste des jüd.-theol. j Speffartgemeinde wäre, dem Aberglauben entgegenzuwirken, Seminars hielt, *) verkündete er, daß endlich die Lehmann'sche! den die von ihm angeführten Beispiele an den Tag legen. Preisaufgabe: Darstellung der astronomischen Berech- Der Abgeordnete Iw. Frankenburger, der einzige Israelit in nung und Begründung des altjüdifchen Kalendersjfcer bayerischen Kammer, sagte: „Ich hatte durchaus keine nach Maimonides, nachdem dieselbe im vorigen Jahre, der!Neigung, mich in die allgemeine Discussion einzumischen, kann Schwierigkeit des Stoffes halber ungelöst geblieben sei, nun-! es aber doch nicht unterlasien, einer einzigen Bemerkung des mehr ihre Lösung gefunden habe. Nachdem das Uriheil ver- Dr. Frank entgegenzutreten. Wenn Dr. Frank die Frage, die kündet wurde, daß die Arbeit „bei etwas zu knapper Haltung j er offenbar an den Haaren herbeigezogen hat, in ruhiger und der Definition" ein gründliches Eingehen auf die an sich I objectiver Weise, unbefangen discutiren wollte, würde ich gern schwierige und mühevolle Materie und eine liebevolle Hingebung bereit sein, sie mit ihm zu besprechen. Aber es geht ihm bekunde, wurde das Enveloppe erbrochen und es ergaben sich als Verfasier: Dr. Moritz Grünwald und Stud. jthil. Wilhelm bezüglich dieser Frage, wie ich bei anderen Gelegenheiten schon beobachten mußte, die Unbefangenheit in so hohem Maße ab. Münz. Es wurde beschlosien den doppelten Preis an beide j daß ich mich wahrlich außer Stand sehe und auch keine Lust Verfasier gemeinschaftlich zu vertheilen. j habe, auf die Discussion der Frage mit ihm mich einzulaffen. Hierauf entließ Herr Seminar-Rabbiner Dr. Joi-l in feierj Ich glaube Ihnen mit einer einzigen Bemerkung seine unerlicher Weise die Candidaten Dr. Albrecht Chotina aus Brody! meßliche Befangenheit in der Frage beweisen zu können, und Dr. Moritz Steckelmacher aus Boskowitz. Der 3. Candidat | Derselbe Herr, der mit einer solchen Entrüstung, wie er heute Dr. B. Ritter aus Kempen hatte bereits zuvor „mit Ge-i Ihnen gezeigt hat, erfüllt ist, daß ein Mann im unter - nehmigung des Lehrer-Collegiums" die Rabbinatsstelle jfränkischen Landrath den Speffartern die Auswanderung anrieth — ich will ihm ja das Recht geben, daß er sich darüber beklagt — derselbe Mann beruft sich auf die Aeußerung eines Fremden, den er nicht genannt hat, man solle die Juden im i) Unser Korrespondent gab auch eine kurze Skizze der Rede, in welcher so eigene Ansichten hervortraten, daß wir es sür ungerecht ansahen, sie in so unvollständiger Weise wiederzugeben. Redactio». Spesiart todtschießen. Die Allegation dieser Aeußerung ist