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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-09-03 · Heft 36 (3.9.1878) · p. Seite 572

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 36 (3.9.1878)
Date
1878-09-03
Page
Seite 572 (sequence 12)
Language
German
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572 auch Ansprüche unserer Weisen ansührt, es aber verschmäht, wie jetzt so viele jüdische Prediger thun, seine Predigt mit einer Menge von Midraschstellen auszuputzen, welche jeden richtigen Gedankengang verhindern und nur tvie mit einem Kaleidoskop das Auge der Phantasie reizen. — Eines recht brauchbaren Buches j eines Glaubensgenossen wollen wir hier kurz erwähnen: „Der! Schlüssel der einsachen und doppelten Buchführung. Leicht- > faßliche Methode für Selbstunterricht, Schule, sowie zur Ein-! richtung und Führung der Geschäftsbücher, practisch anwendbar bei jeder Unternehmung. Neueste abgekürzte Art von Pr. S. Bloch; Pest, Goldstein 1878." Es werden in demselben von den zu führenden Büchern Beispiele gegeben und dazu Erläuterungen, die die Führung eines jeden einzelnen Buches sehr klar machen. — Breslau, 20. August. (Literarische Notiz.) An unseren allseitig hochgeschätzten, gelehrten Mitbürger, Herrn j Rabbiner, Profeffor Dr. I. Levy, ist von einem rühmlichstj bekannten Verleger in New-Iork dringend die ehrenvolle Aufforderung ergangen, sein neuestes Werk: „Neuhebräisches und chaldäisches Wörterbuch über die Talmudim und Midraschim, nebst Beiträgen von Prof. Di-. Fleischer", ins Englische übersetzen zu lassen, damit durch eine Uebersetzung dieses vortrefflichen Werkes in's Englische die Benutzung desselben für Amerika und England erleichtert werde. Aus dem gedachten Briefe geht hervor, daß bereits in New-Aork Anstalten zu der beregten Uebersetzung getroffen werden. Es freut uns außerordentlich, daß dem ebenso anspruchslosen als hochverdienstvollen Gelehrten selbst von jenseits des Oceans ein so glänzender Beweis der Theilnahme an seiner Riesenarbeit zugegangen ist, und wird derselbe ihm hoffentlich eine neue Ermunterung sein, sein großartiges Werk mit Lust und Liebe recht bald zu Ende zu führen, was wir sowohl in seinem eigenen, als auch in dem Jntereffe der Gelehrtenwelt von ganzem Herzen wünschen. E—n. eniffetou. jimb unter Anderem bei offiziellen oder privaten Diners stets j einen Mr. Disraeli bei Tische hat *), so könnte es schon geschehen, daß er die Bosheit übt, den Herzogstitel aus jjer Hand der Königin schon deshalb anzunehmen, weil er fich sein ganzes Leben hindurch mit dem Gedanken belustigen könnte, cs in seiner Gewalt zu haben, für England jüdische Herzoge zu schaffen. Weder in diesem Lande, noch in größeren Staaten haben es die Juden ungeachtet ihres immensen Einflusses vermischtes. Disraeli als Herzog von Cypern. Dem N. P. I. meldet sein Londoner Correspondent vom 10. d.: Halb im Scherz und halb im Ernst wird der Earl of Beaconsfield seit gestern im Volke Herzog von Cypern genannt, womit die Zufriedenheit ausgedrückt werden soll, die der brillante politische Zug des Premiers in England hervorruft. Der Scherz bezieht sich auf den "Namen, da es hierj zu einem höheren als dem Baronstitel gebracht. 'Nur in Porzulande nicht üblich ist, von Ländern und Gebirgen hergelei- > tugal soll angeblich ein Jude zum Grafen gemacht worden sein, tete Phantasie-Titel wie Sabalkansky zu verleihen. Der Ernst; dessen Nachkommen gegenwärtig in Frankreich residiren. betrifft jedoch die Sache insoferne, als schon seit Wochen be-1 (In Italien giebt es jetzt zwei oder drei Grafen jüdischer kannt ist, die Königin wolle ihrem ersten Minister bei seiner j Religion. Auch hierbei könnte darauf hingewiesen werden, daß Rückkehr vom Congresse den Herzogstitel antragen. Da man! die türkische Welt immer aufgeklärter gewesen, als die christweiß, wie lange sich Disraeli gesträubt hat, den Titel anzunehmen, den er heute führt und den seine Gemahlin vor ihm geführt hat, so ist es zweifelhaft, ob er sich nun werde zum Herzog machen lassen. Geschieht aber das Letztere gegen alle Erwarliche noch heute ist; denn der Sultan Selim II. machte bei seinem Regierungsantritt den Joseph Nassi zum Herzog von Naros und von zwölf cykladischen Inseln, so daß er nur einen geringen Tribut zu zahlen hatte. Derselbe erließ auch seine tung dennoch, dann entsteht eine interessante Frage, die jetzt j Befehle mit den Worten: „Wir, Herzog des egäischen Meeres, schon manchem englischen Frommen Kopfweh verursacht. Wird , Herr von Andros" ec. Uebrigens sind wir durchaus keine nämlich Beaconsfield feinen Herzog- oder selbst blos seinen Prinzipienreiter, um des Prinzipes willen irgend ein Gewicht Grafentitel an die lebenden jüdischen 'Mitglieder seiner Fadarauf zu legen, daß ein Jude Herzog, Graf oder Freiherr milie vererben wollend "Nichts steht dem gesetzlich entgegen,, werde. Der Adel, fei es Geburt-, Verdienst- oder Geldadel, es würde aber kein geringes Aufsehen machen, wenn England J ist keine jüdische Institution. Das uralte jüdische Recht ist jüdische Herzoge oder Grafen bekäme. Ta Lord Beaconsfield! die Gleichheit vor dem Gesetze.) selbst wohl leine Kinder hat. mit seinen, dem Glauben ia ] ,, (talbtn, Wc Wahrheit dieser Angade st-rl d-zn--!seln Väter treu gebliebenen Verwandten jedoch ziemlich viel verkehrt zu müssen. Die Redaction.

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