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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-03-12 · Heft 11 (12.3.1878) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 11 (12.3.1878)
Date
1878-03-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Cm unparteiisches Organ für Ms jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philipp son in Bonn. Verlag von Baumgärtuer's Bnchhaudluuq in Leipzig. Beilagen werden mit 1 Mark SO Pf. pro Hundert berechnet. Diele Zeitung erjcheiirt wöchentlich, einmal in 2 viS 21/* Bogen. Preis SSicrteljäbrig 3 Diart. Inserate werden mit 2» Pf. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Bnchbaudlnnxicu, Postämter und Zeiwng» » Expeditionen nehme» Bestellungen au. 2» redactionelleu Angelegenheiten wende man fich an vr. £. Nhilinpsoa in Bonn; dinfichtlich der Inserate an R. Stoffe in Leipzig und defscn Filiale» in Berlin, Breslaurc. Inserate, welche bis vonuerllng cingebeu. finde» in der car» auffolgenven Nummer Berückfichtizung. 42. Jahrgang. Leipzig, den 12. März 1878. J\? 11. Inhalt. Leitende Artikel: Die „6onlemporarv kievievv". II. u. III. — Zeitungsnackirickten: Deutscbland: Berlin. Posen, Hannover. — Oesterreich-Ungarn: Prag, Aus Westgalizien. Hohenems. — Frankreich: Paris. — Holland: Amsterdam. — Großbritannien: London. — Feuilleton: Friedrich II. und die Juden. (Schluß). £eibeude (SLxhSkei. Bonn, 5. Marz. Die „Contemporary Review“. II. Herr Goldwin Smith stellt das Christenthum dem Islam und dem Judenthume gegenüber. Er glorificirt das Christenthum, und da er demselben die Principien der edelsten Humanität zufchreibt, so würden wir, obschon anderer Meinung, kein Wort darüber verlieren; denn es freut uns stets. Jemanden in seiner Religion Befriedigung finden zu sehen, sobald er darin die Grundsätze der Humanität und des Rechts zu erkennen glaubt. Denn auf diese letzteren kommt es schließlich an. 3hm aber weiß derselbe Herr Smith nicht genug Schmähung und Herabwürdigung auf den Islam und das Juveuthum zu bringen und hiermit hat er uns direct aufgefordert, feine Aeußerungen von der einen wie von der anderen Seite zu prüfen und in das rechte Licht zu stellen. Wir gehen niemals darauf aus, das Christenthum zu kritisiren, es sei denn, daß man ihm das Judenthum in tendenziöser Weise gegenüberstellt, und diesem Gebrechen und Flecken zuschreibt, um es zu entstellen und verächtlich zu machen, während man auf das Christenthum alles Licht und alle Herrlichkeit breitet. Es wäre da eine Versündigung an der Wahrheit, wollten wir solchem Gebühren mit Stillschweigen begegnen. Und doch glauben wir zu der Behauptung berechtigt zu sein. daß wir in jeder derartigen Polemik von keinem Vorurtheile und von keiner Leidenschaftlichkeit nns beherrschen lassen, sondern nur nach der geschichtlichen Wahrheit streben. Wir bemerken dabei im Voraus, daß wir, des beschränkten Raumes wegen, vom Islam absehen, dessen Vertheidigung gegen solche falsche Beurtheilnng bereits von namhaften christlichen Gelehrten, namentlich deutschen, geführt worden. Herr Smith hätte uns eine solche leicht gemacht, denn seine Besprechung des Islam zeugt von völliger Unkenntniß, wie er z. B. die Türken zum „genuinen" Stamm und Träger des Islam macht, von der großen arabischen Cultur keinen Begriff hat und dieselbe nur als eine vorübergehende Laune religiös laxer Khalifen bezeichnet, ferner spricht, als ob es gar keine orientalische Industrie gebe u. f. w. Er sagt: „Das Christenthnm ist eine Religion der Humanität". Damit es aber als solche erscheine, thut er ihm eine zweifache Gewalt an. Zuerst nämlich sagt er selbst „ganz abgesehen vom Dogma", und alsdann beseitigt er mit einem Federstrich alle geschichtlichen Thatsachen, welche das Gegentheil bezeugen könnten. Also keine christlichen Dogmen, und keine geschichtlichen Thatsachen! keine Kirche und keine Christenheit! Dann soll das Christenthum als die Religion der Humanität übrig bleiben. Alle Lehrer des Christenthums hingegen versichern, daß das Wesen deffelben in seinen Dogmen bestehe — und wenn Herr Smith auf diese Autorität nichts geben sollte, er jedoch weiterhin auf das Neue Testament verweist, so möge er doch wenigstens das Evangelium Johannis und die Panlinischen Briefe lesen, um zu sehen, daß es kein Christenthum ohne christliches Dogma giebt. Ebenso nonchalant, geht er mit den geschichtlichen Thatsachen um. Die Kreuzzüge

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