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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-11-27 · Heft 48 (27.11.1877) · p. Seite 769

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 48 (27.11.1877)
Date
1877-11-27
Page
Seite 769 (sequence 13)
Language
German
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bildet unser wärmstes Bemühen, den durch den erlauchten Gründer an diese Anstalt geknüpften Erwartungen nach Möglichkeit zu entsprechen. Der Himmel segne Ew. Majestät, und die göttliche Vorsehung möge Ew. Majestät zur Beglückung Ihrer treuen Völker eine lange Reihe von Jahren am Leben erhalten!" Laute Lljenrufe folgten, und Se. Majestät gestattete es, daß ihm die Mitglieder der Commission, die Seelsorger u. Profefforen durch Herrn Martin Schweiger einzeln vorgestellt wurden. Der König drückte hierbei namentlich dem Reichstagsabgeordneten Moritz Wahr mann in huldvoller Weise seine Befriedigung aus. Se. Majestät unterhielt sich ferner mit den Profefforen Brüll, Bloch, Dr. Kaufmann und Dr. Bacher; Rabbiner Bloch sagte, nachdem er vorgestellt wurde: „Majestät! Ich bin von jenseits der Leitha!", worauf der König ihn deutsch ftagte, wo er ftüher amtirt hätte. Den vr. Kaufmann ftagte der König, ob er im Breslauer Rabbinenseminar studirt habe, was dieser bejahte. Jeden der Profefforen ftagte der König, welche Gegenstände er vortrage. Se. Majestät begab sich hierauf von Orgelklängen begrüßt in die Haussynagoge, woselbst der Tempelchor und Obercantor Friedmann einen Psalm sangen. (Beim Eintreten in die Synagoge hatte der König die ihn Begleitenden aufgefordert, sich zu bedecken.) Unter den Klängen der Bolkshymne begab sich der König nun auf einen Rückgang in die einzelnen Klaffen der (im Seminargebäuve untergebrachten) Lehrerpräparandie und die Rabbinenbildungöanstalt. In jedem Saale brachen die Hörer in stürmische Kljenrufe aus, und Se. Majestät richtete an einzelne Hörer Fragen über ihre Studien. In der Oberabtheilung des Seminars ftagte Se. Majestät den Profeffor vr. Bacher eingehend nach den einzelnen Gegenständen. In der im zweiten Stockwerk gelegenen Seminarbibliothek zeigte der Bibliothekar, Profeffor vr. Kaufmann, verschiedene Inkunabeln, welche der König mit Jntereffe besichtigte, und Se. Majestät erkundigte sich über die Provenienz der Bücher, und geruhte das aufliegende Fremdenbuch mit einem eigenhändig geschriebenen „bereue- Jözsef“ einzuweihen. In einem Nebensaale besichtigte Se. Majestät die Baupläne des Hauses, ließ sich die Architecten Freund und Kolbenbeyer vorstellen, dem Ersteren sagend: „Der Bau gefällt Mir sehr gut, namentlich fteut es Mich, daß der Kostenvoranschlag nicht überschritten wurde!" Se. Majestät drückte dem Präsidenten Martin Schweiger und beim Abgehen auch dem Vorsitzenden des Profefforencollegiums, Rabbiner Bloch, seine volle Befriedigung über das Gesehene aus, und entfernte sich nach nahezu dreiviertelstündiger Anwesenheit unter endlosen Beifallsuud bljen-Rufen. '§t n 8 e i g e tu sind ausschliesslich an die Annoncen - Expedition von Rudolf M[ffvot/f wwf/ Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln ajRh., Frankfurt a}M. etc. zu adresssiren. Bekanntmachung. Die fünfte Lehrerftelle an hiesiger Elementarschule ist von sofort zu besetzen und werden qualificirte Bewerber aufgefordert, sich unter Einreichung ihrer Zeugniffe schleunigst, jedenfalls aber spätestens bis zum 1. December er. bei uns zu melden. Das mit der Stelle verbundene Einkommen beträgt 750 Mark und freie Wohnung im Schulhause, welche der bisherige Stelleninhaber benutzt hat. Als Bewerber werden auch jüdische Lehrer zugelaffen und wird, wenn ein solcher gewählt wird, demselben noch ein besonderes Einkommen von 500 Mark p. a. von der hiesigen jüdischen Gemeinde für Ertheilung des jüdischen Religions- und hebräischen Unterrichts vertragsmäßig gezahlt. (9783) Orteisburg, den 10. November 1877. Der Magistrat. Die hiesige Cultusbeamtenstelle ist noch immer nicht definitiv besetzt, dieses soll nunmehr zum 1. April 1878 geschehen. Recht begabte Cantoren, welche den Gottesdienst mit auch ohne Chor zu leiten befähigt, auch geprüfte Religionslehrer u. Schächter sind, werden unter Einreichung der Zeugniffe und näherer Angabe ihrer Familien - Verhältnisse und ihres Alters ersucht, sich zu melden. Als Gehalt wird ein Fixum von 1800 Mark bewilligt. Die Neben-Einkünfte können auf mindestens 300 Mark veranschlagt werden. Bütow, den 1. November 1877. (9560> Iler Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Die Lehrer- und Cantorstelle in Oelsenkirchen ist am 1. April 1878 neu zu besetzen. Gehalt 1500 Mark. Meldungen unter Beifügung von Zeugviffen nimmt entgegen der Vorstand N0094) H. Steinberg. Ein tüchtiger, flotter Verkäufer, möglichst Manufaeturifi, der sich in die Papieru. Lederwaarenbranche leicht einzuarbeiten gedenkt, findet bei uns per sofort Stellung als Reisender. Meldungen schriftlich mit Abschrift der Zeugniffe. (8. 9928.) Halle a/S* Hallesche Papierwaareu-Fabrik B. Leeg <$* Comp.

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