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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-04-16 · Heft 16 (16.4.1878) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 16 (16.4.1878)
Date
1878-04-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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emeine Zeitung -es Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippjon in Bonn. Verlag von Baumgärtuer's Buchhandlung in Leipzig. Beilagen werden mit l Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 3k redaktionellen Auqelegcnheiien wende man sich an vr. £. vdilippso« in Senn; binfichtlich der 3nserare an R. Moffe in Leipzig und defscn Filialen in Beriia, BreSlanrc. 2nsrrale, weichobiS vounersi»? eingehen. finden »n der dar» auffolgendeu stummer Sernckstchtignng. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 vis 'ili. Bozen. Preis Bicrteliähria 2 2liark. Inserate werde» mir ln Ps. sür die Petirzeile oder deren rkamn berechnet. Alle Buchbairdlungen, Postämter und Zeilrrngs - iLxreditioneu nehmen Bestellungen an. 42. Jahrgang. Leipzig, den 16. April 1878. JV? 16. Anhalt. Leitende Artikel: Zum Pefsachfeste. — Anatekten. IV. und V. — Zeitungsnachrichten: Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest. — Frankreich: Paris. — Türkei: Konstantinopel, Bonn. - Serbien: Belgrad. — Rumänien: Wien. — Amerika: Washington. — Bonn: Notizen, Literarische Notizen. — Feuilleton: Die ersten Ansiedlungen der Juden in Hamburg. jE’elteitdo dJCthiiel. Bonn, 10. April. Zum pessachfefte. „Erhebet, ihr Thore, euer Haupt, erhebt euch, ewige Pforten: denn der König der Ehren zieht ein. Wer ist der König der Ehren? Der Ewige, allmächtig und siegreich, der Ewige siegreich im Kampfe'." (Ps. 24). Das ist eines der ewigen Thore, eine der uralten Pforten, dieses Peffachfest, zu denen einzieht der König der Ehren zum Volke der Menschen, oder auch umgekehrt, das Menschenvolk zu dem allmächtigen und siegreichen Weltgeiste, zu dem Seele und Körper befreienden Gotte, der Eines ist als Gott des Rechtes, siegreich im Kampfe, und als Vater der Liebe! Durch dieses Fest zog einst das geknechtete Israel zum Gotte der Erlösung ein; es war das Geburtsfest Israels, entscheidend für dieses, bedeutsam für das ganze Menschengeschlecht. Dies ist der Segen der Neuzeit, daß wir uns bewußt geworden, wie die Gegenwart sich anschließt an die früheste Vergangenheit durch eine lange Reihe von Ereigniffen, welche die verschiedenen Phasen der Entwickelung bedeuten! Und so wissen wir, daß jenes erste Bekenntniß unsres Volkes zum Einig-Einzigen der Ausgangspunkt geworden bis zu dem Kampfe unsrer Zeit über die höchsten Wahrheiten, über die tiefsten Erkenntnisse, die der Menschengeist zu erwerben vermag. Andere Volkerstämme drangen unter einem mulhvollen jugendlichen Führer aus dem Innern der Gebirge oder der Wüste, sich einen Sitz zu erkämpfen unter den Nationen, sich über sie zu ergießen, ihre Herrschaft immer weiter auszudehnen, bis diese an der Menge ihrer Unterworfenen und an der Ueberzahl ihrer Werkzeuge zerbrach. Nicht so Israel. Es feierte sein Geburtsfest als eine innerhalb eines fremden Landes zerstreute despotisch unterjochte Masse, kaum zusammengehalten durch eine verblaßte Tradition und durch eine Sonderung in Stämme. Die Schwere des Drucks mußte der Hebel werden, um diese ungeordnete und in einiger Beziehung entnervte Masse aus der Mitte ihrer feindseligen Herren zu heben und in die Wüste zu schleudern. Dafür sollte ihr ein Doppelstern aufgehen, der sie leiten und der ihr leuchten sollte durch alle Schrecknisse und Schwierigkeiten, die ihr noch bevorstanden: die Erkenntniß des Einig-Einzigen, die Gotteslehre, die keine Götter und keine Götzen duldet, und die Hoffnung auf das verheißene Land, darin die Grabstätten der Väter standen. Und zu diesem erhabenen Bewußtsein sollte Jever kommen, der auszog; es sollte ein freiwilliger Act des Bekenntnisses fein, eine selbstvollbrachte Weihe. Tage voran sollte der Familienvater ein Lamm wählen und für das Peffach bestimmen. Von dem Blute des Lammes sollte an die Schwelle und die Pfosten feierlich gesprengt, und zur bestimmten Stunde das Lamm von allen Gliedern der Familie verzehrt werden. Jecer Israelit sollte hierdurch zu seinem Gotte und zu seinem Volke sich bekennen, sollte sich als zum Aus- und Mitzuge bereit erklären, sollte sich selbst zum Priester, sein Haus zu einem Heiligthum des Einig- Einzigen weihen. Dies war ein Geburts- und Weihefest, wie es einzig in seiner Art, mit einem geistigen Inhalte, wie ihn kein anderes Volk besaß, mir einem beispiellos klaren Bewußt-

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