Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-10-10 · Heft 41 (10.10.1876) · p. Seite 668

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 41 (10.10.1876)
Date
1876-10-10
Page
Seite 668 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3227069-3227111--34825-3304733
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

668 wie die der übrigen Südaraber. Sie tragen einen langen Kaftan aus buntem Baumwollzeug, die Lenden mit einem farbigen Tuche umgürtet; ihre Füße sind meist nackt «ohne längere Hosen) und nur selten mit grobem Schuhwerk versehen. Sie tragen keinen Turban, wie die Araber, sondern eine Art Mütze, die hier und da noch mit einem Baumwollenzeug umwunden ist. Alle aber, die ich sah, trugen die talmudischen Seitenlocken, was insofern für uns von Wichtigkeit ist. als daraus unzweifelhaft hervorgebt, daß sie erst nach rer zweiten Zerstörung Jerusalems nach Arabien ausgewandert sein können.3) Wenn sie daher (nach S. 74) theilweise vorgeben, daß sie schon über 2000 Jahre in Arabien seien, so ist dies eine historische Unmöglichkeit, da sie alle eifrige Talmud-Juden sind und sich keine Karaiten unter 3) Arabien stand früher mit Syrien und Palästina, namentlich durch Handelskarawanen, in vielen Beziehungen, wie z. B. auch Mohammed Reisen nach Jerusalem gemacht. Daß die arabischen Juden den Talmud und talmudische Sitten haben, beweist daher gegen ihre ftühere Einwanderung nichts. In Babylon war dies auch der Fall und doch rührte der Grundstock der babylonischen Juden vom Exil her. Redaction. ihnen finden. Daß auch schon die Juden, mit denen Muh'Lmmad verkehrte, Talmud-Juden waren, bedarf keines Beweises. Ganz anders verhält es sich dagegen mit den Falascha-Juden in dem gegenüberliegenden Abessinien, die meist in eigenen Dörfern lebend (hauptsächlich in der Provinz Quara) etwa 450,000 Köpfe stark sind. Diese wisien nichts vom Talmud, haben überhaupt alle hebräischen Schriften verloren und besitzen nur das äthiopische alte Testament. Vas sie sehr wahrscheinlich von der äthiopischen Kirche recipirt haben.4) Sie behaupten selbst, daß sie als Flüchtlinge nach der ersten Zerstörung des Tempels nach Egypten kamen und von da Nilaufwärts nach Aethiopien zogen. Diese Tradition wird in mehr als einer Hinsicht bestätigt durch ihre Sitten und Gebräuche, da ihre Weiber z. B. noch heutigen Tages der Göttin Sombat (-Sabbath) Kuchen opfern, wie einst ihre Altvordern zur Zeit deS Propheten JeremiaS der 2^72^:77 rq.272." E. Trumpp in München. 4« Dafür spricht, daß sie auch die Apokryphen haben, wie die äthiopische Kirche. Früher jedoch sollen sie blos den Orit (die TtN'ir) gehabt haben. E. Trumpp. Anzeigen. M. Kulm s Knaben-Institut in München nimmt Schüler vom 6.—16. Lebensjahre auf. Gründlicher Unterricht in sammtlichen Elementarsächern, neueren Sprachen und Handelswissenfchaften. Näheren Auffchluß über das Institut und das mit demselben verbundene Pensionat erlheilt (M. 7406.) M. Kahn, Direetor, Thal 9tr. 11. ßmgregatii Biai Mm j 34. Strasse. New-York. Die Stelle des Chasans in der obgenannten Gemeinde ist gegenwärtig vacant und die daraus reflectirenden Candidatcn. welche die Fähigkeit haben, mit einer angenehmen Stimme, vom Blatte und mit dem Chor zu singen, sowie auch eine gründliche Kenntniß des mb72r: bjvvb besitzen, sind höslichst eingeladen, sich darum zu bewerben. Der Gehalt ist liberal und Candidaten müssen persönlich zur Probe erscheinen. I Reisekosten werden nicht zurückerstanet. Candidaten wollen sich an Herrn 31. Ditikelspiel. Präsident, Nr. 33 Maiden Lane, Kew-York wenden. Cin Lehrling mit guten Borkeuntnissen versehen, findet in meinem Manusactur- und Modewaaren-Geschäft eine Stelle. Selbstgeschriebene Offerten nebst Angabe, welche Lehranstalt besucht, nehmen entgegen <S. L*ecy vormals Kerb, Unna i Westphalen. Die bieftae jüd. Gemeinde wünscht zum IS. iöctfcu. oder spätestens zum 1. Decbr. er. einen CultuSbeamten dauernd anzustellen, da unser bisheriger Lehrer nach 8 Jahren die Stelle verlästt, üm einem Rufe an die Magdeburger Schule zu folgen. Der Vorstand der Synagogen-Genieinde zu Greifswald. Unterzeichneter, als Borbeter, Schächter, x"rip und Lehrer zwanzig Jahre in hiesiger Synagogengemeinde thätig, sucht, um sich zu verbessern, ein anderweitiges Engagement; am erwünschtesten aber in einer größeren Gemeinde als zweiter Borbeter, N-np rc. fungiren zu können. Sommerfeld, den 1. October 1876. LouiS Bock, Cultusbeamter. (Sin junges Mädchen, welches mit allen Hausarbeiten, besonders Schneiderei vertrant ist und bereits Stellung alö Stütze der Hausfrau inne gehabt hat, wird als Solche unter Einreichung der Zeugnisse zu engagiren gesucht. Offerten unter >1. postlagernd Cuimsee.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.