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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-01-15 · Heft 3 (15.1.1878) · p. Seite 46

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 3 (15.1.1878)
Date
1878-01-15
Page
Seite 46 (sequence 15)
Language
German
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46 Vermischtes. Die Theologen gegen die Juden. Jüngst fiel uns die Selbstbiographie des k. Pr. Ober-Consiftorial-Raths Johann Esaias Silberschlag, der 1791 zu Berlin starb, in die Hände. (Berlin 1792). Es war eine Eigenthümlichkeit vieler damaliger evangelischer Theologen, daß sie sich auch mit Naturwissenschaften, Mathematik u. vgl. beschäftigten, und so war dieser Oier-Consistorialrath und Pastor bei der Dreifaltigkeitskirchr zugleich — Geheimer Ober-Baurath, eine Autorität in Wasserbauten. Dem Büchlein ist ein guter Kupferstich des Autors vorgesetzt. Im geistl. Ornate unv mit der Wolkenperücke sitzt er vor einer Tafel und hat einen Folioband aufgeschlagen, auf welchem die Worte zu lesen sind: „Den Juden ein Aergerniß, den Griechen eine Thorheit" (nach 1. Cor. 23). Da das Bild von dem Herrn Ober-Consistorialrath und Geheimer Ober-Baurath während dessen Leben abgenommen, also diese Inschrift von ihm selbst gewählt worden, so sollte man glauben, daß er diese für die Quintessenz seines Lebens und Strebens gehalten. Jndeß wird es wohl nicht so arg gewesen sein. Das Portrait zeigt uns einen Herrn von außerordentlichen Körperdimensionen, was den Umfang betrifft und ein Gesicht rund wie eine große Kugel; auch wird hinzugefügt, daß er an einer Indigestion gestorben sei, was übrigens mit seiner streng pietistischen Richtung nicht in Widerspruch stand. Nun besagt ein altes jüd. Sprichwort: „An einem mageren Pastor und an einem fetten Rabbi ist kein Segen", wonach also trotz seiner Devise, Herr Johann Esaias Silberschlag gar nicht so schlimm gewesen sein müßte. Auch zeigen uns die Titel seiner Werke keinen so harten polemischen Inhalt an. Um so betrübender ist es, daß alle christlichen Theologen von vornherein sich den Beruf zuschreiben „den Juden ein Aergerniß" zu sein, wozu sie freilich durch neutestamentliche Stellen aufgefordert werden — während die Juden gar keine Notiz davon nehmen, es sei denn in Fällen, wo man ihnen unmittelbar einen Conflict bereitet! Ulk für Braun. In Nummer 52 finden wir folgendes Gedicht an den Gymnasialdirector Braun in Triest, der bekanntlich Horaz zu einem Juden gemacht hat. Epislola ad F u s c u m. l) Valde, Fusce, gaudeo, Quod Judaeus fio; Confiteri audeo Animo ex pio: Carmen cum clarissimum'-) Fusco dedicarem, Feci, ut doctissimum Virum celebrarem _ Qu. Horatius Flaccus, vates. 1) Germanice: Braun. 2) Integer vitae. Anzeigen. Für eine ansehnliche, jüdische Gemeinde, in der schönsten Gegend des Rheinlandes, wird hei hohem Gehalte ein Cultusbeamter gesucht, welcher ausser der Cantor- und Religionslehrerstelle, auch vollständig diejenige des Predigers bekleiden kann, sowie eine schöne Stimme und die Fähigkeit hat, den Chor mit Orgelbekleidung dirigiren zu können. Franco-Offerten erbeten unter K. R. 165. Rudolf Mosse’s Annnncen-Expedition, Leipzig. (165) An der hiesigen Simultanschule ist die vierte Lehrerstelle durch einen jüdischen Lehrer zum 1. Februar 1878 zu besetzen. Die Commune hat als festes Gehalt . 950 Mark zur Wohnung. 250 „ und Brennmaterialien.150 „ bestimmt und von der israelitischen Gemeinde wird für Privatunterricht und die Function als Corporations-Schreiber noch ein Einkommen von 600 Mark in Aussicht gestellt. Bewerber wollen bald ihre Meldungen an die Regierung zu Posen einfenden. (116) Obornik. Rabbiner Jacob Pick. Ern junger Mann, welcher in einem Tuch- und Herreugarderobegeschäst am 1. April c. seine Lehrzeit beendet. sucht bis dahin in gleicher Branche als Commis Stellung. (281) Offerten werden postrestante Heiligenstadt, Reg.-Bez. Erfurt, unter Chiffre J. B. erbeten. In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters zum 3 Mai, 'b'y'z'r* “vss ViS, zu besetzen, fester jährlicher Gehalt 450 Mark und der Ertrag der Schechita, freie anständig möblirte Wohnung, Heizung, Aufwartung, Mittag- und Abendtisch. Hierauf Reflectirende wollen ihre Zeugnisse an den Vorstand der israelit. Gemeinde in Pinn in Mecklenburg baldigst einsenden. (195) Die Previgerstelle in unserer Gemeinde soll bald besetzt werden. Reflectanten, welche nicht Doctoren zu sein brauchen, wollen sich unter Einreichung ihrer Qualifications-Zeugnisse und Personalien bei dem Unterzeichneten melden. Neuenkirchen, Reg.-Bez. Minden, 6. Januar 1878. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde: (283) Simon Poria. Zum 1. April c. sucht einen Lehrling (282) 'Hettigenjtndt, dt. Gans, R.-B. Erfurt. Tuchu. Herrengarderobehdlg.

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