Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1878)
- Date
- 1878-11-12
- Page
- Seite 732 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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732 Bonn, 3. November. (Notizen.) Man schreibt uns'uns aus Leipzig schreibt, außer in der Gemeinde- und der aus Cassel: In' Nr. 40 Ihrer geschätzten Zeitung wird ge-^ Brody-Synagoge ein erhebender Gottesdienst auch in einem legenheitlich einer Mittheilung aus Münster, daß der Steuer- | öffentlichen Locale statt, bei welchem Herr Dr. David Asher einnehmer Herr Stalbaum daselbst zum Rechnungsrathe ernannt j die Predigten hielt und durch seine echt religiöse und worden sei, die Bemerkung ausgesprochen: „Vielleicht die erste' ergreifende Beredsamkeit sich den innigsten Dank der Theil- (Auszeichnung), die einem jüdischen Beamten zu Theil wurde. nehmer an diesem Gottesdienste erwarb. — Dem ist nicht also. Das frühere Mitglied des hiesigen israe-j Aus Konstantinopel wird geschrieben: Vorigen Freilitischen Vorsteheramts und dessen Secretär Herr S. Höxter, tag nach dem üblichen Vormittags-Gottesdienste in der Moschee auch Steuerbeamte, dann bei der Staats-Eisenbahn angestellt,! beschied der Sultan seine Flügel-Adjutanten aus der Nationalerhielt diese Auszeichnung schon vor längerer Zeit und ist gegenwärtig ein mit diesem Titel bei der Eisenbahndirection der Mainweser-Bahn in Frankfurt a. M. in hohem Ansehen stehender Königlicher Beamte. — Während der letzten hohen Feiertage fand, wie man garde — drei Türken, drei Griechen, einen Armenier, einen Bulgaren und einen Israeliten — vor sich und verlieh einigen von ihnen Ordens-Decorationen, während er die anderen zu einem höheren militärischen Grad beförderte. Letzteren stellte es der Sultan frei, sich diesen Grad beliebig zu wählen. Jeuilleton. Huldigung und Dank"). An die verehruugswürdigen hohen Bevollmächtigten zum Frieüens-Congrefse in Berlin 1878. Eine ehrfurchtsvolle Widmung von Rabbiner Dr. Leopold Stein, Prediger der nordamerikanischen „Wenend-Umen" zu FraiUfurt am Main. Preis Euch, die Ihr Europa's Heil berathen. Der Sänger zollt Euch Huldigung und Gruß; Auf düsteres Gewölk furchtbarer Thaten Strahlt siebenfarbig Euer Friedensschluß. Mög' Eurer Weisheit zukunftsvolle Saaten Erziehen Gott an stiller Zeiten Fluß, Und eine segensreiche Ernte nähren Tie Menschheit froh aus siebenfachen Aehren! Von Abend zeichnet Euer Schritt gen Morgen Die Bahn zu gleichem Recht, o welch ein Ruhm! Daß Wüsten blühn, wollt dankbar dort Ihr sorgen. Woher uns kam des Glaubens Himmelsblum; Daß unter'm Schatten Eines Baums geborgen Sei Islam, Christenthum und Judenthum. Die Drei in Eins verbrüdert — o wie wollen In dies Concert wir Beifall freudig zollen! Und dem Gedrücktesten in allen Landen Habt Ihr verbrieft sein heilig Menschenrecht; Wie dankt Euch, Ihr erhabenen Gesandten, In Ost und West der freie Gottesknecht! 1) Ter geehrte Herr Verfasser sendet uns dieses Gedicht mit dem Wunsche, es an dieser Stelle reproducirt zu sehen, dem wir hiermit entsprechen. Redaction. Nicht mehr in Ketten, nein! mit Liebesbanden Umschlinget ihn ein stärkeres Geschlecht — So sprach's der heil'ge Mann aus seinem Stamme: „Der Leopard soll ruhn einst bei dem Lamme".') Der Starke soll das Recht des Schwachen schonen, „Äeiit Vorzug!" sei sein Vorzug ganz allein! — J Seht hier im Raume, wo wir traulich wohnen,? Den Wärmemesser — Bild mag er uns sein; — j Denn also unter mächtigen Nationen 1 Verweilt ein Volk, gering und schwach und klein;; An ihm ermessen wir die Wärmehöhe, Wie unter großen Völkern Liebe stehe! — So baun wir auf das Wort, das dem Geschlechts Der Menschenkinder Gottes Mund verheißt:-) „Nicht durch Gewalt und nicht durch Heeresmächte, Nein, einzig und allein durch meinen Geist!" Wahrheit und Frieden einen sich dem Rechte, Ein dreifach Band, das nimmermehr zerreißt. Jahrtausende geschwunden sind auf Erden — Was Gott verheißen, wird erfüllet werden! Denn hört das dritte Wort, das uns entbieten Die alten Seher, herrlich, groß und hehr:-') „Ein Volk des Herrn, ruhn Völker einst in Frieden, Und lernen werden sie den Krieg nicht mehr; Zu Sicheln werden sie die Schwerter schmieden. Zu Winzermefsern werden Spies und Speer: Und Gott wird zwischen Nationen richten. Und sein Gesetz die Völkerzwiste schlichten." — l) Jesaius n, «. — r) Zacharias 4, 6. — 3) Jesaias 2, 3—5 Micha 4, 3.