Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1880)
- Date
- 1880-01-27
- Page
- Seite 60 (sequence 12)
- Language
- German
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60 begrüßt haben. Wer dem wüsten, fanatischen Hep-Hep-Geschrei, das gegenwärtig aus gewissen Blättern ertönt, mit einiger Aufmerksamkeit gefolgt ist; wer namentlich Gelegenheit hatte, auch von diversen Erscheinungen im deutschen Buchhandel etwelche Kenntniß zu nehmen, wer endlich weiß, was für Elemente in diesen publicistischen und literarischen Nestern ihre Eier ablegen, was für Zielpunkte in denselben eigentlich angestrebt werden, der muß sich von solchem Gebühren mit Ekel abwenden und dem deutschen Thronfolger Dank wissen, daß er durch ein energisches Wort, zu rechter Zeit und am rechten Orte gesprochen, dieser Strömung einen Damm entgegengesetzt hat, der Man hat auch gesehen und gehört, mit welchem Eifer von derselben Seite gegen die bürgerliche Schule, diese beste und wirksamste Schutzmauer einer wahrhaft vernünftigen, toleranten Weltanschauung zu Felde gezogen wurde, mit welchem Jubel die neueste Niederlage der gemeinsamen Erziehung, des gemeinsamen Unterrichtes in diesen Kreisen begrüßt wurde. Recht, hundertmal Recht hatte der Kronprinz, wenn er bemerkte, wie unstatthaft es sei, daß Männer, die berufen find, das Evangelium zu predigen, in solcher Weise, wie es geschehen, zu confesstonellem und religiösem Hader Anlaß geben. Recht, hundertmal Recht hatte er, wenn er sagte, er habe sich seine Wirkung gewiß nicht ganz verfehlen, ihr jedenfalls eine! in Italien für Deutschland geschämt, als er vom neuesten Judengewisse Zurückhaltung aufnöthigen wird, so ungerne man sich! kreuzzug vernommen. Es ist nur zu wahr, derselbe ist eine zu derselben auch verstehen mag. Denn der eigentliche Kern, > Schande, eine Schmach für Deutschland nicht nur, sondern für der hinter all diesen Angriffen der deutschen „Antisemiten" auf j das MX. Jahrhundert. Könnte Lessing, der große, freie Geist, die „Semiten" steckt, ist die nackteste, frechste politische und der beredte Apostel einer wahrhaft humanen Religion, nochmals religiöse Reaction; man darf nur die Verhandlungen nach-! zurückkehren in die deutschen Gauen und Umschau halten unter schlagen, welche seit längerer Zeit schon im deutschen Reichs-Strömungen und Zeichen der Zeit, wahrlich er würde sich mit tage, im preußischen Abgeordnetenhaus und neuestens nament-' Entrüstung abwenden von denselben — um vielleicht nochmals lich auch in der preußischen Generalsynode bei verschiedenen i zu jener Feder zu greifen, welche einstmals den Pastor Götze Anläffen stattgefunden habe.; rettungslos dem verdammenden Verdicte der Weltgeschichte über- Hep! ruft der Mucker, hep'. ruft der Junker; aus ihrem antwortete. Er kommt leider nicht mehr zurück : desto noth- Geschrei tönt weiter nichts, als einerseits pfäffische Unduldsamwendiger ist es, daß Diejenigen, welche seine Ideale theilen. keit und Beschränktheit, anderseits kraffer Neid nnd Egoismus. Ja gewiß, der preußische Feudalismus, der bei jeder Gelegenheit, bald offen, bald versteckt, seine Pfeile wider Israel zu dieselben Hochhalten zu einer Zeit, da allerlei Stürme und Wetter Schmutz und Schlamm aufwühlen aus seichtem Grunde." „Voll, gedrückt und gerüttelt voll ist das Maß von Verengenden liebt, er ist um kein Haar beffer, als die Söhne; brechen, welches angeblich ,christlicher? Zionseifer aufgehäuft Abrahams, Isaaks und Jakobs; wenn er sie in etwas überj hat seit vielen Jahrhunderten in der Welt; genug, übergenug trifft, so ist dies höchstens im Kapitel der Scheinheiligkeit und ist's der Barbarei, welche im Namen der Religion der Liebe Heuchelei der Fall. Man hat in den Debatten über den neuen an den mit fanatischer Wuth gehaßten Juden verübt wurde. Zolltarif sattsam sehen und bewundern können, wie diese Jn's Mittelalter zurück wollen wir nicht mehr steuern, um frommen Herren, die allesammt Riesen sind im Worte Gottes keinen Preis: Ter Grundsatz der Gleichberechtigung aller und auf den lutherischen Katechismus zehnmal schwören des? Confessionen, aller Religionen, dieses Princip, welches uns Tages, die öffentlichen Interessen, die Wohlfahrt des gemeinen j durch die Gedankenarbeit und das Märtyrerblut der Edelsten Volkes ebenfalls zehnmal des Tages ihrem Geldsacke unter-: unsers Geschlechtes erstritten wurde, soll über alle Anfechtung ordnen; man hat sich durch den Augenschein überzeugen können,! stehen; diese Fahne soll hochgehalten werden." wie sie gehandelt und geschachert gegenseitig, wie sie die Preise; der nothwendigsten Lebensmittel heraufgeschraubt, zum Schaden i Rumänien des armen Mannes, zur Mehrung des eigenen Fettes. Man! bat gehört, wie so befliffen sie sich zeigten, im Namen der bc-; Wien, 16. Januar. Der Budgetausschuß der reichsdrohten Sittlichkeit die Wein- und Bierwirthsche.sten mit gerätblichen Delegation erledigte heute das Budget des Miniradezu erdrückenden Steuern zu belegen — warum? Damit es; steriums des Auswärtigen den von den Regierungen vorgehernach Niemandem mehr einfalle, der eigentlichen Brutstätte j schlagenen Ansätzen gemäß. Im Laufe der Debatte erklärte des Alkobolteusels an den Leib zu gehen, der in's Enorme an-! der Minister des Auswärtigen, v. Haymerle, auf das Rundwachsenden einträglichen Branntweinproduktion der großen nordschreiben der rumänischen Regierung, betreffend die Beschlüsse deutschen Edelleute, Rittergutsbesitzer :c. :c. Man hat derder rumänischen Kammer in der Judenfrage fei seitens der nommen, wie diese Leute sogar die beste Absicht hatten, die {Cabinette eine Antwort noch nicht erfolgt. Seitens Oestermiseru, contribuens plebs den steuerzahlenden gemeinen Unter-! reich-Ungarns sei dies namentlich deshalb nicht geschehen, weil thanen wie einen Hund hinauszujagen aus Gottes freiem die österreichisch-ungarische Regierung mit den übrigen Mächten grünem Walde. > habe in Uebereinstimmung gehen wollen. Sollten die Mächte,