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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-11-05 · Heft 45 (5.11.1878) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 45 (5.11.1878)
Date
1878-11-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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c m e i vl c Zeitung des Iudenthums. Cm uupartcüsches Organ für alles Wische Interesse. Drese Zeitung erscheint wöchentlich einma l in 2 bis 2'/- Bogen. Preis Vierteljährig 3 Mark. Inserate werden mit 20 Pf. für die Petitzeile oder deren / Raum berechnet. Alle Postämter und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Heraus gegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. In redactionellen Anaelegeuheiten wende man sich an vr. L. philipvsou in Bonn; hinsichtlich der Inserate an Zt. Moff« ia Leipzig und dessen Filiale« in Berlin, BreSlan rc. Ansrratr, welche bis Vvunerrtag erngehen, finden iu der darauffolgenden Nummer Berücksichtigung. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 42. Jahrgang. Leipzig, den 5. November 1878. Jß 45. Inhnkt. Leitende Artikel: Von der Autorität der Bibel. II. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Vom Rheine, Leipzig, Nienburg, Darmstadt. — Oesterreich-Ungarn: Lemberg. — Bosnien: Serajewo. — Großbritannien: London. — Rumänien: Bukarest. — Amerika: Netv-Aork. — Bonn: Notizen. Literarische Notizen. — Feuilleton: Ein Rabbinerseminar in Frankfurt a. d. Oder im Jahre 1763 (Schluß). — Seeligmann Bär Bamberger. — Eine gegenseitige Rettung (Forts.) £eiteilte <9CtI*tf;c£. Bonn, 30. October. Von der Autorität der Sibet. II. Wir erkannten also, daß, wenn auch die alte Jnspirationstheorie, die übrigens im Talmud nur von den fünf Büchern Mosts nachdrücklich geltend gemacht wird, daß vom ersten bis zum letzten Worte die in den Kanon aufgenommenen Schriften von Gott inspirirt seien, aufgegeben werden müsse, wir doch vor dem Glauben an die Gottesworte stehen, die in den biblischen Schriften als solche ausdrücklich bezeichnet werden. Wenn es an unzähligen Stellen heißt: „Gott sprach", „Gott redete", „Gott ließ schauen", „das Wort des Ewigen ward dem und dem", „so spricht der Ewige", so soll damit bezeugt werden, daß die darauf folgenden Aussprüche und Schauungen einer unmittelbaren Einwirkung und Eingebung Gottes entstossen sind. Nicht auf der Jrrspirationstheorie, sondern auf dem Glauben an dieses Gotteswort in der Bibel, wo es als solches ausdrücklich bezeichnet ist, beruht als dem ersten Momente die „bindende Autorität der Bibel". Wir sagen hier absichtlich die unmittelbare Einwirkung und Eingebung Gottes, nicht Offenbarung, um völlig klar und bestimmt zu sein, weil die Bedeutung des Wortes „Offenbarung" durch mehrseitigen Gebrauch verdunkelt worden ist und leicht als Maske gemißbraucht werden kann. Mit Recht sagt man, daß Gott sich auch in der Natur und in der Geschichte offenbare. Aber diese Offenbarung in der Natur und Geschichte wird erst durch die selbstständige Thätigkeit des Menschengeisles gefunden; sie drängt sich ihm durch Beobachtungen, durch Wahrnehmung und Vergleichung von Ursache und Wirkung, durch Erkenntniß des inneren Zusammenhanges, der Eingliederung alles Einzelnen in eine höhere Ordnung, in die Totalität auf; aber alles Dies ist nur Resultat des denkenden, des wahrnehmenden, urtheilenden und schließenden Menschengeistes. Anders verhalt es sich mit dem Gotteswort in der Bibel. Es wird uns als unter der unmittelbaren Einwirkung Gottes auf den einzelnen, dazu berufenen Menschengeist entstanden, übergeben; wir können darüber Nachdenken, daraus Folgerungen und Schlüffe ziehen, aber an sich soll es eine Eingebung Gottes sein. — Hieraus wird folgen, daß allerdings für manche Theile der heiligen Schrift die bindende Autorität, soweit sie aus dem Glauben an das Gotteswort fließt, in Wegfall kommt. Genealogische, chronologische, auch viele geschichtliche Erzählungen, selbst Bücher, wie z. B. das Buch Esther, werden hohen geschichtlichen Werth haben, werden als kostbare Ueberlieferungen unserer Vorzeit geachtet und verehrt werden, aber nicht die bindende Autorität göttlichen Wortes behalten. Das Buch der Sprüche wird für uns als eine Schöpfung wahrhafter Weisheit und tiefer Lebenserfahrung großes Ansehen und Gewicht besitzen, aber nicht, was wir als bindende Autorität des göttlichen Wottes bezeichnen. — lieber alles Dies macht Herr Profeffor Mangold in dem angeführten Vortrage einen Sprung. Er erweist die Unhalt-

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