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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-12-12 · Heft 50 (12.12.1876) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 50 (12.12.1876)
Date
1876-12-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung -es Ju-enlhums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Jutereffe. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippsou in Bonn. Verlag von Banmgärtller's Buchhanülimg iuLeipjig. 40. Jahrgang. Leipzig, den 12. December 1876. JV? 50. _l sich an .... ... Bonn; hinfichUi» de» Bezug« und der Inserate an «anmgirttter’* Lächtza-dlnuin-eidzig. 3nftratt, welche bi« Donntci- Utj «ingehen, finden in der caranfsolgen. den Nunnmer Berücksichtigung. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 di« 2'/, Bogen. Preis Vierteljährig 2 Mark. Inserate werden mit 2» Pf. für die Pettzeile oder deren Raum berechnet. «Ule Buchhandlungen, Postämter ww) -- "—*~'*5- Inhalt. Leitende Artikel: Abermalige Schutzschriftcn. — Die Folgen des Austrittsgesetzes. V. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bonn, Frankfurt am Main, Berlin, Aus Baden. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest. — Frankreich: Paris. — Holland: Amsterdam. — Italien: Rom. — Großbritannien: London. — Feuilleton: Das Judenthum in der Musik. — Vermischtes. jCeiteiuJe CLxhkÄ. Bonn, 6. December. Abermalige Schutzschrifteu. Unsre Zeit laßt sich weder verblenden, noch verdonnern. Je extremer eine Meinung auftritt, je heftiger sie sich behaupten will, desto schneller und kräftiger tritt der Widerspruch ein. Je schroffer eine Partei alle anderen zurückstößt und sich auf deren Trümmern eine Machtstellung gründen will, desto schneller wird sie isolirt und von allen Seiten bekämpft. Je schwarzer die Fluth des Haffes und der Verleumdung herandringt, je höher Frechheit und Verlogenheit das rothe Banner erheben, desto mächtiger ist die Gegenströmung, desto siegreicher das Panier der Wahrheit und des Rechtes. Dies erwarteten wir als die Ultramontanen, die Pietisten, die Agrarier und wer sonst die Schleppträger der Reaction sind, und hierunter erblicken wir nicht selten, sei es bewußt oder unbewußt, Radikale, namentlich Materialisten und Religionsbekampfer, mit wahrer Kreuzfahrerwuth gegen die Juden heranstürmten, mit der mehr oder weniger offenkundigen Absicht, sie vom Erdboden zu vertilgen, oder doch sie in einen verabscheuten Winkel der menschlichen Gesellschaft zurückzustoßen. Unsre Hoffnung hat sich nicht getäuscht. Wie wir uns eine lange Zeit gegen die Angriffe einer sich täglich mehrenden ungezahmten feindlichen Preffe zu wehren hatten, und namentlich Tagesblätter und Broschüren ihre Brutstätte der Verfolgung von einem Ocean zum anderen aller Orten aufzuschlagen schienen: so haben wir jetzt immer mehr Kundgebungen unparteiischer und wohlwollender Beurtheiler, aufrichtiger Kämpfer für die wahre Erkenntniß der Gegenwart wie der Geschichte zu verzeichnen, und waren wir gezwungen, jene Unholde zu nennen und zu beschreiben, so ist es gegenwärtig unsre angenehme Pflicht, unabhängige Verfechter aufzuführen. Es geschieht dies nicht aus Ruhmredigkeit, sondern im Jntereffe unsrer Zeit selbst, Zeugniß abzulegen vor Mit- und Nachwelt, daß unser Jahrhundert die Borurtheile und gemeinen Leidenschaften zwar noch nicht ganz besiegt und ausgerottet hat, sie aber ernst und würdig bekämpft und immer wieder von sich abschüttelt. So hatten wir jüngst die Schutzschristen von Kolk - m a n n, Di*. Wünsche, Gerhard von Amyntor, Viscount Amberley, Prof. Schleioen zu besprechen, und sind heute in der Lage neue hinzuzufügen. Wir thun dies mit um so auftichtigerer Befriedigung, als dies nur unabhängige, von keinem speciellen Motive angetriebene, mit den Juden in gar keiner Verbindung stehende Männer sind, Männer von der verschiedensten Lebensstellung und sehr mannichfaltigen Grundanschauungen—während unsre Gegner theils dem geistlichen, theils dem journalistischen Stande angehoren, oder doch im Dienste einer entschiedenen Partei stehen. Ja, im Dienste stehen auch jene Männer, aber im Dienste der Humanität und der Gerechtigkeit. In diesen Dienst beziebt der Mann sich aus fteiem Antriebe, ohne einen Lohn zu wollen und zu empfangen; es ist der Dienst der parteilosen Menschheit, der ganzen Menschheit und aller Zeiten! Zunächst erwähnen wir: „Judenthum und Christenthum. Ein Beitrag zur Klärung einer religiös-socialen Streitfrage. Bon II. W.iener. Zürich. Berlagsmagazin. 1877." Wir haben es

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