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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-01-08 · Heft 2 (8.1.1878) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 2 (8.1.1878)
Date
1878-01-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Judenlhums. Ein unvarteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Phüippson in Bonn. Verlag von Baumgärtuer's Buchhandlung in Leipzig. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 42. Jahrgang. Leipzigs den 8. Januar 1878. JV? 2. Diese Zeitung erscheiut . einmal in 2 bis 2>/. Bogen. . Bicrtel,Lhrig »Mark. Inserate werden mit 2o Pf. t>ir die Petirzeile ober deren Raum berechnet. Alle Buchbaudlungen. Postämter und Zeitungs - Expeditionen nehmen Bestellungen an. In redactionellen Angelegenhenen wende man sich an Dr. L. Philipuson in Bonn; binfichUich der Inserate au R. Moffe in Leipzig und dessen FUralen ui Berlin. Breslaurc. Inserate, welch« bis Donnerstag cingehen. finden in der rarauffolgenden Nummer Berücksichtigung. Znliilt. Leitende Artikel: Die Bersuchung. II. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig. Berlin, AuS Württemberg. Mrch, Memel. — Oesterreich-Ungarn: Prag, AuS Ungarn. Lemberg. — Schwei;: Zürich. — Großbritannien: London. -- Rußland: Warschau. — Bonn: Nolften. — Feuilleton: Die EdenSquelle. — Aus dem Volksleben mit leinen Lickt- und Schaltenfeilen. IV. — Karl Hugo vulgo Bernstein. Siedende, ÖCttlßef. Bonn, 2. Januar. D i e Versuchung. II. Der Vergleich zwischen der Versuchung Salomo's und der Jesu hat auf's Klarste bewiesen, daß die Vorstellung des Satans durchaus neutestamentlich ist, in der h. Schrift Israels aber nicht gefunden wird, Satans, der zu einem selbstständigen Wesen geworden, welches das böse Princip enthält, die Herrschaft über die ganze irdische Welt hat und den Menschen zu verleiten sucht, von Gott abzufallen und ihn anzubeten. Da nun aber doch das Wort -,22 an vielen Stellen der h. Schrift vorkommt, so sei es gestattet, auf diese Stellen einen prüfenden Blick zu werfen. Zuerst treffen wir es 4 Mos. 22, 22. 32. Ein Engel stellt sich dem Bileam ir 7112 „auf den Weg, ihn zu hindern", er will ihn abhalten, zum Balak zu gehen, die Israeliten zu verfluchen. Es geschieht also hier gerade das Gegentheil von dem, was des Teufels ist, denn der Engel will von einer bösen Handlung abschrecken. Zunächst treffen wir es 1. Sam. 29, 4 wieder: die Fürsten der Philister wollten den David nicht in ihrem Heere dulden, denn sie meinten, „daß er nicht hinabziehe mit uns in den Streit und uns zum Gegner werde im Kampfe." ^22 ist also hier einfach der Gegner im Waffenkampf. Als Absalom besiegt war und Viele David wieder zu versöhnen kamen, wollte Abisai, daß er Simei lödten lasie, weil dieser dem Könige geflucht. Aber David sprach: „Was habe ich mit Euck, Söhne Zerujah's, daß Ähr mir heute zum Gegner sein wollet?" Es solle Niemand getödtet werden, da er wieder König in Israel sei (2 Sam. 19, 23). Hier kann man in dem Worte, obwohl wir es mit „Gegner" übersetzten, doch den Begriff des Verleitens zu etwas Bösem finden, da Abisai den David zu grausamer Rache aufforderte und ihn deshalb an das Vergehen Simei's erinnerte, während David Gnade zu 'üben gedachte. Ferner l Kon. ö, 4 (15) schildert Salomo den Frieden, der auf Davids Siege gefolgt und ihm freien Spielraum zur Erbauung des Tempels gebe: „Und nun hat mir der Ewige, mein Gott, Ruhe geschafft ringsum?-! rsc ^'rri ^22 vs, kein Störer und kein Hinderniß ist da." Spater war dies nickt mehr der Fall. Da Salomo auf Abwege gerathen, „ließ der Ewige ibm einen Widersacher erstehen, Hadad den Edomit und später einen anderen, Reson, den Sohn Eljada's." i l Kön. 11, 14. 23». Auch an diesen Stellen bedeutet unser Wort einen Menschen, der ein Feind, ein Gegner eines Anderen geworden. Wir kommen zu den Psalmen. Hier heißt es 35, 21: „Die Böses mir für Gutes lohnen, sie feinden mich an, weil ick nack Gutem krackte." 71, 13: „Mögen zu Schanden werden, vergehen die meine Seele befeinden" (rss: -:22). Der Psalm lo9, der die Vernichtung des ungerechten Richters, derer, die den Gerechten durch Lug und Gewallthat zu verderben trachten, erfleht, bringt unser Wort als Zeit- und Hauptwort an vier Stellen. V. 4: „Für meine Liebe befeinden sie mich" (,r:Eö'' parallel mit ''7172N7!''); V. 6: „Bestelle einen Frevler über ihn »den ungerechten Richter), und ein Ankläger (',221) stehe ihm zur Rechten."

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