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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-07-30 · Heft 31 (30.7.1878) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 31 (30.7.1878)
Date
1878-07-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse.! Diese Zeitung erschein! wöchentlich > i einmal in 2 dis 2*/. Bogen. Preis; Vierteljährig 3Marl. Inserate werden j mit 2ü Ps. iür die Periizeile oder deren Raum berechnet.! ilüe Postämter und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. I Hera usgegeben von Rabbiner I)r. Ludwig Philippson in Bonn. Berkag von Baumgartner'S Buchhandlung in Leipzig. In redacrienellen Angeleaenbelten > wende man fich an I'r.L. pdiliimsau in Bonn; hinstchtlich der Inserate an 2t. s 2Solr« in Leimig und denen Filiale« in Berlin. Breslau :c. Inserate, welche bis vonnrratag rinzeben, finden in der daraussolzenven stummer Berücksichtigung. Beilagen werden mir 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 42. Jahrgang. Leipzig, den 30. Juli 1878. 31. InKstr. Leitende Artikel: Das hundertjährige Jubiläum des „Nathan der Weise". IV. — Der Sieg durch den Cvngreß. — Petersburger Briefe. III. — Zeitungsnachrichten: Deutschl and: Berlin, Hannover. — Oesterreich-Ungarn: .strakan. — G roßbritannien: London. — Rußland: Kalisch. — Rumäni en: Bukarest. — Bonn: Notizen.. — Feuilleton: Lorresponden;: Ruhrort (Forts.). ^.crtelic)e (Ä.rlllre! Bonn, 24. Juli. Das hundertjährige Jubiläum des „Nathan der Weise". IV. Als Lessing starb, war er so arm, daß sein Begräbniß Rietschl stellte seine berühmte Bildsäule (1853) mit eigenen großen Opfern her, da er für dieselbe nur 1300 Thlr. Entschädigung erhalten konnte. Ein Grabdenkmal wurde erst 1874 durch das Braunschweigische Hoftheater errichtet und besteht in einer Stele mit Lessing's Kopf. Nicht ganz verschweigen wollen wir, daß selbst die Beerdigung Lesstng's nicht geringe Schwierigkeiten bot, da man von gewisser Seite her nicht verschmäht hatte, sogar den Pöbel aufzuregen. Die Ursache dieser Ungunst lag vorzugsweise — im Nathan. Hatte doch nach Einen Gedenkstein Mittel vorhanden. auf seine Gruft zu stellen, waren und erst nach längerer Zeit kam auf Kosten des Herzogs von Braunschweig stattsinden mußte, dessen Erscheinen Niemand den Muth, ein günstiges Urtheil feine über dieses deutsche Meisterwerk, dem hinsichtlich seines Inhalts durch keine Nation ein ähnliches an die Seite zu stellen hat, öffent- Campe's Vermittelung eine Platte aus sein Grab. Dabei lich auszusprechen. Selbst Herder ließ seine Anerkennung nur hatte Lesstng auf's Einfachste gelebt, ohne Familie, wenn auch j in vertraulichen Briefen zu Wort kommen. Woher dies? seine Geschwister ihn oft in Anspruch nahmen. Bald über- Weil die durch die Herausgabe der Fragmente und den siegwucherten Unkraut und Moos den Grabstein, so daß später reichen Kampf Lesstng's gegen Goeze ergrimmten Theologen, erst nach langem Suchen und Aufräumen die Stelle wieder zu welchen auch die damaligen Nationalisten wie Semler geaufgefunden wurde, wo die irdischen Reste des großen Denkers hörten, den Nathan benutzten, um Lessing als einen Feind und und Dichters ruhten. Durch die Bemühung des Reichssrei-! Verächter des Christenthums auch bei dem allgemeinen Publiherrn von Soden wurde 1796 ein einfaches Denkmal mit' cum zu verdächtigen und zu schmähen. Während;. B. der Lessing's Medaillon auf dem Platze vor der Bibliothek' zuj Nathan bei Lesstng's Lebzeiten keine neue Auflage erfuhr, Wolfenbüttel errichtet, bald aber wieder von dieser Stelle ent-. erschienen von einer nichtswürdigen Parodie in derselben Zeit fernt und ohne Unterbau auf den Hauptabsatz der Treppe im 1 vier Auflagen. Wir führen dies hier an, um dem Leser ein- Jnnern des Bibliothekgebäudes versetzt. Als in den vierziger j leuchtend zu machen, welch' eine That des befreienden Geistes Jahren zu einem würdigen Denkmale gesammelt wurde, ant-1 der Nathan war, welcher Muth, welche Hingebung an seine worteten von den 34 deutschen Fürsten — 30 ablehnend, und! Ueberzeugung dazu gehörte, den Nathan zu coneipiren, so ausnur die Fürsten von Detmold, Lippe-Schaumburg, Liechtenstein I zuführen und der Oeffentlichkeit zu übergebenUnd doch mußte und der Großherzog von Baden sandten kleine Beiträge ein.! es jedem Unbefangenen klar sein, daß Lessing nicht gegen das

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