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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-09-25 · Heft 115 (25.9.1838) · p. Seite 465

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 115 (25.9.1838)
Date
1838-09-25
Page
Seite 465 (sequence 3)
Language
German
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465 zu retten. Mit dsnnerahnlichem Gefache stürzte eine ganze Mauerbkegung, deren Grundfesten zertrümmert waren, zusammen, und zerschmetterte in ihrem gewaltigen Falle, als wie zur Rache, den Widderkopf l Einen Augenblick standen die Kampfenden stumm und regungslos; allem da tönt von der Mauer herab eine bekannte Stimme, eine kühne Gepalt in jüdischem Schmuck und Waffenrüstung wird durch den aufwartswallenden Staub sichtbar, und wie von einem Geiste beseelt, raffelt die Schaar Elcazars mit hochgeschwungenen Schwertern und erhobenen Lanzen in die Maueröffnung. Antipater war es, der mit raschem Entschlüsse die Bestürzung der Feinde benutzen wollte, und jetzt siegsahnend die Stimme erhob, um die Seinen zur Nachfolge aufzufordern. Wol stürmten die Aegypter racheschnaubend gegen ihn an, wol nahte der Tod in hundert Gestalten dem kühnen Manne, allein der Vorsehung Walten und die Kraft seines ritterlichen Armes beschirmten ihn vor jeder Gefahr. Ehe die Feinde ihn zu überwältigen, oder auch nur zurückzudrängen vermochten, stand schon Eleazar an seiner Seite, und verwandelte die Vertheidigung in Angriff. Scheu wichen die Nächsten vor dem Blitz seines muthkgen Auges zurück, und die herkulische Stärke seiner Glieder brach bald rings um den Feldherrn Bahn. Dann folgte die ganze Schaar, und der Kampf entwickelte sich bald hinter der Mauer. Zwar warf sich hier fast die gesammte Macht der Aegypter den Eindrkngenden entgegen, zwar schwankte der Kampf wie eine empörte Fluth, hin und zurück, aber eben durch das Zusammenziehen der Besatzung an einer Stelle, wurden die Mauern von Vertheidigern entblößt, und allenthalben eingenommen. Von der linken Seite her rauschte plötzlich ein Pfeilregen herab, und die luftigen Gestalten der Araber wurden sichtbar; rechts tönte Hülftruf und Getünimel aus der Stadt, und die Aegypter sahen sich bald darauf im Rücken von den Syrern angegriffen. Widerstand gegen den erbitterten, siegestrunknen Feind war unmöglich; was sich retten konnte, rettete sich, und unter den Uebrigen hielt das Schwert eine furchtbare Ernte. Noch ehe die Sonne sich zum Untergange neigte, umarmten sich die beiden Feldherrn als Sieger auf dem leichenbedeckten Kampfplätze. Die Stadt mit ihren bedeutenden Vorrathen bot den Siegern eine reichliche Erquickung für die gehabten Anstrengungen. Doch gönnte Mithradates den Seinen nur eine kurze Rast, denn immer beunruhigender lauteten die Nachrichten über Casars Lage. Auch ward es ringsum unruhig im Lande, und wenn man noch lange säumte, stand zu befürchten, daß der Kampf um. Pelusium nur ein schwaches Vorspiel von den noch bevorstehenden Kämpfen seinwürde. Vornehmlich die m Aegypten ansässigen Juden erhoben sich treu dem bisherigen Landesherrn gegen die Fremdlinge, und hier, mitten im feindlichen Lande unter einer aufgereizten Volks- Masse, wäre der Syrer Grab geöffnet gewesen, hatte nicht Antipaters Ueberredmrg die Glaubensgenossen aus Feinden zu Freunden umgewandelt. Aber der jüdische Feldherr, mit seiner' offenen freien Stirn, seinem kräftigen biedern Worte, und vor allem durch einen Brief des Hohenpriesters, den er bei sich trug, fand überall Eingang, in Kurzem sogar Unterstützung. Die reichen Juden boten den Landsleuten willig ihre Güter und Vorräthe, nachdem sie vernommen, Casar wolle nicht herrschen, sondern die königliche Familie. (Fortsetzung folgt). M i s c e l l e. Vor Kurzem las man in der Berliner Zeitung folgende Danksagung: Auch unserem Institute hat der ehrwürdige Greis, der Herr Prediger vr. Karl Witte, fünf und zwanzig Thal er mit den Worten übersandt: „von früher mühsam für mein Atter Erworbenen, „jetzt (im 71sten Lebensjahre) durch mancherlei Entsagungen Ersparten, als eisernes Capital ,,füc das jüdische Waisen-Erziehungs-Institut.^ Indem wirFdies mit allem gebührenden Danke zur öffentlichen Kenntniß bringen, können wir uns nicht der freudigsten Rührung über dwse uns gewordene Gabe enthalten. Möge der himmlische Vater den, ehrwürdigen Greis zur Ehre der Menschheit noch lange am Leben und bei ungeschwächter Gesundheit erhalten, und die Bande brüderlicher Theilnahme zwischen Christen und Juden immer fester schlingen, auf daß immer mehr erkannt werde, daß wir Alle Einen Vater im Himmel haben, der uns Alle zu gleichem Erbarmen berufen hat, gegen alle die, welche unserer Hülfe bedürfen. Berlin, den 15. Juli. Der Vorstanddes jüdischen Waisen-Ecziehungs-Jnstituts. Baruch Auerbach..

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