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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-12-25 · Heft 52 (25.12.1877) · p. Seite 833

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 52 (25.12.1877)
Date
1877-12-25
Page
Seite 833 (sequence 13)
Language
German
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833 auflösliche Freundschaft als eine seltene Ausnahme oder gar als eine Anomalie hinzustellen und anzustaunen, weil in jenem Jahrhunderte finsterer Intoleranz, die bis fast gegen deffen Ende hin andauerte, wo man nur Spott und Verachtung auf die Juden zu Haufen verstand, es als Regel galt, daß zwischen christlichen und jüdischen Gelehrten keine innigen freundschaftlichen Beziehungen Vorkommen können und dürfen. Desto angenehmer berührte es mich, als ich vor Kurzem in der von Guhrauer herausgegebenen Biographie Leibnitzens berichtet fand, daß schon in der ersten Halste des 18. Jahrhunderts der große Leibnitz einen Juden, und zwar einen stommen, seiner Freundschaft gewürdigt, und daß dieser Jude dem großen Denker lange nach deffen Tode eine so rührende echte Pietät bewahrte, wie wir sie selten unter Menschen selbst gleichen Bekenntnisses finden. Es war dies der Mathematiker Raphael in Hannover. Die betreffenden Citate will ich hier anführen, in der Hoffnung, daß dieselben nicht nur von meinen Glaubensgenossen, sondern auch von allen wahren Menschenfreunden mit Vergnügen gelesen werden. — Guhrauer, B. II, S. 369. „Endlich sei eines in Oel gemalten Bildnisses von Leibnitz erwähnt, welches mit eigenthümlichen Erinnerungen an den großen Mann und seine Person verknüpft ist. Es war im Besitze des zu Hannover 1779 im 98. Lebensjahre verstorbenen jüdischen Mathematikers Raphael, eines Schülers, später Freundes und Arbeitsgenoffen von Leibnitz. Raphael hatte es einige Monate oder Wochen vor dem Absterben seines Freundes als ein Geschenk aus seiner Hand und zu seinem Andenken erhallen.Es war ein von allem Eigennutz und Eitelkeit entfernter Greis". S. 370. „Das mit vier Pettschaften auf der Rückseite und den dazu gehörigen Scheinen beglaubigte Portrait (daß es ein echtes Bildniß Leibnitzens sei) vererbte sich an Raphaels einzige Tochter und ihren Ehemann, Herz Jacob. Sie ehren es noch jetzt als ein Erbstück, deffen Verkauf ihnen bisher vergeblich angesonnen worden ist."- S. 372 und 373. „Leibnitzens Asche ruht in der Neustädter oder sogenannten Hofkirche rc. Noch ein halbes Jahrhundert nach Leibnitzens Tod konnte der Fremde nur mit Mühe dem Orte nachforschen, welcher des großen Leibnitz irdische Reste birgt. Dichterischer Unmuth über so viel Gleichgültigkeit hat Johann Heinrich Boß die Verse eingegeben: Wo von den Seinigen verkannt Leibnitz, wie Kästner rühmt, sein Brod in Ehren fand, Selbst das lebendige Register Der Seltenheiten, selbst der Küster Sprach: Was weiß ich von dem ungläubigen Philister? Zuletzt erscheint der Mann, der seines Lehrers Sarg Einsam um Mitternacht begleitet, — Ein alter Jude wars — und leitet Ihn zu der öden Gruft, die dich, o Leibnitz, barg'. — Der alte Jude, welcher Voß zu Leibnitzens Grab geführt hat, wird Niemand als Raphael, sein frommer Schüler und Freund, gewesen sein". — Anzeigen. sind ausschliesslich an die Annoncen - Expedition von Rudolf -MmWym wl'C' Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Coln a/R/t., Frankfurt a(M. etc. zu adresssiren. Lehrer Baeanz!!! Zu Ostern 1878 wird in hiesiger Synagogen-Gemeinde die Stelle eines Elementarlehrers, der gleichzeitig Borbeter und Schächter sein muß, vacant. Das Einkommen beläuft sich incl. Remuneration für Religions-Unterricht an den hiesigen höheren Schulen auf circa 1500 Mark. Bewerber wollen sich baldigst unter gleichzeitiger Einreichung ihrer Zeugnisse melden. Duderstadt, im December 1877. Der Vorstand: (10631)_M. Katz. Ein junger Mann, der seine Lehrzeit in einem Produkten-, Fell-, Woll- und Getreide-Geschäft zum l. April 1878 beendet hat, sucht Stellung in gleichen Branchen. Gest. Anfragen erbittet man an Herrn I.. Seelig, Güstrow i/M. zu richten. (10673) Die zweite Lehrerstelle an unserer dreiklassigen Religionsschule, an welcher nur Hebräisch gelehrt wird, ist vacant und soll baldmöglichst besetzt werden. Gehalt 1200 Mk. jährlich, welches bei zufriedenstellenden Leistungen in Zwischenräumen von 3 zu 3 Jahren um 150 Mark jährlich erhöht werden soll. Geprüfte Lehrer, welche im Hebräischen tüchtig sind, wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten schriftlich melden. Bewerber, welche musikalisch gebildet sind und das Cantoral, für welches ein jährliches Einkommen von 750 Mark und freie Amtswohnung zugesichert wird, mit übernehmen können, werden bevorzugt. Plefchrn, den 6. December 1877. Der Vorstand der jüdischen Corporation. (10937) (gez.) Joachim. Eine Gouvernante Stellung in einer resp. Familie. Offerten unter R. 380 zu richten an die Annoncen - Expedition von Rudolf Mosse in Königsberg in Preussen. (B. 10607.)

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