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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-07-16 · Heft 29 (16.7.1878) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 29 (16.7.1878)
Date
1878-07-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung -es Judenlhums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal iu 2 dis 8V2 Bogen. Preis , BierteljähriA 3 Mark. Inserate werden! «it 20 Pf. für die Perirzeile oder deren , Raum berechnet. Alle Buch banrlnugen, Postämter und Zeirungs-Expediriönen > nehmen Bestellungen an. Heraus gegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. In rrdactienellen Angelegenheiten : . wende man sich an Dr.'i.'. Pdiliyvson in! 1 Bonn; hinsichtlich des Bezugs und der! Inserate an üanm-onuir'» Lllünmnolong inLeixziz. Jnseralr,welchebisvoanrrL- > lag cingcben. finden iu derdarauiiolzeuj den Ätummer Berücksichtigung. Beilagen werben mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnei. 42. Jahrgang. Leipzig, den 16. Juli 1878. 29. Irtbait. Leitende Artikel: Das hundertjährige Jubiläum des „Nathan der Weise". II.—Der Congreß.— Der erste iüdisch-galizische Gemeindetag (Schluß). — Der Culturkampf in der Menschheit. — Zeitungsnachrichten: D eutschland: Berlin, Königsberg, München, . zlau. — Oesterreich-Ungarn: Lemberg. — ^rankre dlotizen. Literarische Notizen. —Feuilleton: Corresp ondenz: Tie schwarzen Juden in Indien. XelteuOe ÖLdiftef. Bonn, 10. Juli. Das hundertjährige Jubiläum des „Uathau der Weise". II. Aus der Lebensgeschichte und den Werken und Thaten bedeutender Männer gewahren wir oft, daß gewisse Ideen schon in ihrer ersten Jugendzeit bei ihnen in Wort und Thal ssch kundgeben, die ste ihr ganzes Leben hindurch beherrschen und im Gange ihrer Entwicklung ssch ausgestalten. Es ist dies nicht eine Consequenz des Willens, sondern ihrer innersten Geistesnatur. So auch bei Lessing. Als neunzehnjähriger Jüngling (1748) versaßte er in Leipzig das Lustspiel „Die Juden", welches freilich alle Zeichen einer Jugendarbeit noch an stch trägt, Lustspiel nur durch eine gewisse komische Färbung an einigen untergeordneten Figuren ist, sonst aber einen ernsten Inhalt hat. Lessing führt darin einen feingebildeten und hochherzigen Juden vor, der zugleich gegen die Verachtung und Mißhandlung seiner Glaubensgenossen protestirt. Es war dies fünf Jahre, bevor er den jungen Mendelssohn in Berlin kennen lernte (1752). Er mochte in Leipzig während der Messen manchen tüchtigen Juden kennen gelernt und die schmähliche Weise, in welcher die Juden von Gesetz und Menschen behandelt wurden, beobachtet haben. Was ihn aber von innen heraus dazu bewogen haben mag, ist wohl der Gegensatz zu ch: Paris. — Rußland: Kalnch. — Rumänien: Galatz. — Sonn: . — Aus dem Volksleben mit seinen Licht- und Schattenseiten. VII. — aller Ausschließlichkeit, namentlich auf religiösem Gebiete, der in dem frei sich entfaltenden Geiste des Jünglings wach geworden. Das Lustspiel machte, vielleicht dieses Gegenstandes wegen am meisten, viel Aussehen und Michaelis in Göttingen schrieb eine Recension, in welcher er dem Lustspiele vorwirst, daß es völlig unwahrscheinlich sei, daß unter den Juden ein solcher Charakter existiren könne. Lesstng Vertheidigte sein kleines Werk hiergegen (1753) in einem eigenen Aussatze, worin er sagt: „Besteht man aber darauf, daß bessere Erfahrung und ein aufgeklärter Verstand nur bei einem Juden keine Wirkung haben könnten: so muß ich sagen, daß dieses eben das Porurtheil ist, welches ich durch mein Lustspiel zu schwächen gesucht habe; ein Vorurtheil, das nur aus Stolz oder Haß fließen kann." Man sieht also, daß Lessing sehr wohl wußte, um was es sich handle, und seine Absicht ihm sehr klar vorschwebte. Aber er konnte sich sofort eines größeren Triumphes freuen. Denn er schloß seinem Aussatze einen Brief Mendelssohns an Dr. Gomperz über die Recension Michaelis' an und konnte stch so auf die Erfahrung berufen, welche diese beiden Männer darboten. Gomperz war ein begüterter Mann, der aus Liebe zur wissenschaftlichen Thätigkeit Secretair bei Mauperluis war. — Wir müssen jedoch, um den Enttvicklungsgang Lessing's nach dieser Seite hin zu verfolgen, wieder zurückgreifen. Im Jahre 1751 schrieb Lessing die „Rettung des Hieronymus Cardanus" (geb. 1501, gest. 157a). Dieser lüch- | lige Mathematiker und Naturforscher hatte in seiner Schrift j „de subtilitate“ die heidnische, jüdische, christliche und moha-! medanische Religion nach einander ihre gegenseitigen Vorzüge 29

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