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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-10-09 · Heft 41 (9.10.1877) · p. Seite 658

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 41 (9.10.1877)
Date
1877-10-09
Page
Seite 658 (sequence 14)
Language
German
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658 Es folgt hierauf ein „Baruch-Hamakom" mit Chor, ein „Nehalleln", eine sehr schone Gelegenheitsreve von Zadoc Kahn. Die Ceremonie envigte mit einem fröhlichen „Jigdal", einem Jubelsang, an welchem die ganze Gemeinde theilnahm. Am „Jom-Kippur"-Feste begab ich mich wieder in den Tempel der kue SuLsult und ich war überrascht von den schönen Formen des portugiesisch-jüdischen Gottesdienstes. Josef Keßler. Vermischtes. Die Falaschas. In einer Mittheilung des Herrn I. Deren bürg au die Akademie der Inschriften und schönen Wiffenschaften zu Paris über die in dies. Zeit, ausführlich besprochenen *) von Joseph Halövy herausgegebenen und in's Hebräische übersetzten Gebete der Falaschas hat jener Gelehrte folgende Hypothese über den Ursprung dieses eigenthümlichen jüdischen Stammes vorgetragen: Zur Zeit Mahomets und lange Zeit vor dieser Epoche gab es unabhängige Juden, wirkliche Buggrafen in den Umgebungen von Mekka und im mittägigen Arabien. Nun, diese Juden, unter denen Samuel ben Aviya, der treue Freund Amrou'b Kars der berühmteste Typus ist?), halten, wie alle arabische Herren, Sklaven und oft schwarze Sklaven. Das jüdische Gesetz schrieb ihnen vor, diese Diener zu beschneiden, namentlich die in dem Hause geborenen Kinder und sie etwas in ihrer Religion zu unterrichten. Mit der Zeit konnte sich auf diese Weise wohl eine judaisireude Gemeinde bilden, die von Negern abstammte. Da die Beziehungen zwischen dem Muren und Abyssinien niemals aufgehört haben, seitdem die jüv. Herren dmch die mohammedanische Er- 1) S. Nr. 28 d. I. 2) Ueber diesen heldenmüchigen Dichter haben wir, was über ihn vorhanden ist, in Nr. 3 des Jahrg. 1873 gebracht, sowie eine Uebersetzuug der Fragmente, die von chm noch übrig sind. oberung verschlungen worden, konnten die jndaisirenden Schwarzen nach Abyssinien zurückkehren, dort eine besondere Kaste und die Vorfahren der Falaschas bilden. Diese Vermuthung, die zum ersten Male auftaucht, würde zugleich die Existenz der schwarzen Juden in Indien erklären. Man muß außerdem bemerken, daß der in dem Hause eines Priesters oder Cohens geborene Sklave gesetzlich an den Familienprivilegien Theil hatte. Man begreift deshalb, daß die Falaschas behaupten, Cohanim unter sich zu haben: dies find die Abkömmlinge der Sklaven von den alten Herren vom Hause Aron. — Diese Hypothese scheint uns nicht wahrscheinlich. Denn es müßte zuvor erwiesen werden, daß jene arabischen Herren nichts vom talmudischen Judenthum gewußt hätten, da die Falaschas nicht allein keine Spur des letzteren erweisen, sondern antitalmudische Gebräuche haben, z. B. daß sie die Beschneidung am siebenten Tage vornehmen und Schabuoch acht Wochen nach dem ersten Peffachtage feiern. Nun aber zeigt z. B. der Koran eine Bekanntschaft mit dem Midrasch und selbst talmud. Satzungen, die Mahomet nur von den dortigen Juden hat erhalten können. Was ferner von den Kohanim unter den Falaschas gesagt wird, ist darum irrig, weil nach Halövy das Amt des Cohen bei ihnen gar nicht von der Abstammung abhangt, sondern die Tauglichkeit zu diesem Amte hängt davon ab, ob gegen den Mann vom asketischen Standpunkte aus nichts Strafbares vorliegt, besonders daß seine Ahnen in keinerlei Weife mit anderen Religionsgenossen durch Essen und Trinken sich verunreinigt haben. 3) Die Aufklärung über den Ursprung der Falaschas würde für die Geschichte des Judenthums von großem Werthe sein. Anknüpfungspunkte können aber nur in ihrer Abhängigkeit von der ächiopischen Bibelübersetzung und der äthiopischen Sprache überhaupt, die sie auch in ihren überlieferten Gebeten bewahren und in ihrem eigenen Dialecte gefunden werden. 3) S. Jahrg. 1869, S. 814. Anzeigen. sind ausschliesslich an die Annoncen - Expedition, von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln alRh., Frankfurt ajJl. etc. zu adresssiren. Schächteru. Cautor-Bacanz. Die Stelle eines Schächters und Cantors bei hiesiger Gemeinde ist zum 1. Januar 78 zu besetzen. Gehalt 165« Mk., die Nebeneinkünste nicht unbedeutend. Frankirte Meldungen mit Zeugnissen in Urschrift oder in beglaubigter Abschrift bis zum 20. November c. Ra witsch, September 1877. (8406) Der Corpor.-Borstand. Die hiesige israelitische Gemeinde sucht zu sofortigem Antritt einen Schächter u. Borbeter. Festes Gehalt 300 Mark. Schächt- und sonstige Einkünfte 100 Mark bei fteier Station. Der Vorstand zu Sülze, (8452)_Mecklenburg-Schwerin. Für mein Manufactur- und Herrengarderoben - Geschäft suche ich einen Lehrling. (8. 8565.) Swineoiünde. M. Heimann.

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