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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-09-20 · Heft 113 (20.9.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 113 (20.9.1838)
Date
1838-09-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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si. 3-h-W-g. Allgemeine No. IIS. Zeitung des Zudeuthums. Ein unparlheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Conccssron.) Leipzig, den 02. September 1838. Zeitungsnachrichten. Berlin, 28. Aug. (Prlvatmitth.). Die „Gesellschaft der Freunde" hat ihren würdigen Vorsteher, Herrn M. Moser, durch den Tod verloren; es ist ein hartes Verhängniß, da er nicht allein die Zierde der genannten Gesellschaft, sondern auch ohne Widerrede, einer der ausgezeichnetsten, edelsten tatkräftigsten und gründlich gebildetsten aller jetzigen Juden war; er, dem ein Humboldt wörtlich sagte: „ec halte ihn für einen der ersten Gelehrten Berlins!" Schade, daß er sein vielseitiges Wissen nicht in einem Werke der Welt kund gethan. Doch wird er in dem Herzen Aller, die ihn je kennen gelernt, gewiß fortleben! (Wir wünschten sehr, daß eine tüchtige, befähigte Feder es unternähme, sein Andenken in einem Nekrologe auch in dieser Zeitung zu verewigen. Red.). Würzburg, 24. Aug. (Privatmitth.). Der Bau der hiesigen Synagoge schreitet rasch vorwärts, und bald wird zu den schönen Gebäuden Würzburgs auch ein prachtvoller jüdischer Tempel gehören. Vieles wird dann ohne Zweifel besser werden. Man hat die endliche Nealisirung dieses längst gehegten Wunsches nächst der hohen König!. Regierung auch mehren wackern Männern der Gemeinde zu verdanken, die mit einer lobenswerthen Beharrlichkeit viele Schwierigkeiten überwanden. —. Für das Rabbinat Burgpreppach ist nunmehr in der Person des Herrn Abr. Adler aus Kleinsteinach gewählt. —. Ich kann Ihnen die bestimmte Nachricht geben, daß von Seiten des hiesigen Oberrabbinen Herrn Bing auf das Rabbinat verzichtet worden. Er hat selbst den lobenswerthen Schritt gethan, es abzugeben. Er erhält 300 Fl.' als Entschädigung, und da er noch 870 Fl. vom Staate bezieht, so ist seine Existenz gesichert. Es steht demnach der Einteilung und Besetzung der Rabbinatsdistrikte unsres Kreises kein Hinderniß mehr im Wege, und bei der rastlosen Thatigkeit unsrer hohen K. Kreisregierung' läßt es sich nicht bezweifeln, daß in Bälde in den Cultusverhältnissen unseres Kreises große und wohlthatige Verbesserungen vor sich gehen werden. Möchten besonders die jüdischen Familienväter die Wichtigkeit dieser Wahlen erkennen, und nur die Würdigsten zu den Aemtern berufen! Schwerin a. d. Warthe, 30. Aug. (Privatmitth.). Nach einer vieljährigen Abwesenheit führte mich meine Lebensstraße einmal wieder hier durch. Welche wesentliche, herrliche Veränderungen traf ich hier! Wie hat sich auch hier Alles der Sonne der Humanität und der edelsten Gestaltung zugewendet! Daß ich nicht von Privaten und deren Streben nach Bildung spreche, sondern nur von der Gemeinde selbst. Es besteht hier seit 1831 unter der Leitung des von der K. Regierung zum Rector ernannten Herrn Meier eine Schule, welche vollkommen die Dienste einer tüchtigen Elementar- und Bürgerschule leistet, wo außer Herrn Meier noch drei Lehrer und ein Singelehrer ihre Kräfte auf's pflichtgemaßeste auswenden. Sie werden sammtlich gut salarirt. Der um das Gemeinde - wie Armenwesen sehr verdiente Vorsteher, Herr H. L. Krakau, thut sein Möglichstes, um die Schule zu heben, wozu er vom Herrn Oberpräsidenten der Pr. Posen die Unterstützung der hohen Regierung erbeten und zugestchert erhalten. Der Schulunterricht wird in einem eignen dazu erbauten, geräumigen Hause ertheilt, und der Ausgabeetat für die Schule ist jährlich circa 1000 Thlr. Die Angelegenheiten der Gemeinde sind sehr geordnet, und wird über sie von Allem und Jedem der hohen K. Regierung Rechenschaft gegeben. Die Ausgaben der Gemeinde werden aus dem sog. Pardongetde *) bestritten, welches verpachtet wird, in diesem Jahre für 1600 Thlr. Außerdem kommen noch die Gelder für die Mizwot ein, die freilich noch versteigert werden; damit wird der Zuschuß zum Schuletat, die sog. Rekrutensteuer bezahlt, und jährlich etwas zum Schuldentilgungsfonds zurückgelegt, was allein im letzten Jahre sich auf 200 Thlr. belief. Die Zeichnung zur höchst nöthigen Erbauung einer neuen Synagoge ist bereits bei der K. Regierung eingereicht, und man erwartet, daß die hiesigen Gemeindemitglieder alle ihre Kräfte ausbieten werden, die ja hinlänglich vorhanden, um den Bau baldigst und aus allen Kräften zu beginnen. Leider ist es noch streitig, ob die Stetten in der Synagoge gekauft oder vermiethet werden sollen, das Letztere wird von der Regierung verlangt, findet aber keinen Anklang, und liegt die Entscheidung noch vor. Die hiesigen Juden sind sehr betriebsam und fleißig: dies allein setzt sie in den Stand, die vielen Armen, die sich unter ihnen befinden, zu unterstützen. Wie ich höre, wird in diesem Augenblicke auch die Subscription für die jüd. theol. Facultät eröffnet. Gott öffne die Herzen! •) Fleischsteuer. Red.

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