Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 42 (1878)
- Issue
- Heft 28 (9.7.1878)
- Date
- 1878-07-09
- Page
- Seite 446 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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446 hübsch geprägt, befindet sich in der Sammlung des Stadt-! rathes Herrn Benoni Friedländer in Berlin; ein zweites! differirendes Gepräge sahen wir bei dem Münzenhändler Weid-! Haas in Berlin, Größe ungefähr wie die alten preußischen! Zwölftel-Thaler. I Außer den vberwähnten Nothmünzen, deren Wohl noch mehre Vorkommen, gibt cs — in dem preußischen Antheil Polens insbesondere — Marken zum Behufe des Schlächterlohns, wie z. B. folgende: 8. ."jypn ns1>* Geflügel Fordon') 573, d. i. 5573 oder 1813 als Umschrift zwischen zwei Kreisen im innern Felde 6 Einseitiges zierliches Gepräge auf Messing, die Buchstaben auf der Rückseite vertieft. Größe 27 Millim. In unserem Besitz. Wir schließen vorläufig diese kurze Relation mit dem Wunsche, es mögen Besitzer ähnlicher Stücke freundlichst dieselben in Abdrücken der Redaction dieser Blätter mittheilen, um diese intereffanten Münzsorten noch nachträglich bekannt geben zu können. Ei. Vermischtes. Jstoczy und der „Wiener Spaziergänger." Der bekannte witzige „Wiener Spaziergänger" läßt sich auch über den Antrag des ungarischen Abgeordneten Jstoczy I) Fordon ist ein Städtchen in der Nähe Thorns. G. Wir möchten meinen, daß hier nicht das Städtchen Fordon zu verstehen, sondern „Pardon" zu lesen sei, womit früher bei den Juden die Kescher-Fleisch-Tare benannt wurde. R edaction. auf Wiederherstellung des jüdischen Reichs durch den ungarischen Reichstag vernehmen. Am Schlüße sagt er: „Doch glaube ich, daß Herr Jstoczy sich in einem Jrrthum befindet, wenn er die Juden für gar so überflüssig in Europa hält. Denn die Mehrzahl der Menschen braucht immer eine Minderzahl, die sie von Zeit zu Zeit ihren Uninuth fühlen laßen kann. Wenn die Juden wirklich nach Palästina gingen, so würden sich die übrigen Völker, sobald es ihnen nur irgendwie schlecht ginge, nach ihnen sehnen und zerknirscht ausrufen: ,Ach Gott, hätten wir nur wieder unsere Juden, daß wir sagen könnten, sie seien an Allem schuld!'" Schwärmerei. Vor einiger Zeit erschien, wie wir beiläufig bemerkten, eine Schrift des Dr. David Kaufmann, Lehrers an der neuen Rabbinerschule in Pest, in welcher dieser phrasenreiche Schriftsteller auf die Seite des Mordochai im „Daniel Deronda" tritt und das Verlangen, einen jüdischen Staat in Palästina aufzurichten, für ein, in den Geistern der Juden gegenwärtig vorherrschendes oder doch um sich greifendes ausgiebt. In Deutschland hat man diesem vereinzelten Versuch keine Aufmerksamkeit geschenkt, da er sich nicht wie sein Vorgänger, die ihrer Zeit bekannte Schrift des verstorbenen M. Heß, durch schönen Styl und pikante Wendungen auszcichnet. Anders in England, wo man die Uebersetzung besorgte und darin einen Triumph für George Eliot und ihre Anhänger sieht (siehe The Academy vom 20. April). Anzeigen. Die am 11. September 1868 dahier verstorbene Frau Dr. Betty iSoldschmidt, geborene Oppenheim, hat in ihrem Testament eine Stiftung errichtet, welche zur Aussteuerung dürftiger Mädchen bestimmt ist. Dieselben mäßen mit der Erblaßerin durch deren Geschwister in absteigender Seitenlinie verwandt und in einem Alter von 17 bis 37 Jahren sein. Es ist nicht erforderlich, daß dieselben bereits verlobt sind. Bewerberinnen, welche auf die diesjährige Aussteuerung Anspruch machen wollen, haben sich deßhalb vor dem I. August 1. I. schriftlich an die Unterzeichnete Stiftungs-Administration zu wenden. Frankfutt a. M. den l. Juli 1878. Iustizraih Dr. ifEanhayn. (f 5837.) ITIichael Oppenheimer, ,, «A Hötel de Save Omnibus am Bahnhof. TwT Bnrgstrasse Nr. 20 neben der Börse. (B. 3106)