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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-07-31 · Heft 31 (31.7.1877) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 31 (31.7.1877)
Date
1877-07-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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"Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeituna erscheint wöchentlich, einmal in 2 vis 2ll-, Logen. Preis Vierteljährig 3 Mark. Inserate werden mir 2« Pf. für die Pctitzcile oder deren j Raum berechnet. Alle Buchhandlungen» j Postämter und Leitungs-Expeditionen > nehmen Bestellungen an. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philipplon in Bonn. Verlag von Baumgärtuer's Buchhandlung in Leipzig. 2u redactionellen Angelegenheiten wende man sich an I>r. L. vhilipvfon in Bonn; hinfichtlich der Inserate an R. Mosfe in Leipzig und dcss.n Filialen in Berlin, Breslaurc. Inserate, welche bis Donnerst«- cingehen. finden in der darauffolgenden Nummer Berücksichtigung. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 41. Jahrgang. Leipzig, den 31. Juli 1877. J\f 31. Inhalt. Leitende Artikel: Egypten und die heilige Schrift. I. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt am Main» Aus Unterfranken» Leobfchütz (Oberschlesien), Paderborn. — Oesterreich-Ungarn: Tarnow (Galizien), Salzburg. — Frankreich: Paris. — Türkei: Aus der Türkei. — Rußland: Warschau. — Bonn: Notizen, Lirerarifche Notizen. — Feuilleton: Proben aus dem jüdischen Geschichtsromane von dem großen Könige Arturo in England und dem tapferen Ritter Wieduwilt. — Vermischtes. jCeitendc ÜCthbei. Bonn, den 25. Juli. Egypten und -ie heilige Schrift. II. Wir hatten in unsrem ersten Artikel (Nr. 25) die Tendenz zurückzuweisen gehabt, viel spater entstandene Dogmen in die egyptischen Dokumente und zugleich in ein älteres Buch der h. Schrift hineinzudrängen und durch künstliche Auslegung herauszufinden. Dafür wird uns heute das Vergnügen, ein sehr tüchtiges Werk bei unsren Lesern einzuführen, das uns in besonnener Weise nur solche geschichtliche Resultate vorzulegen sich bestrebt, welche mit ziemlicher Sicherheit aus den egyptischen Denkmälern und deren zuverlässiger Entzifferung sich bis jetzt herausgestellt haben. Es ist dies: „Geschichte Egyptens unter den Pharaonen. Nach den Denkmälern bearbeitet von Di-. Heinrich Brugsch-Bey. Erste deutsche Ausgabe" (Leipzig, Hinrichs, 1877). Der Verfaffer hat bereits vor 18 Jahren den Versuch einer solchen Geschichte in französischer Sprache gemacht. So anerkennenswerth dieser war, so haben doch seitdem neue Ausgrabungen und Entdeckungen und der Fortschritt der Entzifferung der Inschriften die Kemttniß des egyptischen Alterthums in so ungeahnter Weise erweitert, daß eine völlig neue Bearbeitung nothwendig erschien. Der Verfaffer will in dieser seiner Geschichte Egyptens unter den Pharaonen sich lediglich auf das beschränken, was die Denkmäler selbst darbieten, übergeht deshalb Perioden, die nur aus anderen Quellen bekannt sind, z. B. die Zeit der persischen Herrschaft in Egypten, und sucht möglichst alle Hypothesen fern zu halten, elbst seine eigenen. So erwähnt er z. B. nicht mit einem Worte seine Hypothese über den Weg, den die Israeliten beim Auszuge genommen, und in der er das Schilfmeer im Sirbonischen See finden wollte, eine Ansicht, die auch wir in dieser Zeitung auf Grund der h. Schrift widerlegten, und die doch noch die Herausgeber von Bädeker's Unteregypten der Miltheilung für werth hielten. Entweder hat Brugsch dieselbe bereits selbst wieder aufgegeben, oder er wollte sie als von den Denkmälern nicht genügend begründet von dem vorliegenden Werke fernhalten. Jedenfalls stärkt dies unser Vertrauen in die Ergebnisse, die der Autor uns vorlegt. Wir gestehen offen, daß wir es bei der Aufmerksamkeit, mit welcher wir die Fortschritte der Egyptolozie verfolgen, als unsre eigentliche Aufgabe betrachten, jeder zweifelhaften Hypothese entgegenzutreten, damit die biblischen Ueberlieferungen durch willkürliche Annahmen aus dem Bereiche der Egyptolozie nicht verfälscht werden. Wir wollen eben so wenig zweifelhafte Bestätigungen wie erkünstelte Widersprüche. Denn selbst da, wo der gewissenhafte Forscher sich jeder kühnen Hypothese enthält, bedarf es dennoch, um ein Verständnis in die zerstreuten und oft verhüllten Notizen, welche die Denkmäler liefern, zu bringen, der Combination, die wiederum nicht selten in die Irre führt. So ist bis heute noch die Chronologie der alteren Pharaonenzeit sehr unsicher, und z. B. die Thronbesteigung des ersten Pharao Mena nach den Angaben der Forscher schwankend zwischen 5702 bis 3623 v. d. gew. Zeitt., also um 2079 Jahre

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