Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 5 (3.2.1880)
- Date
- 1880-02-03
- Page
- Seite 76 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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76 welche sich durch Mitglieder der königlichen Capelle und Schüler des Professors Joachim auf 80 Köpfe verstärkt hatte, war vor dem Allerheiligsten unter der ewigen Lampe errichtet, für den Kaiser, die Kaiserin, die Mitglieder des königlichen Hauses und deren Suite war eine Loge zur linken Seite des Altars erbaut I und mit den prachtvollsten Teppichen bedeckt Die Vorhalle, von der aus die Bronzethüren zwischen Säulen aus grünem Granit mit Broncekapitälen in die Hauptsynagoge führen, war mit hohen Oleanderbäumen decorirt. Schon von 7 Uhr an rollten unaufhörlich die Equipagen vor dem Haupteingange vor, und als eine halbe Stunde später das Concert seinen Anfang nahm, war es nicht mehr möglich, in die Synagoge Eintritt zu erlangen. Nicht allein die 4000 Sitzplätze, welche die Synagoge aufweist, waren besetzt, sondern auch in den Vorhallen hatte ein zahlreiches Publikum Platz genommen. Beim Beginn des Concerts war erst der Kronprinz mit seiner Tochter, Erbprinzessin Charlotte und deren Gemahl, dem Erbprinzen von Sachsen-Meiningen und einer größeren Suite erschienen:! wenige Minuten vor 8 Uhr traf Prinz Karl ein und mit dem Glockenschlage 8 fuhr die einfache Equipage des Kaisers durch die große Rotunde über den Hof vor der großen Freitreppe, die in den Trausaal führt, vor. Dort wurde der Kaiser, der sich beim Verlaffen seines Gefährts leicht auf seinen Krückstock stützte, von dem Polizeipräsidenten v. Madai, dem Generaladjutanten Grafen v. d. Goltz, dem Flügeladjutanten von Lindequist sowie von den Comite-Mitgliedern, den Geheimräthen Magnus und Herz und den Justizräthen Meyer und Makower ehrfurchtsvoll empfangen und nach kurzem Aufenthalt in dem durch exotische Gewächse und blühende Blumen geschmückten Trausaal zur kaiserlichen Loge geleitet, in der bereits die vorerwähnten Mitglieder der königlichen Familie Platz genommen hatten. Gleich darauf fuhr die Kaiserin in Begleitung der Palastdame Gräfin Oriolla in einer Gala-Kutsche vor und wurde in derselben Weise empfangen. Nun begann das Concert. Zur Aufführung gelangten in vollendeter Weise Bach's ^.-moll-Concert für die Violine, Schumanns Abendlied für die Violine eingerichtet, ein geistliches Lied von Radecke, die angeblich von Stradella componirte Kirchcnarie (sie rührt nach der Behauptung des größten Stradellasorschers Catelani zu Modena nicht von diesem Componisten her), ferner Beethovens Emoll-Sinfonie, eine Sonate für Posaune und Violine von Gabrieli und ein von Herrn Professor Schwantzer vorgetragenes Orgelstück. Nach Beendigung des Concerts unterließen es der Kaiser und die Kaiserin nicht, den mitwirkenden Künstlern, sowie den Comitomitgliedern in huldvollen Worten ihren Beifall zu zollen. Der Frau Professor Joachim überreichte das Comit6 ein Bouquet aus Veilchen und Camclien. Ebenso wie die Majestäten in die Synagoge eingeführt worden, wurden sie auch nach Beendigung des Concerts i zu ihren Equipagen geleitet. Die Einnahme des Concertes j kann nach vorläufiger Berechnung auf ungefähr 30/>00 Mark j veranschlagt werden. Anzeigen. sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf ■ «vlv losse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin. Breslau, Chemnitz, Coln aRh., Dresden, Frankfurt al., Halle a 8., Hamburg, London, Magdeburg, München, Nürnberg, Paris, Prag, Strassburg i E., Wien, Zürich zu adressiren. In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines! Die hiesige Cantor- und Lehrersielle ist sofort Religionslehrers, Borbeters und Schalters zu besetzen. Mit dieser Stelle ist ein Fixum von zum 1. März d. I. zu besetzen; fester jährlicher 1800 Mark nebst freier Wohnung und einigen Neben- Gehalt 480 IRnrik und den Ertrag der Schechita, einkünsten verbunden. Bewerber, welche eine anfreie, anständig möblirte Wohnung, Heizung,! genehme Stimme besitzen, auch im Behinderungs- Aufwartung, Mittag- und Abend tisch. — Hierauf! falle d en Schochet zu vertreten im Stande sind, Reflectirende wollen ihre Zeugnisse baldigst einwollen ihre Zeugnisse nebst Lebenslauf baldigst an senden an ,6880 uns einsenden. Derjenige, welcher auch im Stande JPltvu in Mecklenburg.! ist, einen Canzelvortrag zu halten, wird bevorzugt, llen Vorstand der israelitischen Gemeinde. ,Reisekosten werden nur dem Gewählten erstattet. §chlawe i/Pommern, 28. December 1871». Die israelitische Gemeinde zu Staden ist Willens einen israelitisch. Rtligionölehrer anzunehmen, welcher gleichzeitig den Vorbeterdienst versehen muß und zahlt einen jährlichen Gehalt von 600 bis 700 Mark. Diejenigen, welche (74) J)er Synagogenvorstand. Tie Stelle eines BorbeterS, Schächters und Religionslehrers ist hierorts zum i. April d. I. zu gesonnen sind, sragl. Stelle zu übernehmen, wollen ihre Zeug-! besetzen. nisie schriftlich oder persönlich alsbalden an Unterzeichneten Das Gehalt beträgt bei freier Wohnung, Heizung und übermachen, nach übereinkommender Verständigung kann der! Station 300 Mark, niariw, und Nebeneinkünfte. Betreffende nach Belieben auch sofort eintreten. (F. H60 j Nur unverheirathete Bewerber wollen ihre Zeugnisse ge- Dcr Vorstand der isr. Rcligions-Ocincindc fälligst sofort an Unterzeichneten Vorsteher einsenden. zu Staden. JE. Hessenberg. Strassburg Uckermark, im Januar «880.!(6. 1217) Jacob Jacobsohn.