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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1878-01-01 · Heft 1 (1.1.1878) · p. Seite 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
42 (1878)
Issue
Heft 1 (1.1.1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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13 Die Blumen zeigen sich am Boden, Es nahet des Gesanges Zeit, Der Turtel Ruf läßt hören sich auf unsrer Flur; Der Feigenbaum würzt seine Knospen schon. Die Reben blüh'n und duften; Auf, meine Traute, meine Holde, komm doch!" Vermischtes. Keine confessionellen Baumeister. In Nr. 48 Ihres gesch. Blattes bringen Sie die Mittheilung, daß jüngstens in der architectonischen Section des Pester Ingenieur- und Architekten-BereinS die Frage, ob Architekten nichtkatholischer Coufession die Bauplane einer katholischen Kirche beurtheilen dürfen oder nicht, verneinend entschieden worden sei. Als curiofes Gegentheil kann ich Ihnen mittheilen, daß in Pommern ein jüdischer Baumeister, so lange er als solcher fungirte, jedes Jahr, zwar nicht eine katholische, aber eine evangelische Kirche zu bauen hatte. Ja einmal wollte er zum Submissions- Termin eines solchen Baues nicht erscheinen, da wurde er von dem Kirchenvorstande aufgefordert zu erscheinen, um nur zu erklären, daß er den Bau für den Anschlag zu übernehmen bereit sei. Trotzdem mehrere Bauunternehmer den Bau billiger zu unternehmen erklärten, wurde doch auch der Bau dieser Kirche, eben, weil er schon so viele erbaut hatte, von der Regierung eben demselben Baumeister zugesprochen. Das Bettlergewerbe. Wie lucrativ das Bettlergewerbe ist, wenn es geschickt betrieben wird, beweist die Lebensgeschichte eines früheren Schneiders, Namens Ludwig Eichel aus Offenbach, welcher innerhalb der letzten fünfzehn Jahre ein Vermögen von circa 16,000 M. zusammengebettelt hatte und vor Kurzem wegen Bettelns rc. in Baden verhaftet worden ist. Eichel hat ganz Deutschland, Belgien, Schweren, Norwegen, Ungarn rc. bettelnd durchzogen und unter den verschiedensten Vorspiegelungen (meist giebt er sich für einen ehemaligen israelitischen Lehrer aus) besonders jüdische Familien heimgesucht. Dabei hat er sich ein ansehnliches Vermögen zusammengebettelt, nach seiner eigenen Angabe ca. 16,000 M. Schon im Jahre 1864 wurden ihm bei einer Verhaftung in Springe 3000 M. abgenommen und heißt es darüber in den Acten: „daß er diese 1829 Gulden 22 Kreuzer zusammengebettelt, Beleg genug, daß er sein Geschäft nicht schlecht betrieben." Ein weiterer charakteristischer Zug des Eichel ist, daß er die in Baden zusammengebettelten Gelder, soweit er sie nicht zu seinem Lebensunterhalt (und er lebte ganz gut) bedurfte, sofort zinstragend bei der dortigen Sparcaffe des Vorschußvereins anlegte. Gladstone und Midhat Pascha. In der englischen Preffe machte vor Kurzem eine starke Beschämung, welche Herrn Gladstone traf, viel Aufsehen. Dieser veraltete Politiker, den sein Fanatismus für Ausrottung der Bekenner des Islam auch zur Schmähung der englischen Juden verleitete, weil sie nicht allesammt gegen die Türken Front gemacht, hatte in einer öffentlichen Rede den früheren Großvezier Midhat-Pascha der äußersten Grausamkeit gegen einen Mann geziehen, der einen Mordversuch gegen ihn, den Großvezier, geplant hatte. In einer durch die Zeitungen veröffentlichten Zuschrift erwies Midhat Pascha, daß die ganze Erzählung Gladfione's eine Lüge sei, der sich ein rechtlicher Staatsmann, noch dazu gegen einen Verbannten, nicht schuldig machen sollte. Glad- I stone hat nichts erwidert. Anzeigen. sind ausschliesslich an die Annoncen - Expedition von Rudolf W'l'fy Alosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln ajRh., Frankfurt «/ >/. etc. zu adresssiren. Die vereinigte Synagogengemeinde Salzuflen und Schötmar sucht zum 1. April 1578 einen unverheiratheten Lehrer und Vorbeter zu engagiren. Gehalt 1200 Mark. Bewerber wollen ihre Meldungen unter gleichzeitiger Einreichung ihrer Zeugniffe dem Vorstände J. Katzensteil) in Salzuflen baldigst einsenden. (20) Gesucht für einen religiösen Haushalt ein gebildetes Mädchen, welches die Küche (ohne Küchenarbeit) übernimmt, der Hausfrau zur Seite steht und im Nahen geübt ist. (17) Näheres Hamburg, Magdalenenstrasse 42. Die hiesige y'm y'a Stelle ist am 1. April k. I. vacant. Festes Gehalt ist 900 Mark nebst freier Wohnung und circa 900 Mark Nebenrevenüen. Bewerber können sich beim Unterzeichneten Corporations - Vorstand melden. Reisekosten werden nicht erstattet. (10795) Kobylin, im December 1877. _Der Corporations - Vorstand. Ich suche für mein Mauufactur- und Coufectionögeschäft zu sofort einen Lehrling. (10946) Ferdinand Lichtenftein, Cottbus.

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