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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-01-29 · Heft 5 (29.1.1878) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 5 (29.1.1878)
Date
1878-01-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung -es Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitmig erscheint wöchentlich I einmal in 2 bis 2 >.'2 Bogen. Preis I Vicrtcliävrig 3 Mark. Inserate werde»! mit 2l» Ps. für die Pctitzeile oder deren I Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen I nehmen Bestellungen an. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philipp son in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. 2n redactionellen Angelegenhcllcn wende man sich anvr. L. flljilippfon in Bonn; binstchllich der Jwerale an R. Moste inLeipzig und dcss u Filialen in Berlin, Brcslaurc. 3nserale, welche bis vannerstag cingchen. finden in der rar. anfsolgenden Nummer Berücksichtigung. ) eilag eu werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert b erechnet. 42. Jahrgang. Leipzig, den 29. Januar 1878. JS? 5. Inhalt. Leitende Artikel: Die Bersuckung. IV. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. - Zeitungsnachrichten: Deutsch land: Berlin, Straßbur.a, Aus Württemberg. — Frankreich: P.riS. — Schweiz: Zürich. — Italien: Nom. — (^rostbritannt eit: Berlin.— Bonn: Notizen, Literarische Noti;eu. - Feuilleton: Corresp o ndcnEssen. — Die Makkabäer bei der Nachwelt. — Peter Schwär; oder Petrus Nigri. — LermischteS: Erklärung. — Nachtrag: Berlin. «Geltende flLxhkd. Bonn, 23. Januar. Die Versuchung. IV. Naturgeschichte des Teufels von Karsch. Wie wir bereits bemerkt, hielt der Medicinalrath l»r. Karsch. ord. Professor der beschreibenden Naturwissenschaften an der kgl. Akademie zu Münster, drei Vorträge über „Naturgeschichte deS Teufels", welche bei Brunn <Münster, 1477) erschienen und schon in den beiden nächsten Monaten drei Auflagen erlebten, seitdem vielleicht noch einige mehr. Das Glück dieses Schristchens im größeren Publikum läßt uns schon vcraussetzen, daß es eine polemische Tendenzschrift ist, und zwar besonders gegen den Ultramontanismus, v. h. gegen den römisch-kathol. Kirchenglauben, wie er sich gerade in unsrer Zeit so schroff wieder herausgestellt hat. Allerdings hat der Teuselsglaube auch bei den Reformatoren seinen Platz behauptet und gehört noch heute zum officiellen Bekenntniß der protestantischen Orthodoxie. Aber rer Verfasser geht hierüber leicht hinweg, da dieser Teufel in der ultramontanen Kirche zu seiner großen Herrschaft gelangte, und von ihr noch heute mit allem Nachdruck darin erhalten wird. Der große Erfolg des Büchleins mag den Herren Ultramontanen erweisen, daß der Spieß auch umzedreht werken kann, daß Flug- und V Abschriften, mit denen sie aus Alle, welche sie für ihre Gegner halten, losfahren, mit derselben Wirkung auch gegen sie gerichtet werden können, wobei der Vortheil auf Seiten der Gegner ist. Denn ein Blick in die Schrift des Dr. Karsch zeigt, daß er seinen drei Vorträgen Massen von Anmerkungen hinznfügt, in welchen durch wörtliche Citate und zwar aus Schriften, die jedem irgend Unterrichteten zugänglich sind, jeder Satz belegt ist. Der Verfasser hat hierbei auch nicht Veranlassung gehabt, Stellen zu citiren, die gar nicht vorhanden sind, und andere zu verfälschen und willkürlich zu interpretiren, wie dies den Rohlings und Genossen wiederholt nachgewiesen ist — wir sagen, keine Veranlassung, abgesehen daß Herr l>r. K. zu einem solchen Verfahren zu ehrenhaft und zu wissenschaftlich gebilret ist. keine Veranlassung, denn die Quellen, aus welchen er dabei zu schöpfen hatte, fließen sehr reichlich, und sind für Jedermann offen gelegt. Die Herren Ultramontanen könnten daraus auch erkennen, daß sie an den Juden die sanftmüthigsten und bescheidensten Gegner haben. Denn was konnte uns hindern, mit solchen Brochüren die Schandschriften der Ultramontanen gegen die Juden zu beantworten, und auf die Paderborner Pamphlete dergleichen, den wirklichen und erwiesenen Inhalt des ultramontanen Glaubens behandelnde Vorträge folgen zu lassen? Aber wir haben dies nicht gethan, weil wir nicht geneigt sind, die Glaubensmeinungen Anderer, die ihre eigenste Gewissens- und Gefühlssache sind, an den Pranger zu stellen, weil es uns nur für eine Kriegslist ausgegeben worden wäre, mit der wir uns decken wollten, und weil wir die Gemüther des katholischen Volkes durch unsre scheinbare Gehässigkeit nicht noch mehr aufregen mochten. Jetzt aber kommt es aus dem eigenen Lager, aus der Feder eines geborenen Katholiken, der, obschon seine Tendenz offen bekennend, sich doch der

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