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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-08-14 · Heft 33 (14.8.1877) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 33 (14.8.1877)
Date
1877-08-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ein eine Zeiluni -es Iudmlhums. Ein Unparteiisches Organ für alles Wische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Baumgärtuer's Buchhandlung in Leipzig. Irr rrdactionellen Angelezenheiren wende man sich an Pr. L. Phttippso» in Bon»; biilfichüicb der Inierare an A. Mvffe inLeipzigund dcss n Filialen in Berlin, BrcSlaurc. Inserate.welch«bis vo naerstay cinzehe» finden in der raraufsolgende» Nummer Berückftchtigiwg. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 vis 2'/. Bogen. Preis Vierteliähria 3 2>larl. Inserate werde» mit 2« Pf. für die Pctitzeile over deren Raum berechnet. Alle Buchbandlunge», Postämter und Acitungs - Expeditionen nehmen Bestellungen an. Beilage« werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 41. Jahrgang. Leipzig, den 14. August 1877. JV 33. Inhalt. Leitende Artikel: Die russische Diplomatie insAngelegcnheiten der rumänischen Juden.'— Eavptcn und die heilige Schrift. HI. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Aus dem südlichen Böhmen, Bon der Donau. — Frankreich: Paris. — Amerika: New-Aork. — Feuilleton: Der Prüfstein. — Vermischtes. jCeltcuDe (9Cxh!kel. Bonn, den 8. August. Die russische Diplomatie in Angelegenheiten -er rumänischen Juden. Es war seit Jahren ein auffälliger Umstand, daß, so oft sich auch die europäische Diplomatie, sei es durch ihre einzelnen diplomatischen Agenten, fei es im Verein der letzteren bei den vorgekommene» Verfolgungen und Ausnahmegesetzen, welche die rumänischen Juden betrafen, bei der rumänischen Regierung verwandte, und zwar oft in nachdrücklichster Weise, dies gar keine Wirkung hervorbrachte, und die Dinge in Rumänien weitergingen, wie sie gegangen waren. Man fragte sich: Fühlen sich die Rumänen so stark, daß sie dem gesammten Europa Trotz bieten können? Was macht sie so vermeffen, den Schutzmächten selbst, durch welche sie existiren, Hohn zu sprechen? Die Erklärung liegt aber darin, daß die russische Diplomatie sich nicht allein den Bemühungen der übrigen Mächte nicht anschloß, sondern fast stets auf die Seite der Rumänen trat. Bei solchem Beistände brauchte die rumänische Regierung nach den Noten und Protesten der ^anderen europäischen Mächte, namentlich Englands, Frankreichs, Oesterreichs, des deutschen Reiches und Italiens nicht viel zu fragen, legte sie entweder ad acta oder beantwortete sie mit leicht zu drechselnden Phrasen. Es gehört dies zur Geschichte dieser traurigen Vorgänge und darf daher von uns nicht übersehen werden. Aber das Jntereffe liegt noch anderswo. Mehr als ein Drittel der gesammten Seelenzahl der jüdischen Glaubensgenoffenschast lebt in dem großen Czarenreiche, und eS ist einleuchtend, daß aus dem Verfahren der russischen Diplomatie in jenen Angelegenheiten die Ansichten und Gesinnungen der russischen Staatsregierung betreffs ihrer eigenen jüdischen Unterthanen recht deutlich erkennbar werden. Es liegt daher nahe für uns, das Sachverhaltniß genauer zu beleuchten. Da die russische Diplomatie ihre Noten zu veröffentlichen nicht gewohnt ist, so müffen wir unsre Zuflucht zu einer anderen Quelle nehmen. Bekanntlich ist es das englische auswärtige Amt gewesen, welches sich der rumänischen Juden am nachdrücklichsten angenommen, sie zum Gegenstände langer und vielseitiger Verhandlung gemacht, und die desfallsigen Schriftstücke in einem umfänglichen Blaubuche veröffentlicht hat, über welches wir in Nr. 23 und 24 berichtet haben. In diesem Blaubuche finden wir denn auch einige Actenstücke, in welchen wir über das Verhalten der russischen Diplomatie Aufschluß empfangen. Es geschieht dies in Zuschriften des englischen Gesandten in Petersburg, Lord A. Loftus, an den Minister des Auswärtigen. Wir erwähnen zunächst einer Depesche deffelben aus Petersburg vom 22. Mai 1872 nach den bekannten Vorgängen in Ismail. Lord Loftus hatte am 20. in Folge einer Depesche seiner Regierung eine Unterredung mit dem Fürsten Gortschakoff, über deren Inhalt er berichtet. Die englische Regierung war der Meinung, daß in Anbetracht der fortgesetzten Verfolgungen, welchen die Juden in den Donaufürstenthümern ausgesetzt seien, die Mächte, die an den Vertragen von 1856

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