Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-12-18 · Heft 51 (18.12.1877) · p. Seite 817

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 51 (18.12.1877)
Date
1877-12-18
Page
Seite 817 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3227123-3227175--35888-3305892
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

817 hier finden sich Galerien mit den alveoli oder loculi, die mit Steinplatten oder Terracotta geschloffen sind, den jüdischen Troggräbern entsprechend; die unterste Gräberreihe reicht bis auf den Fußboden hinab und die Verfchlußsteine stehen nicht aufrecht, sondern an den Stein gelehnt. Hier und da führt eine Oeffnung zu einer engen Nische, in welcher zwei oder drei Gräber hinter der übrigen Gräberreihe angebracht sind. Die Inschriften sind bald in lateinischer, bald in griechischer Sprache abgefaßt, auch kommen unverkennbare jüdische Ausdrücke und Symbole vor, unter welch' letzteren der siebenarmige Leuchter die erste Stelle einnimmt. In der letztgenannten Katakombe befinden sich auch zwei Sarkophage neben einigen Geldgläser jüdischen Ursprunges. Der eine derselben zeigt außer dem Candelaber Palmbäume (den sogenannten Lulab) und einige andere Symbole; die Inschriften sind zumeist griechisch, hier und da auch lateinisch. Eine zweite jüdische Katakombe befindet sich am Monte Verde vor der Porta Portese, welche dieselbe Gestalt zeigt. Im Jahre 1602 entdeckte Bosio einen jüdischen Begräbnißplatz an der Via Portuensis unter dem sogenannten Cvlle Rosato, dessen Anlage sehr primitiv ist; es enthielt nur zwei Cubicula. Außer dem Zeichen des siebenarmigen Leuchters sah man nur einige griech. Inschriften. Im Jahre 1867 stieß der gelehrte Rosst in der Vigna des Grafen Cimarra, ein wenig über S.-Sebastiano hinaus, auf eine jüd. Katakombe mit einigen Inschriften. Der Candelaber und die Ascia wurden mehrfach bald gemeißelt, bald mit Zinnober auf die Ziegel gemalt angetroffen. Das hebräische Felsengrab in Palästina bildet den Urtypus der jüdischen Katakomben in Rom und diese waren das Vorbild der christlichen Katakomben, und aus diesen mit Zuziehung der heidnischen Basiliken entstanden die christlichen Kirchen. Vermischles. Wahre confessionele Eintracht. Ein seltenes Familienfest wurde am 17. v. M. in Teplitz gefeiert. Fünf Ehepaare hatten — wie man der „Boh." schreibt — an diesem Tage das Fest der silbernen Hochzeit und sie beschlossen, dasselbe gemeinsam zu begehen. Neben seinem gemüthlichen, familiären Charakter bot dieses Fest zugleich eine wohlthuende Erscheinung der confessionellen Eintracht in Teplitz, denn von den fünf Jubelpaaren gehörten zwei dem katholischen, zwei dem evangel. und eines dem israelit. Religionsbekenntnisse an. Verwechselung. Nach einer Correspondenz im „Schwäb. Merkur" (vom 23. November) verwechselt das italienische Volk, selbst in Oberitalien, z. B. Mailand, die Protestanten mit den Juden, und wundert sich, auf dem protestantischen Friedhofe Kreuze zu sehen, welche doch den Juden auf ihre Gräber zu setzen verboten sei. Welchen Einflüssen dies zuzuschreiben ist, ist einsichtlich. Anzeigen. Vlft sind ausschliesslich an die Annoncen - Expedition von Rudolf JLmmt9w5'm Jflosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln a/RhFrankfurt aj.ll. etc. zu adresssiren. Tacanz. Die Stelle eines tüchtigen Schächters, perfecten Bai Kolir's und eines Vorbeters, der dazu geeignet sein muß, täglich vorzubeten, mit der Haupteigenschaft besessen, den hebräischen Religionsunterricht zu ertheilen firm deutsch, ist mit dem 1. Januar 1878 zu besetzen. Gehalt fixmn. 750 Mark. Für Ertheilung des Unterrichts auf ein sicheres Maximum. 300 „ (excl. Aussicht bedeutend höher). An Accidentien. 300 „ Sa: 1350 Mark. Reisekosten werden mit Ausnahme den Gewählten erstattet. Grabow, Prov. Posen, den 5. December 1877. Der Corporations-Vorstand: (10614) Salomon Marcus. Lehrer Bacanz!!! Zu Ostern 1878 wird in hiesiger Synagogen - Gemeinde die Stelle eines Elementarlehrers, der gleichzeitig Vorbeter und Schächter sein muß, vacant. Das Einkommen beläuft sich incl. Remuneration für Religions-Unterricht an den hiesigen höheren Schulen auf circa 1500 Mark. Bewerber wollen sich baldigst unter gleichzeitiger Einreichung ihrer Zeugnisse melden. Duderstadt, im December 1877. Der Vorstand: (10631)_M. Ratz. Die hiesige yai ys: Stelle ist am 1. April k. I. vacant. Festes Gehalt ist 900 Mark nebst freier Wohnung und circa 900 Mark Nebenrevenüen. Bewerber können sich beim Unterzeichneten Corporations-Vorstand melden. Reisekosten werden nicht erstattet. (10795) Kobylin, im December 1877. Der Corporation^ - Vorstand.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.