Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 40 (3.10.1876)
- Date
- 1876-10-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3227069-3227110--34795-3304702- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Allgemeine Zeitung -es 2u-entt;ums. Eia mipartmschcs Organ für alles Wische Jatereffe. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippsou in Bonn. Dcrlag von Banmgiirtner's Bachhaudluug in Leipzig. Beilagen werden mit 1 Mark 50 Pf. pro Hundert berechnet. 3n cebactisneSen Angelegenheiten nxnbe man sich an Dr. t. Dqüippfott in Bonn; binfichüich drs Bezug« und der Inserate an Lan«yärtnrr'» «nchdan-lung in Leipzig. 3nftraU, welche bis Donnerttag eingcben, finden in der raraussolzendrn Numner Berücksichtigung. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 di« 2>/. Bogen. Prei» Brerteljähria 3 diarl. Inserat« werden mit 20 Pf. für die Petitzelle oder deren Bau« berechnet. Alle Bnchbandlnngen. Postämter und Zeitung«-Expeditionen nehmen Bestellungen an. 40. Jahrgang. Leipzig, den 3. Octobcr 1876. JS? 40. Inhalt. Leitende Artikel: Kurze Antwort an- Prof. Dr- Rebberr. — lieber den jüdischen (*cktcultu$ und dessen Geist. V. — Der Bersall des Islam. II. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig, Bremen, Allona» Fürth. — Ocfterrcichllugarn: Don der Donau, Aus Galizien. — Rumänien: Paris, Fokfchani, Bukarest. — Afrika: Wien. — Feuilleton: Die Juden in Bremen. — Corrcspondenz: Erwitte. — Vermischtes. j£eibeiide $Lth&ei. Bonn, 27. September. Kurze Antwort an Prof. Dr. Kebberi. Prof. Dr. Rebbert, Director des ehemaligen Priesterseminars zu Paderborn, bekennt sich als Verfasser des Pamphlets „Chnstenschutz — nicht Judenhatz", dessen erste Ausgabe von der Staatsbehörde confiscirt worden. Er gab nunmehr ein zweites Pamphlet heraus, eine Wahlbroschüre, um auf die bevorstehenden Wahlen zu wirken, wie er meint, unter dem Titel: „Blicke in's talmudische Judenchum". Diese enthält einen vor dreißig Jahren von dem nachmaligen und jetzt ehemaligen Bischof Dr. Konrad Martin verfaßten Aufsatz gegen den Talmud, und hierzu weitläufiges Geschwätz gegen die bekannte Broschüre des Dr. Kolkmann. Bon diesem neuen Product seiner Muße sandte der Verfasser „das erste Exemplar" an uns, wie er im Vorwort berichtet, und fordert uns auf, den Bischof Martin zu widerlegen, was wir aber gewiß nicht könnten. Wir wollen Herrn Rebbert eine kurze und sehr bestimmte Antwort geben, nämlich diese: Bischof Martin weiß vom Talmud gerade so viel wie Prof. Rohling, und Prof. Rohling gerade so viel wie Prof. Rebbert, und dies heißt, wie Prof. Rebbert sofort eingestehen wird, so viel wie — gar nichts. Sie Alle haben nichts als aus denselben Quellen geschöpft, deren morastige Beschaffenheit schon so oft nachgewiesen worden. Mit dieser Antwort wird sich Herr Rebbert vorerst begnügen müssen. Wir wollen ihm sagen, warum? Seitdem Rohling seine Broschüre geschrieben, hat Rabb. Dr. Krön er in seiner Schrift: „Entstelltes, Unwahres und Erfundenes in dem „Talmudjuden" Prof. Rohling's" (zwei Theile, Münster, 1871), hat Jacob Emanuel Fränkel in seiner „Erwiederung aus ff. »Lemberg, 1871), hat Rabb. Dr. PH. Bloch in seiner Schrift: „Prof. Rohling's Falschmünzerei auf talmudischem Gebiete" «Posen, 1870) erwiesen, daß Pros. Rohling vom Talmud nichts versteht, die von ihm citirlen Stellen gefälscht, verdreht, verstümmelt hat oder gar nicht vorhandene citirte. Rohling ist demnach als Beurtheiler des Talmud vollständig gerichtet. Was geschieht nun? Tie Partei des Rohling, und Pros. Rebbert an deren Spitze behauptet noch immer, er sei nicht widerlegt und könne gar nicht widerlegt werden! Dies erdreistet sich Rebbert auch in seinem jetzigen Pamphlet zu sagen. Mit solchen Leuten sollte man streiten? Wohlan, Herr Rebbert und Consorten, zuerst widerlegt die bestimmten Rachweise der Herren Kroner, Fränkel und Bloch — zeigt, daß Rohling die Talmudstelleu nicht gefälscht, entstellt und erfunden hat — dann wollen wir auch den Bischof Martin bedienen. Bis dahin werden wir nicht so thöricht sein, mit Menschen uns einzulassen, die, hundert Male widerlegt unc ihrer Unwissenheit überführt, doch nur sagen: wir sind nicht widerlegt! Wir haben Wichtigeres zu thun.