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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-11-21 · Heft 47 (21.11.1876) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 47 (21.11.1876)
Date
1876-11-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung -es IudenHums. Ei« unparteiisches Orgm für alles jüdische Jutereffe. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippsou m Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. Beilage» werde» mit 1 Mar! 50 P f. pro Hu»dert b erechaet. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 bi» 2>/. Bogen. Prri» Bierteljähri« S Äiare. Inserate werde» mit 2v Pf. kür die Petitzerle ob« deren Raum berechnet. Mle BuchbandUmgen» Postämter und Zeitung» - Expckiüonea nehmen Bestellungen an. In redactionelle» Angelegenheiten wende man sich an Di. t. zchiliposo» in Bonn; hinsichtlich des Bezug» und der Inserate an Lanmgilrtner'» »mtzdandlung inLeiozig. Inserat«, welche biS vonuer»- t», eingeben, finden inder darauffolgende» Rümmer Berücksichtigung. 40. Jahrgang. Leipzig, den 21. November 1876. JVf 47. Inhalt. Leitende Artikel: Gerhard von Amyntor und Prof. I>r. M. Schleiden. HI. — Die Folgen des Austritlsgesetzcs. III. — Literarischer Wochenbericht: Bonn, Pest.— Zeitungsnachrichten: Deutschland: Gießen. Fricdcbcrg (Ncumark), Jaucr, Nienburg a. d. W. — Oesterreich-Ungarn: Wien. Brüx. Aus Galizien, Pest. — Schweiz: Zürich. St. Gallen- — Türkei: Paris. — Amerika: Baltimore. — Feuilleton: Festrede Dr. Lndw. Aug. Frankl's bei der Enthüllung des Schillerdcnkmals zu Wien am 1t). November 1876. — Dr. Abraham Neumann. (Eine Lebcnsskizze.) (Fortsetzung.) Habende, (3Lxh!kei. Bonn, 15. November. Gerhard von Ämyutor und Prof. vr. M. Lchlcideu. IH. Indem Schleiden in die einzelnen Zweige des geistigen Lebens, besonders des wissenschaftlichen naher eingeht, zeigt er zunächst, wie überall ganz bestimmt die Details, soweit es eine übersichtliche Darstellung möglich macht, hervorhebend, die Arbeiten und Verdienste der Juden um die hebräische Sprache, Grammatik und Lexicographie. Er sagt einleitend: „Wie schon erwähnt, scheinen die Juden ein angeborenes Sprachtalent zu besitzen, und die Ausbildung desselben wurde jedenfalls dadurch gefördert, daß sie bei ihrer Zerstreuung gezwungen waren, unter so vielen verschieden redenden Völkern zu leben. Aber wichtiger noch als dieses war der sittliche Ernst, mit dem sie ihren ethischen und religiösen Ueberzeugungen anhingen und deshalb allen Scharfsinn und Fleiß darauf wendeten, die morgenländischen Sprachen, in denen die Grundlagen ihres Glaubens niedergelegt waren, vollständig zu beherrschen und sie für sich und ihre Nachkommen lebendig zu erhalten. Ohne das hätte wohl die Neuzeit und die wiederbelebte Geistesthätigkeit dem Hebräischen fast eben so rathlos im Anfang gegenübergestanden wie im Beginn des vorigen Jahrhunderts den Hieroglyphe». Zwar lernten noch Origen es und Hunden Jahre später Hieronymus bei Rabbinern Hebräisch, um das alte Testament verstehen zu können, damit hörte aber auch alles ernste und eindringende Studium bei dem christlichen Klerus auf. Man begnügte sich mit der erbärmlichen lateinischen Uebersetzung und konnte oft auch die nicht einmal mit Verständuiß lesen. Die Juden legten schon vor fast 1200 Jahren den Grund zu der tieferen Sprachkenntniß, die wir jetzt Linguistik nennen." Er kommt daher zu dem Schlüsse: „Wenn man die Geschichte der Reformationin's Auge faßt, die Unvermeidlichkeit, dabei eine gründliche Kenntniß der ganzen Bibel in ihrem Urtext wieder in's Leben zu rufen, so wird man sagen müssen, ohne Hebräisch keine Reformation und ohne Juden kein Hebräisch, da sie darin die einzigen Lehrmeister waren." — Hieran schließt sich die Philosophie, ein Gebiet, auf welchem den Juden, und zwar von modernen Juden selbst, in ungerechtester Weise die Wirksamkeit abgesprochen worden. Mit unverkennbarer. Wärme würdigt Schleiden dagegen die lange und tieszeHMe Geistesarbeit der Juden, namentlich für die Religions-Phiküsophie. Er beginnt hier mit der Alexandrinifchen Schule, zeichnet nicht blos die bedeutendsten jüdischen Denker, sondern auch die Kabbala, zeigt allerorten, wie die größten arabischen und christlichen Denker von den jüdischen abhängig waren und diese benutzten, die Resultate neuerer philosophischen Schulen, z. B. „Der Primat der praktischen Vernunft" (Fries) 700 Jahre früher von Juden ausgesprochen worden, wie insonders auf Maimonides die christliche Scholastik und Spinoza beruhen, und wie Chasdai Crescas das Verdienst hat, zuerst principiell den ^lsioteles und seine Autorität bekämpft und mit großem n dessen Weltanschauung und Physik widerlegt zu haben ihre 1410, also lange ehe ein christlicher Forscher »oc:;, y gegen den aristotelischen

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