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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-09-06 · Heft 107 (6.9.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 107 (6.9.1838)
Date
1838-09-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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n. Z.h-S°°g. AllIememe No. 109. Zkitimg des Zndcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König». Sächsischer aliergnadigster Eoncesiion.) Leipzig, den 6. September 1838. Zeitungsnachrichten. London, 11. Aug. In der Gegend von Chester zieht ein Jude auf dem Lande umher und predigt im freien Felde gegen den Stifter der christl. Religion. (Ollster Cour.) Stockholm, 15. Aug. (Privatmitth.). Allerdings hatten wir es lieber gesehen, wenn die Promulgation des Emancipationsgesetzes noch etwas aufgeschoben worden, bis die jetzigen unruhigen Zeiten vorübergewesen; besonders aber wenn es der Genehmigung der Reichsstande vorher vorgelegt worden. Dies ist es auch, was von den Oppositionsblättern, die sonst der Emancipation an sich sehr günstig sind, zum Vorwurfe gemacht wird. Uebrigens hat der König zuvor Berichte von den Befehlshabern der Provinzen eingeholt, in denen Juden wohnen, und diese Berichte fallen merkwürdig zu unfern Gunsten aus. Vielleicht werde ich in den Stand gesetzt. Ihnen einige dieser Berichte mittheilen zu können. Berlin, 28. Aug. Die Staatszeitung enthalt in No. 229 und 230 einen weitläufigen statistischen Bericht über die Israeliten in Preußen, aus welchem wir noch folgende Data ziehen. Am Ende des Jahres 1816 ergab die Zählung 123.937 Juden. Aber bis 1822 war diese Zahl um 20,800 vermehrt, bis 1825 abermals um 9347, bis 1828 wieder um 7690, bis 1831 noch um 6708, und bis 1834 um 9521. — In diesem ganzen Zeiträume sind zur christlichen Religion übergetreten 1888, so daß diese Abnahme gegen die Vermehrung von 59,642 sich verhalt wie 1 zu 32.- Der Ueberschuß der Geborenen über die Gestorbenen war bei den Juden viel günstiger wie bei den andern Glaubenspartheien, so daß bei den Juden*auf Hunderttausend jährlich ein Ueberschuß von 1340, wahrend bei den übrigen nur von 1030 kam. Noch merkwürdiger ist, daß.von einer gleichen Anzahl Neugeborener vor dem ersten Jahre die übrigen Einwohner über die Juden nur k verloren, welcher Unterschied dem Verf. jenes.Aufsatzes daraus zu kommen scheint, daß die israelitischen Frauen sowol sich wahrend der Schwangerschaft, als auch ihr Kind wahrend des Saugens sorgfältiger in Acht nehmen. Eben so ist das Verhältnis des hohen Alters sehr günstig unter den Juden, so daß unter Zehntausend Gestorbenen sich Uebersiebzigjährige bei den Juden 1540, bei den übrigen Einwohnern nur 1171 fanden. Hierzu macht der Verf. folgende Bemerkung: „Da sehr viele Juden in großerArmuty leben, und daher viele Entbehrungen ertragen müssen: so scheint es nur durch ihre Mäßigkeit, besonders in Bezug berauschender Getränke, erklärt werden zu können, daß so viele unter ihnen ein hohes Alter erreichen. Im Allgemeinen dürste hiernach das Beispiel der Juden zeigen, wie viele Leben erhalten werden könnten, wenn eine verständige Schonung der Schwangeren und Säugenden, und eine größere Mäßigung im Gebrauch des Branntweines unter der großen Mehrheit der Bevölkerung allgemein würde. Kopenhagen, 15. Aug. (Privatmitth.). Die humane Gesinnung, welche hier die überwiegend öffentliche ist, hat sich vor Kurzem wkeoer glanzend bewährt. Es besteht hier seit mehreren Jahren eine an 5000 Mitgliedern zählende Gesellschaft „für den rechten Gebrauch und zur Unterdrük-. kung des Mißbrauchs der Preßfreiheit." In dieser wurden bei der letzten Repräsentantenwahl unter den für die Kopenhagener Abtheilung zu wählenden 36 Repräsentanten sechs Israeliten (Ol-, med. $5affin, Kanzleirath Delbanco, Grosserer Nolhanson, Dr. med. Trier, Rabb. Dr. Wolfs, Dispocheur Wessly) mit einer bedeutenden Stimmenmehrheit gewählt. Ist diese Thatsache schon an und für sich ein Zeugniß, so stellt sich dies noch deutlicher heraus, da das Verhältnis der hiesigen israet. Mitglieder (80—100) gegen die christlichen (1800—2000) dies nicht bewirken konnte, und bei der Wahl als Wähler und Gewählte Personen des ersten Standes thatig sind: so daß also das gegenseitige Vertrauen unter beiden Confessionen sich nicht nur durch Worte, sondern auch in Thatsachen beurkundet. D. Rbo. Von der Altmühl*), 18. Aug. (Privatmitth.) Herr Kirchenrath Dr. Stephani hat gegen Hrn. Schweizer wegen seiner auch in diesen Blattern bereits erwähnten Schrift: „Entlarvung" eine Jnjurienklage erhoben, die sich vornehmlich auch darauf stützen soll, gebüßte Fehler dürften nicht zum Vorwurf gemacht werden. Der Beklagte hat zu seinem Vertheidiger den Advokaten Hr. Dr. Grünsfeld in Fürth erwählt, welchem dadurch die schöne Gelegenheit wird, mit seinen ausgezeichneten Rechtskenntnissen für seine Glaubensgenossen in die Schranken zu treten.— Ich möchte aus diesem Umstande einen Schluß auf die Gesinnungen des Hrn. Kirchenraths gegen die Juden ziehen. Wahrend derselbe seit vielen Jahren von verschiedenen Seiten den stärksten, mitunter pöbelhaftesten Angriffen ausgefetzt war, wahrend in -neuester Zeit ein Geistlicher aus seiner nächsten Umgebung in einer Flugschrift „Neues Beispiel von Volks- *) In Mittclfranken in Baiern.

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