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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-03-13 · Heft 11 (13.3.1877) · p. Seite 177

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 11 (13.3.1877)
Date
1877-03-13
Page
Seite 177 (sequence 15)
Language
German
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177 Bekanntmachung. Der Unterzeichnete Vorstand bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß im April d. I. die neuen Lehr-Curse der hiesigen jüdischen Lehrer-Bildungs-Anstalt beginnen. Die Bedingungen für die Aufnahme, die nur einmal jährlich und zwar beim Beginn des Sommer-Semesters erfolgt, sind folgende: 1. Der Aufzunehmende muß mindestens das 17. Lebensjahr zurückgelegt und das Alter der Bildungsfähigkeit noch nicht überschritten haben. 2. Er muß die allgemeinen Vorkenntnifse im Hebräischen, in biblischer Geschichte, sowie in den Elementar-Gegenständen besitzen. 3. Er hat dem Dirigenten der Anstalt folgende Schrifstücke einzureichen: a. einen von ihm selbst verfaßten und geschriebenen Lebenslauf, welcher außer seinen persönlichen Verhältnisien besonders den bisherigen Gang seiner Bildung rarstellt; b. ein Zeugniß über seine Schulbildung; e. ein Geburts-Attest; (l. ein amtliches Zeugniß über seinen bisherigen Lebenswandel; e. ein ärztliches Zeugniß über seinen Gesundheits-Zustand. Auf Grund eines nach diesen Bedingungen schriftlich zu Händen des Herrn Rector Horwitz bis Ende März d. I. einzusendenden Gesuches wird über die Zulaffung des Angemeldeten zur Prüfung bestimmt, von deren Ergebniß seine Aufnahme oder Zurückweisung abhangt. Der Unterricht wird unentgeltlich erlheilt. Für Subsistenz haben die Zöglinge selbst zu sorgen. Berlin, den 1. März 1877. (k. 1955.) Der Borßiand der jüdischen Gemeinde. Töchter-Pensionat in Hannover. Frau Dr. Leverson aus London empfiehlt ihr Pensionat allen Denjenigen, welche ihren Töchtern eine gründliche, gediegene Erziehung geben wollen.— Prospekte u. Näheres zu erfragen Thiergartenstraße 4, Hannover.__ Pension. Eine gebildete Dame in einer der größten Provinzialstädte Schlesiens wünscht ein junges Mädchen aus achtbarer Familie, das die höhere Töchterschule besuchen soll, in Pension zu nehmen. Referenzen wird Herr thr. Zuckermann in Brestlau. Wallstraße zu ertheilen die Güte haben. Bei Adolf Cohn Berlag und Antiquariat in Berlin, UV. PotSdamerstraße 14, ist erschienen und bei directer Bestellung (per Postanweisung), sowie durch alle Buchhandlungen;u beziehen: Kochbuch für israelitische Frauen von Rebecka Wolf geb. Heinemann. Nebst vollständiger Speisekarte u. Hausapotheke, u. Anweisung zur Führung einer religiös-jüdischen Haushaltung. 6. verm. Auflage. Preis: geh. 3 Mark. Sauber geb. 3 Mark 80 Ps. kn edle Menschenherzen!. In der Gemeinde Niederurff (im Kreise Fritzlar, Reg.- Bez. Cassel) lebt unter vielen andern Armen auch der Israelit Manus Löwenstein, sicher der ärmsten und bedauernswerthesten einer. Das Kind armer Eltern, hat er sich doch, soviel Unterzeichnete wißen, in frühern Jahren durch seiner Hände Arbeit redlich ernährt. — Da trafen ihn kurz nach seiner Verheirathung des Schicksals Schläge sehr hart, indem seine Frau erkrankte, die seither (seit jetzt schon 23 Jahren) gelahmt ist. Da mußte denn der Mann die Pflege seiner Frau selbst übernehmen, sowie auch überhaupt die Geschäfte einer Hausfrau vergehen, so daß er keinem Erwerbe mehr nachgehen konnte und sofort auf die Mildthätigkeit Anderer angewiesen war. — Bon Zeit zu Zeit, wenn der jeweilige Krankheitsstand der Frau es gestattete, besuchte er die milvthätigen Bewohner der Umgegend, mit deren Gaben er bisher sein und seiner Frau Leben fristete. Er ist aber schon 7 0 Jahre alt und es ist ihm nicht mehr möglich, solche Touren zu machen. Er hat darum schon jetzt mit der größten Norh zu kämpfen und geht besonders einer traurigen Zukunft entgegen. Kinder und nahe Verwandte sind nicht da, von denen er unterstützt werden könnte. Die Unterzeichneten verkennen zwar keineswegs die traurige wirthschaftliche Lage der jetzigen Zeit, halten sich aber doch wegen rer wirklich gar großen Noch der Familie für verpflichtet, edle Menschen um gütige Unterstützungen für dieselbe zu ersuchen, und erklären sich zur Entgegennahme, sowie Veröffentlichung der gefl. Spenden gern bereit. Niederurff und Zwesten, im Februar 1877. Mogge, Pfarrer zu Niederurff. 1H. Rothschild zu Niederurff. Ainrani, Lehrer zu Zwesten. Heirathsgesuch. Ein Israel. Buchhalter in gesetzten Jahren wünscht sich mit einer häuslich erzogenen, Kenntniffe (nicht zu hohe Bildung) besitzenden Dame zu verheirathen; am liebsten mit einer, die ihm Gelegenheit bietet, in ein Geschäft hinein zu kommen. — Auf dieses ernstliche Gesuch Reflectirende belieben Briefe N. 8. 55 an die Exped. d. Ztg. zu adressiren. — Discretion auf Manneswort! Heirathsgesuch. Eine junge Dame (Israelitin) 24 Jahr alt, aus sehr achtbarer Familie, einfach u. häuslich erzogen, mit etwas Vet'mögen, wünscht betreffs Verheirathung die Bekanntschaft eines streng rechtlichen, soliden Mannes zu machen. Da dieses Gesuch ein wahrhaft ernstgemeintes ist, so ßnden anonyme Offerten keinerlei Berücksichtigung. Offerten unter U. D. o«/ an Baasensfein u. Vogler in Dresden erbeten. (H. 3975 a.) Für die rumänischen Vertriebenen. Herr L. Rofenthrl in Moers 20 Mark. Herr Jos. Mayer Eppstein in Simmern, Collecte 13 M. 30 Pf. Die Redaetiou.

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