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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-08-06 · Heft 32 (6.8.1878) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 32 (6.8.1878)
Date
1878-08-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung -es Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. i Diese Zeitung erscheint wöchentlick»! einmal in 2 bis 2Vi Bogen. Preis | i Vierteljährig 3 Mark. Inserate werden | mit 20 Pf. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Postämter und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Heraus gegeben von Rabbiner Pr. Ludwig Philipps-« in Bonn. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. In redaciionellen Angelegenheiten!! wende man sich an l>r. £. philipxson in! Bonn; hinsichtlich der Inserate an TU. j -»oste in Leipzig «u»dessen Filiale» in Berlin. BrrSlau :e. >! Inserate, welche bis vonnerntag eingehen,! finden in der daranssolgenden Nummer! Berücksichtigung. I Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 42. Jahrgang. Leipzig, den 6. August 1878. Jß 32. Inhskt. Leitende Artikel: Eine Friedensstimme. — Die Gleichstellung und die Religionsfreiheit vor dem Congresse zu Berlin. — Literarischer Wochenbericht. —Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, München, Aus dem Schweinfurter Gau. — Italien: Hannover. — Holland: Amsterdam. — Großbritannien: Manchester, London. — Amerika: Syracusa. — Bonn: Notizen. Literarische Notizen. — Feuilleton: Correfpondenz: Ruhrort (Schluß). — Schlesisches. «feilende (dCthiicf. Bonn, 1. August. (Eine Friedenskimme. j lichung. Dann geziemt es sich auch, dem Hochmuth entgegenj jutreten, der den Werth und die Höhe unserer immer nur i noch halben Civilisation überschätzt. Und endlich ist jene! Meinung doch das Endresultat jeder wahrhaft religiösen und ' sittlichen Anschauung, wie sie bereits aus dem Munde der! Propheten Israels erklang, daß einst die Zeit kommen werde (wir können auch sagen „müsse"), wo Gott (d. i. das göttliche Wir nahmen in diesem Blatte öfter Gelegenheit, unsere! Recht der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens) richten Ansicht dahin auszusprechen, daß, so lange die civilisirten wird zwischen den Völkern, daß sie nicht mehr den Krieg er- Völker noch bis an die Zähne bewaffnet einander gegenüberlernen, sondern umschmieden die Schwerter zu Sensen, die stehen, die Grenzen ihrer Länder gegen die Nachbarn mit Lanzen zu Winzermeffern (Jesajas 2, 4; Micha 4, 3). Wir einem schützenden Gürtel von Festungen besetzen, sich bereit; haben also hier eine echt jüdische Anschauung. Hatten nun halten, jede streitige Frage mit dem Schwerte auszusechten, j deren Träger den Muth, dies als eine göttliche Verkündigung und nach dem Rechte der Eroberung Stücke des anderen sichj mitten in den Stürmen der asiatischen und ägyptischen Desanzueignen, daß sie so lange noch trotz der Civilisation mitten: potien auszusprechen, wie sollte er uns sehlen, mitten in einer in der Barbarei stecken. Es versteht sich von selbst, daß auch• doch immer großartigen Phase der Civilisation, welche den wir bei der Aeußerung dieser unserer Ueberzeugung nicht die j Rechtsstaat begründete, der allein auch das Fundament für geringste Einwirkung auf den thatsächlichen Zustand der Dinge} ein allgemeines internationales Rechtsverhältnis in der ganzen voraussetzten. Können doch andere Verhältniffe nur aus einer j Völkerfamilie abzugeben vermag. Das Spötteln und Achselweiteren Entwicklung der Gesammtheit hervorgehen, einer Ent-! zucken über Friedensfteunde und Friedensvereine darf den Wicklung, zu welcher die maßgebenden Kreise bisjetzt noch am wenigsten geneigt sind, der die zu neuer Energie erwachte Nattonalitätensucht eher hindernd und neue Schwierigkeiten ernsten Freund der Humanität nicht abschrecken, sobald er sich des allerdings manchmal lächerlichen Geivandes enthält, in welchem gewiffe Apostel des Friedens vor einiger Zeit aufschaffend, als etwa förderlich ist, die also erst in einer späteren! ttaten. Zukunft sich ergeben kann. Um so weniger aber darf die! Um so mehr erfteut es uns, wenn wir von Zeit zu Zeit offene Aussprache solcher Ueberzeugung zurückgehalten werden. Denn ttotz Allem schlummert dieselbe in unzähligen Gemüthern die Stimme eines entschiedenen und erprobten Mannes vernehmen, der dieselbe Anschauung nicht aus der Stille der und hat hierin eine lebendige Bürgschaft einstiger Verwirkphilosophischen Zelle oder aus den Träumen einer dichterischen

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