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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-10-09 · Heft 41 (9.10.1877) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 41 (9.10.1877)
Date
1877-10-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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emeine Zeitung des Iudenthums. Em unparteiisches Organ für Mes Wische Interesse. Herausgegeben vou Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Baumgärtuer's Buchhandlnug in Leipzig. Diese Zeitung erscheint wöchentlich, einmal in 2 bis 2>/. Bogen. Preis Vierteljährig 3 Mark. Inserate werden mit 2« Pf. für die Petitzeile over deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS - Expedition« nehme» Bestellungen an. 2a redactionellen Suaelegenheuen weude man sich an vr. t. vtzilippstu in Bonn; hinsichtlich der Jnferare an 4k. Moste!n Leipzig und d.'fs n Filialen in Berlin. BreSlaurc. Inserat», welch« bis vonnersiaa eingehen finden m der darauffolgenden Nummer Berücksichtigung. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert - erechnet. 41. Jahrgang. Leipzig, den 9. October 1877. JVf 41. Inhalt. Leitende Artikel: Die talmudischen Principien der Schechita <deS Schachtens) vom medicinischen Standpunkte. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin. München. Leipzig. AuS Württemberg. Frankfurt am Main. Kassel, Köln. — Oesterreich-Ungarn: Wien. Pest. — Belgien: Brüssel. — Türkei: Wien, Pera, Paris, Bukarest. — Rumänien: Bukarest. Paris. — Indien: Kalkutta. — Tunis und Marokko: Von Nordafrika. — Amerika: Cincinnati. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Die Einweihung des portugiefischen Tempels. — Vermischtes. £eLkeude (SCxhIkeL Paris, im September. Die lalmudischm Prmcipieu der Schechitah (des Schachtens) vom medicinischen Standpunkte. Bon vr. Israel Michael Rabinowicz zu Paris. In Kurzem erscheint in Paris eine Broschüre unter dem Titel: „Les principes talmudiques de Schechitah et de Terepha, mani&re de tuer les animaux et leurs maladies au poiut de vue mddical. Par le vr. Israel Michel Rabinowicz. Paris cliez l’auieur 63 rue de Seine. 1877". Der Herr Verfasser stellte uns die Aushängebogen zu Gebote, und wir geben hier den obigen Abschnitt, den größeren Theil der Broschüre, weil in demselben, so viel auch über den Gegenstand bereits verhandelt worden, einige neue Gesichtspunkte ausgestellt und das Ganze systematisch behandelt worden. Weniger genügend erschien uns der zweite Abschnitt über Trepha, den wir vom Herrn Verfasser einmal noch ausführlicher behandelt zu sehen hoffen. Die Redaction. Schon seit langer Zeit greifen die Mitglieder der Thierschutzvereine die jüdische Methode, die Thiere zu tövten, an, indem sie ihre Methode Vorschlägen, um die Leiden der Opfer zu mindern. Biele Leute, und besonders die, welchen das Judenthum fremd ist, könnten glauben, daß die Inden grausame religiöse Ceremonien haben und daß sie beim Tödten der Thiere gewisse Riten befolgen, bei denen sie keine Rücksicht auf die Schmerzen der Opfer nehmen, oder vielleicht daß sie deren Leiden vermehren. um irgend einem bizarren Aberglauben Genüge zu thun. Ich will also versuchen, die jüdische Methode darzulegen und sie dann mit derjenigen zu vergleichen, welche die modernen Thier- 'chützer vorschlagen, damit man die Bortheile wie die Unzukömmlichkeiten beider vom medicinischen und physiologischen Standpunkte aus kennen lerne. Die Juden hatten feit der talmudischen oder mosaischen Zeit beim Tödten der Thiere zum Gebrauch für die Küche und bei der Annahme einer gewissen unveränderlichen Methode, einen doppelten Zweck. I. — Bei den barbarischen Nationen des Alterthums war es Gebrauch, das Fleisch des Thieres zu essen, ohne es zu tödten. Das ist eine Art, welche die größte Grausamkeit, die man sich nur denken kann, bezeugte. Die Juden, in deren Pentateuch geschrieben stand, daß es verboten sei, das Thier mit seinem Jungen an demselben Tage zu tödten, und daß der israelitische Jäger nicht das Nest mit der Mutter nehmen dürfe, konnten diese Grausamkeit nicht zulaffen. Dies war bei ihnen unter dem Namen eher min-ha-chay verboten. Dies war im Judenthum überhaupt das allerstrengste Verbot, denn die Juden hatten den größten Abscheu davor. Man wird vielleicht einwenden, daß, wenn man das Maß der Sünde nach der Sttenge der Strafe bemißt, die von der wir sprechen, nicht die höchste Stufe einnimmt. Aber das Sttafgesetzbuch hat nicht immer zum Zweck, die Sttafe nach der Schwere des Vergehens zu bemessen. Es giebt eine Menge

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