Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1878)
- Date
- 1878-10-15
- Page
- Seite 664 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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.-■.jüisk« 664 richte an den Tagen nicht genöthigt werden sollen, wenn die-j nach der Bevölkerung ein sehr günstiges Verhältniß ist. An selben aus religiösen Zwecken von denselben zurückgehalten I der theologischen Fakultät, die 4! Hörer hatte, nahm selbstwerden , daß jedoch für jeden einzelnen Fall die Dispensation? verständlich nur die griechisch-orientalische Confession Theil. besonders nachzusuchen, bezw. zu ertheilen ist, es bei vor-^ Die juristische Fakultät hatte 103 Hörer, von denen 36 Juden, stehender Aenderung sein Bewenden behalten soll. i die philosophische 79, von denen 16 Juden. Man ersieht Euer Wohlgeboren wollen hiervon die Mitunterzeichner hieraus, daß die Mehrzahl der jüdischen Studirenden an hieder Eingangsbezeichneten Beschwerde in Kenntniß setzen. An den Rabbiner Herrn I>r. Hollaender, nebst Genosien, Posen, den 24. April 1877." siger Universität sich der Jurisprudenz zuwenden. Pest, im September. (Privatmitth.) Nur als toleranz kann es betrachtet werden, daß am ersten Neujahrslag Jn- Ein ähnlicher Bescheid ersolgte auf eine Beschwerde des ein Finanzwach-Commisiär in alle Trafiken ging, deren Eigen- Vorstehers der Synagogengemeinde Graetz an die Königliche thümer Juden sind, und ihnen austrug, ihre Läden an den Regierung in Polen mit dem Zusätze, daß diesem Bescheide! Neujahrstagen nicht geschloffen zu halten, da sie sonst bestraft gemäß der Stundenplan abzuändern wäre.! würden; als Ursache wurde angegeben, daß das Aerar ge- Trotz dieser günstigen Bescheide hat eine paritätische Schule,! schädigt würde, wenn eine Anzahl Trafiken zwei Tage geschlossen besonders verschiedener Nationalitäten, wie sie meistens in! bliebe. Den Finanz-Norschristen zufolge sind die Trafikanten dieser Provinz bestehen, so viele Jnconvenienzen für jüdische! wohl verpflichtet, auch an Feiertagen zu verkaufen — aber wir Lehrer und Kinder, daß es für jüdische Gemeinden nicht raths glauben nicht, bemerkt der „P. Lloyd", daß eine Anwendung sam ist, sich einer solchen anzuschließen. der Normen, wie sie in dem vorliegenden Falle beliebt ward, zu rechtfertigen sei. Betrachtet doch auch das Gesetz den esterreich-Ungarn. Äolomca (Galizien), 27. Sept. (Lemb. Jsr.) Bei der am 24. vorgenommenen Constituirung des hiesigen Gemeinderathes wurde der Landesadvocat Dr. Max Fruchtenberg einstimmig zum Bürgermeister der Stadt gewählt. Wien, im September. Eine großherzige Spende hat Neujahrstag als einen erceptionellen, insofern als an demselben ein Israelit nicht vor Gericht citirt werden darf. Bosnien. Sarajewo, im Sept. Die lange Zeit gesperrt gewesenen einer der jüngsten Söhne Oesterreichs, der erst vor Kurzem in!jüd. Beihäuser sind seit Einzug der österr. Truppen wieder unseren Staatsverband getretene Baron Hirsch den verwungeöffnet und werden von jüdiscben Soldaten zahlreich besucht, deten Kriegern seines neuen Vaterlandes gewidmet, nemlich Die zur Thora aufgerufenen Krieger haben Gomel gebenscht 100,000 Francs, welche Summe dem österr. patriotischen! (den Dankspruch für Errettung aus der Gefahr.) Der Ober- Hilssvereine bereits ausbezahlt wurde. — Wie der Minister j rabbiner trägt allsabbatlich das Gebet für das österr. Kaiscrdes Auswärtigen Graf Andraffy einen österreichisch-ungarischj haus vor. rumänischen Handelsvertrag schloß, in welchem den österreich- Bihacs, im September. Bon hier schreibt' dem „Riaungarischen Staatsangehörigen jüdischer Religion in Rumänien! gyar Hirado" ein israelitischer Eombattant vom 24. d. M.: die gleichen Rechte entzogen wurden, so hat er sich auch be-^ Es wohnen in Bihacs 15 israel. Familien. mit diesen werde eilt, die Unabhängigkeit Rumäniens factisch anzuerkennen,! ich an den hohen Festtagen das Bethaus besuchen. Letzteres nemlich durch die Annahme eines rumänischen Botschafters, ist bei der Beschießung von einer Kugel getroffen worden, bevor dieses Land noch die zweite Bedingung des Berliner Vertrages, die Gleichstellung aller Culte zu erfüllen auch nur die geringste Miene gemacht hat. Das Beispiel der italienischen Regierung hat bei dem Grafen Andraffy nichts gefruchtet. Wohl bekomme es! Czernowitz (Bukowina), im Sept. (Privatmitth.) Von der vor zwei Jahren eröffneten Franz-Josephs--Universität allhier wird Wohl eine Notiz hinsichtlich der Theilnahme jüdischer Studirender an ihr nicht unwillkommen sein. Die Universität befaßt bisjetzt nur drei Fakultäten, die theologische, juristische und philosophische, und veröffentlicht alle halbe Jahre eine statistische Tabelle über die Frequenz. Im Sommersemester 1878 studirten 223 Hörer an ihr, worunter 52 Juden, was Rumänien. Botluschan, 27. Sept. (Privatmitth.) Als Vorzeichen wie die Herren Rumänen geneigt sind, den Berliner Congreßbeschluß, in Betreff der Gleichstellung der hiesigen Glaubensbrüder, auszuführen, mag der vor einigen Wochen an die Tabakspächter ergangene strenge Minister»lerlaß: Alle Juden vom Tabaksverschleiß zu entfernen, erweisen. Heute wird in Bukarest die Kammer eröffnet, und die schamlose rumän. Preffe arbeitet im Voraus, indem sie Brand- und Schmähartikel gegen die Juden schleudert. —