Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 41 (1877)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1877)
- Date
- 1877-01-23
- Page
- Seite 63 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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63 krankheiten zum Vorschein. Der Erfolg dieses merkwürdigen Werkes war ungemein groß und es erlebte viele Auflagen". — Nach allen diesen wohlverdienten Lobeserhebungen, die wir mit dem Verfasser jenes Nekrologs aus vollem Herzen theilen, vergaß der „Neurufsische Telegraph" zu bemerken, daß der Heimgegangene Axenfeld — ein Jude war. Es ist doch merkwürdig wie diese Herren von der Presse, sobald es sich um einen ausgezeichneten Israeliten handelt, der sich auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft oder der Humanität hervorgethan hat, sie es für überflüssig halten zu erwähnen, daß er dem Judenthume angehörte. A. war nicht nur ein ausgezeichneter Arzt, ein großer Gelehrter von seltener Bescheidenheit, sondern was noch mehr ist, er war ein edler Mensch in des Wortes schönster Bedeutung. Wir erwähnten im Eingänge unseres Aussatzes, welche schwärmerische Liebe er für seine Eltern hegte. Möge noch ein schöner Zug feines trefflichen Charakters hier einen Platz finden. Als er von Stufe zu Stufe stieg und endlich seine heißesten Wünsche erfüllt sah, an einer der größten Hochschulen der Welt zu lehren, da schlug die Stunde, wo er seine Antrittsrede in der berühmten Aula der altehrwürdigen „Sorbonne" zu halten hatte. Sein größter Wunsch war, die Ellern möchten diesen Ehrentag mit ihm feiern und den Triumph ihres Sohnes, für dessen Erziehung und Ausbildung sie alle ihre Kräfte eingesetzt, mit eigene» Augen sehen. Aber der alte Bater war gelahmt. Was thun? — Der Professor nebst seinem Bruder Heinrich, der als Maler in Paris lebt, trugen den Greis auf ihren eigenen Händen in den Uviversitätssaal, damit er der Vorlesung seines berühmten Sohnes beiwohne. * Was nun die Studenten anbetrifft, so hatten sie für ihn eine unbegrenzte Hochachtung und Verehrung. Als einst in der Pariser Universität eine Demonstration gegen einen Professor stattfavd und Niemand die aufbrausenden Jünglinge beschwichtigen konnte, da erschien der schlichte, von seinen Zuhörern angebetete Professor Axeafeld und besänftigte durch eine kurze Ansprache die tobenden akademischen Bürger. Axenfelv war ihnen nicht nur ein Lehrer, sondern ein Freund und Beschützer. Trotzdem er im Anfänge seiner akademischen Laufbahn mit vielen Widerwärtigkeiten des Lebens zu kämpfen hatte, so unterstützte er doch nach Kräften die Jünger der Wissenschaft. Dafür hegten sie für ihn eine unbeschränkte Liebe. Als Arzt war er mild und freundlich; sein bloßes Erscheinen, die warme Theilnahme, die er für den Kranken hatte, wirkten wohlthuend auf den Letztern und dessen Umgebung. In einer so großen, volkreichen Stadt wie Paris, wo unzählige Capacitäten im mevicinischen Fache sich befinden, sich eine solche Stellung zu erwerben, das will viel sagen. Wahrscheinlich hat der Verewigte wissenschaftliche Schriften hinterlaffen, und ist es im Interesse der Wissenschaft zu wünschen, daß diese recht bald herausgegeben werden. Sein ganzes Leben war der Wissenschaft gewidmet und um sich gänzlich derselben hinzugeben, genoß er selbst die Familienfreuden nicht. Axenfeld blieb unverheirathet und läßt keinen j Träger seines Namens zurück. L. T. Anzeigen. Hotel de Saxe in Berlin, Burgstraße 20 neben der Börse. RCStlllirclIlt A la 6arte von Früh bis Abends. — TftblC d’hote um 2 Uhr. Preis 2 Mark im Abonnement 1 Mark 50 Pf. Sttttmet zu soliden Preisen von 1 Mark 50 Pf. an. — Hötelwagen zu allen Hauptzügen auf den Bahnhöfen. — Es empfiehlt I. Cohn, - (B. 57/1877.) Hütelier und Traiteur. Für mein Tuch- und Modewaaren-Geschäft suche ich sofort oder auch zum 1. April einen mit den nöthigen Schulkenntnissen auSgestattete» jungen Mann als Lehrling. Reu-Rnppin, 1. Januar 1877. I. Blumenfeld. Ich suche p. sofort oder später zwei junge Leute mit guter Schulbildung als Lehrlinge. Bernburg. Hermann Hehwaid, früher M. Wolfs Wittwe, Leinenu. Wäsche-Fabrik.