Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 41 (1877)
- Issue
- Heft 19 (8.5.1877)
- Date
- 1877-05-08
- Page
- Seite 305 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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305 sich, im Schatten der reichen und einflußreichen Gemeinden, so mancher von seinen Glaubensgenossen in östlicher» Theilen mil Recht beneideten Privilegien. Seine Beschäftigung ist noch dieselbe wie unter den Chalifen, mit vem Unterschied jedoch, daß moderne Institutionen und moderne Wissenschaften ihnen den früher« Nimbus entzogen. Im Ganzen genommen, tritt der Bagdader Jude, ob zwar er auch dort wie überall im Osten, in ein enges Ghetto verbannt ist, viel zuversichtlicher und freier auf, als in anderen Theilen der asiatischen Türkei. Die Erinnerung an reu Machteinfluß des Nassi (Judenfürsten) ober Resch Gelutha (Oberhaupt der Gefangenschaft) scheint noch in ihnen fortzuleben. Die Stellen jener Nassi sind heute weniger durch den officiellen Chachrm Boschi (Oberrabbiner) als durch steinreiche Banquiers vertreten; einer der Letzteren, Namens Danial — der Rothschild der asiatischen Juden — vermochte selbst dem ersten Beamten des Sultans zu imponiren. Vermischtes. Welche Verbreitung gegenwärtig das Kleinste wie das Größte, was nur irgend ein Interesse bietet, durch die periodische Presse findet, davon hatten wir in diesen Tagen ein kleines Beispiel. Wir erhielten aus Rio de Janeiro die Nummer 10 der dort jeden Samstag erscheinenden „Allgemeine deutsche Zeitung" vom 10. März d. I. und dieselbe enthielt nichts was uns besonders interessirte, als die Anekdote von dem Rabbi, den ein Erzbischof fragte, wann er wohl die Speisen mit ihm genießen werde, und der antwortete: „Auf Ihrer Hochzeit, Hochwürden!" Diese Anekdote war aus Ohio, wo sie passirt sein soll, nach Deutschland gegangen, von hier aus nach Brasilien, von wo sie nunmehr wieder zurückgekommen. % n s e Die hiesige Gemeinde beabsichtiget einen geprüften Theologen anzustellen, welchem die Ertheilung des Reli gionsunterrichtes an hiesigen Lehranstalten und die Unterstützung unv Stellvertretung res Rabbiners in dessen amtlichen Functionen in einem' noch näher zu bestimmenden Umfange obliegen soll. Diese Stelle wird mit einem Anfangsgehalte von 2000 Vtark dotirt, welcher sich bis auf 2400 Mark erhöht. Bewerber wollen ihre Eingaben mit den erforderlichen Ausweisen über das mit Erfolg bestandene Anstellungsexarnen für Rabbiner, sowie über entsprechende pädagogische Befähigung bis 1. Juni ds. Zs. hierher einreichen. München, den 22. April 1877. (M. 4014.) Verwaltung _der israelitischen Cnltnsgemeinde. Die hiesige Religionölehrer-, Vorsängeru. Schächterstelle, auch ist Elementarunterricht sehr erwünscht, ist sofort oder bis zum 1. Juni d. I. zu besetzen. Fixer Gehalt 700 Mark nebst freier möblirter Wohnung. Nebenverdienste circa 200 Mark. Auch ist Gelegenheit zu Privatstunden geboten. Ledige, geprüfte Lehrer, welche Lust hierzu haben^ werden ersucht ihre Zeugnisse in Bälde an den Unterzeichneten einzusenden. Liedolöheim bei Carlsruhe (Baden). Der Synagogenrath: Wolf Rosenthal. Crn junges Mädchen, welches das Schneidern gründlich erlernt hat, sucht Stellung in einem Geschäft zum Schneidern oder als Stütze der Hausfrau. Offerten werden unter A. T. 106 postlagernd Ariern erbeten. i g e n. Cantorstelle. Bei der hiesigen Israelit. Gemeinde ist die Stelle eines Cantors und Schächters bis zum 1. Juli d. I. zu besetzen. Fixer Gehalt 1200 Mark und der Schächterdienst trägt circa 800—900 Mark ein. Musikalisch gebildete Bewerber, nicht über 35 Jahre alt, welche die Fähigkeit besitzen, Religionsunterricht zu ertheilen, mit Chor vorzubeteu, sowie die Synagogengesänge einzuüben, werden bevorzugt. Reisekosten werden nur Demjenigen vergütet, welchem die Stelle übertragen wird. Emmendingen (Baden), im April 1877. _ Die hiesige Gemeinde sucht zu sofort einen unverheirathereu Religionslehrer, Vorbeter und Schächter. Gehalt 600 Mark p. a., freie Wohnung, freier Mittag- und Abendtisch, sowie die Einnahme der Schächtgebühren. Reflectanten wollen sich baldigst melden bei dem Vorstand. Malchow i/Mcklbg.-Schwerin, den 2. Mai 1877. Die hiesige Cantor, Schächteru. Religionslehrer-Stelle, sowie Baal Kora und Baal Tekia, soll von sofort besetzt werden. Qualificirte Bewerber wollen sich baldmöglichst, unter Einreichung ihrer Zeugnisse beim Unterzeichneten melden. Fixirrer Gehalt 450 Mark und circa 300 Mark Nebeueinkünfte nebst freier Wohnung. Reisekosten werden nicht erstattet. Gonsawa, den 24. April 1877. Der Corporations-Vorstand: B. Taszytnki. Lehrlings - Gesuch. Für mein Manufactur-Geschäft wünsche einen mit guten Schulkenntniffen versehenen jungen Mann in die Lehre. Eintritt Juli oder August e. Sonn- und Festtage geschlossen. I St- Lemförde (Westphalen). PH. Coblenzer.