Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1878)
- Date
- 1878-10-15
- Page
- Seite 663 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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663 hatte er das Schächteramt länger als 40 Jahre hier mit Pflichteifer bekleidet. Sein Leichenbegängniß gab von der großen Beliebtheit Zeugniß, deren er sich bei Juden und Christen erfreute. — Herr Banquier Alexander gehörte zu den achtbarsten und wohlthätigsten Mitgliedern unserer Gemeinde und wirkte etwa 20 Jahre lang als Vorsteher derselben mit außerordentlicher Hingebung und Gewissenhaftigkeit. Auch dem hiesigen Talmud-Thora-Vereine widmete er als Vorstand seit längerer Zeit seine Kräfte und förderte die Jnteresien desselben hundert hindurch bewiesenen Pflichttreue zu verleihen geruht habe. Eine gleiche Anerkennung wurde Herrn Kusel auch von Seiten unserer ftädischen Behörde zu Theil, welche ihm „in Anbetracht seiner treuen 50jährigen Dienste in dem Bankhause Adolph Meyer Hierselbst" das volle Bürgerrecht hiesiger Stadt crheilte und die Zahlung des Bürgergewinngeldes erließ. Zu Ehren des Jubilars veranstalteten die gegenwärtigen Inhaber des mehrgedachten Bankhauses, die Herren Commerzienrath Siegmund Meyer und Emil Meyer, ein Festmahl, an welchem mit der größten Uneigennützigkeit. In religiöser Hinsicht der j außer den Freunden und Bekannten des Herrn Kusel auch conservativen Richtung angehörend, war er doch höchst tolerant unser Stadtdirector Rasch, der General v. Slicher, der Geh. gegen Andersdenkende. Somit konnte es nicht fehlen, daß ihmj Regierungsrath Karmarsch, der Professor Osterley und andere die Achtung aller Derer, die mit ihm zu verkehren Gelegenheit; hervorragende Persönlichkeiten Theil nahmen. Möge der Jubilar hatten, in vollem Maße zu Theil wurde. Dies zeigte sich > sich dieses seines Freudennnd Ehrentages als Frucht seines denn auch bei dem überaus großen Leichengefolge, welches aus! rühmlichen Wirkens hoffentlich noch recht viele Jahre hindurch Juden und Christen bestand und unter welchen letzteren wir j in rüstiger Gesundheit und geistiger Frische erinnern, unter anderen bervorragenden Persönlichkeiten unseren früheren j In Lüneburg ist dem jüdischen Religionslehrer auch für Cultusminister Lichtenberg und den Reichslagsabgeordneten und i das laufende Jahr von dem Landesdirectorium eine Alterszugeheimcn Regienmgsrath a. D. Dr. Brüel bemerkten. Durch läge aus den Mitteln des Provinzialfonds bewilligt worden, seinen Tod hat die ganze Gemeinde einen recht herben Verlust j Wie neulich in Münden eine Synagogeneinweihung statterlitten und dürfte derselbe im Vorstande nicht so leicht zu er-Fand, über welche bereits in diesen Blättern berichtet worden setzen sein. Zum Andenken an den Verstorbenen haben seine j ist, so stehen in unserer Provinz noch irn Lause dieses Monats Söhne dem hiesigen israelitischen Wohlthätigkeitsvereine die! ähnliche Feierlichkeiten bevor, in Lingen und in Geestemünde. Summe von 1200 Mark zu kommen lasten. j In Gifhorn hat vor Kurzem die Wahl des bisherigen Sonnabend den 14. d. M. wurde inmitten unserer Ge-! Bürgervorstehers Julius Friedberg zum Senator der dortigen meinde ein in seiner Art seltenes Jubiläum gefeiert. An dem-j Stadt die Bestätigung von Seiten der Regierung erhallen, selben Tage waren es nämlich 50 Jahre, seitdem ein wegen! Es ist dies unseres Wistens der erste Fall, daß in unserer seiner Bescheidenheit, Ehrenhaftigkeit und Bildung in allge-! Provinz einem Juden ein solches Ehrenamt übertragen wurde, meinster Achtung stehendes Gemeindemitglied, Herr Selly! Auö der Provinz Piscn im Setober. (Privatmitth. Kusel, in das Bankhaus Adolph Meyer Hierselbst eintrat, in j Nachdem der Rabbiner, Herr Dr. Hollaender, mit mehreren welchem er, nachdem er seinen Principalen in drei aufeinander; Gemeindemitgliedern in Wreschen an den Herrn Minister der folgenden Generationen seine Kräfte in Hingebung und Treue! geistlichen Angelegenheiten eine Beschwerde eingereicht hatte, weil gewidmet, wie seit 33 Jahren so noch jetzt als Procurist thätig! man die dortigen jüdischen Lehrer an der paritätischen Schule ist und sich des größten Vertrauens erfreut. Schon vor 14 j an Sabbathen und jüdischen Feiertagen zu unterrichten und die Tagen, als der Jubilar seinen siebzigsten Geburtstag feierte,! jüdischen Kinder zur Theilnahme an dem Unterrichre an den erhielt derselbe mannigfache Beweise der Hochachtung und An-! genannten Tagen nöthigen wollte, erfolgte nachfolgender Beerkennung, die ihm in weiten Kreisen gezollt wird; der Tag i scheid der Königlichen Regierung zu Posen: aber, an welchem er sein Berussjubiläum beging, sollte ihm zu einem wahren Fest- und Ehrentage werden. Abgesehen von den Adresten, welche ihm die hiesige Handelskammer und der kaufmännische Verein zukommen ließen, von den vielen Gratulationsbesuchen, die er selbst aus den höchsten Ständen erhielt — es fanden sich allein drei Generale ein —, von der großen Anzahl von Depeschen, Briefen und Geschenken, welche bei ihm eingingen, hatte er sich auch einer Auszeichnung von allerhöchster Stelle aus zu erfteuen, indem sich unser Polizeipräsident, Herr v. Brandt, bei ihm einstellte und, in einer warmen und ergreifenden Ansprache seine Verdienste würdigend. „Der Herr Minister der geistlichen Angelegenheiten hat uns mittels Rescripts vom 10. d. M. Nr. 6707 III ermächtigt, Sie aus die an denselben unterm 10. September pr. gereichte Beschwerde, betreffend den Sonnabend-Unterricht für Lehrer und Kinder jüdischer Religion an der dortigen paritätischen Schule dahin zu bescheiden, daß, nachdem die Ausführung unserer Verfügung vom 20. Juli pr. Nr. 3478 76 IL a bereits mittels Verfügung vom 12. September pr. Nr. 5589/76 und vom 9. December pr. 6510 76 II a dahin modificirt worden ist, daß 1. Die dortigen jüdischen Lehrer nicht anzuhalten sind. ihm den Kronenorden vierter Clazze überreichte, den Se. Maan Sabbathen und jüdischen Feiertagen zu unterrichten, jestät der Kaiser ihm in Anerkennung seiner ein halbes Jahr-! L. Die jüdischen Kinder zur Theilnahme an dem Unter-