Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 41 (1877)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1877)
- Date
- 1877-09-04
- Page
- Seite 576 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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576 ich ihn, die Füße der nackten braunen Berne in schwarzen Gummizughalbstiefeln kühn daher stolziren, wo seine geliebten-Landsleute^ neben ihm mit bloßen wundgedrückten Sohlen - auf dem entsetzlichem Pflaster dahinstolpern müssen. — „Aber Moses, wenn Sie ein Maure steht in Schuhen, Sie werden ja geprügelt und gesteinigt!". . ,^)h, nix gesteinigt, n'aver pas peur! Ici et mo't aussi sein Empereur; wir Alle — Kaiser! Bin ich hier doch ein Dairscher! deoiio sea 6io§!" — lautete die Antwort des gescheidten Weltbürgers und Patrioten." Verrui schtes. Die spanische Inquisition. Zur Ergänzung der kurzen Bemerkung Nr. 32 , S. 512 wollen wir hinzufügen, daß Prof. Orti in dem von den jesuitischen Zeitschriften hochbelobten Werke zunächst mit großer Belesenheit beweist, daß die spanische Inquisition ein durchaus kirchliches Institut gewesen, das mit der Sache des Katholicismus ausis Innigste verbunden ist und von der Kirche stets mit besonderer Vorliebe angesehen worden, so „daß darum kein Katholik den Namen des heil. Glaubenstribunals auSsprecheu darf, ohne ehrfurchtsvoll das Haupt zu neigen vor einer Institution, die wesentlich katholisch, so zu sagen, ein substantielles Bild der Kirche, unserer Mutter, ist." Allerdings könne man sagen, die Inquisition sei ein kirchlicher und königlicher Gerichtshof gewesen, so jedoch, daß der kirchliche Charakter der vorwiegende, so zu sagen , das substantielle Uttd constilUtive Princip des heil. Instituts war. Er geht so weit, daß er sagt: „Man kann die Inquisition mit Rücksicht auf ihre staatlichen Attribute nur mit -demselben Rechte ein königl. oder staatliches Institut nennen, mit welchem man einen Neger weiß nennen kann, weil er weiße Zähne hat."-Noch bestimmter erklärt sich Prof. Orti über das Recht der Inquisition, Ketzer, Andersgläubige u. s. w. mit den schwersten Strafen, mit jeder Art Todessttnfe zu belegen. Hat doch die Kirche Männer canonisirt, wie den h. Ferdinand, der mit eigenen Händen Holz zum Scheiterhaufen trug. Die Inquisition habe nur „die erhabene, m den Werken der katholifchen Väter und Lehrer und in den Decreten der Concilien ausgesprochene -Idee verwirklicht." Die ganze Praxis der-Jnquisition wird von ihm aufs Höchste belobt, so die Demmriationen selbst der Kinder gegen die Eltern,, der Ehegatten untereinander, die Folter, die Vermögevscoufiseation und die Jnfamiruvg der Familie. Daß Spanien gepriesen wird» weil es die Inquisition in einem Maße beseffen wie kein anderes Land, versteht sich hiernach von selbst. Dafür ist nach Herrn Prof. Orti Spanien das beneivenswertheste und glücklichste Land!!! Daß übrigens Orti und seine jesuitischen Lobredner auf die Wiederherstellung der spanischen Inquisition (womöglich, in allen Landern) dringen, versteht sich von selbst, und spricht Orti unumwunden und mit großem Nachdruck aus. Auch dies wird bald zu den offenen Zielpunkten der ultramontanen Internationale gehören. Hohes Alter.- ——. - In Budapest starb am 21. Juki eine Israelitin— Johanna Hay — in dem hohen Alter von IVA Jahren. "Sie hinterließ zahlreiche Enkel und Urenkel und war bis kurz vor ihrem Tode im vollen Gebrauche ihrer Sinneskräfte. "Unze i g e «. Höhere Handels-Fach-Schule Erfurt. (H. 53269.) Pensionat u. Erziehungs ° Institut. „Die Anstalt ist zur Ausstellung gültiger Zeuguiffe für den einjährig-freiwilligen Militärdienst berechtigt." Das Winter-Semester beginnt am 12. Oktober c. Ausführlichen Prospect durch den (763V) Director Br. Wahl. Für einen junges Mann, der am 1. October e. feine Lehrzeit in einem Mode- und Schuittwaaren - Geschäfte beendet, und gut empfohlen ist, wird eine Stelle als C o m ttt I £ in einem achtbaren Hause gesucht. Nähere Auskunft ertheilt (7339) S. Hirschberg in Bromberg. Lehrlingsgesnch. <gäj>p Für mein Mrnufacturu. Modewaaren-Gefchäft suche ich eine» mit den nöthigen Keuutniffen versehenen jungen Mann als Lehrling. (Eintritt sofort, oder spätestens 1. October a. c.) Benno Mendelssohn, (7376) Friedeberg i/Neumark.