Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1876)
- Date
- 1876-08-15
- Page
- Seite 536 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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536 etwas bessern würden, legen wir den interessanten Artikel bei Sene. Er schloß: „Das „jüdische Literarurblatt" bringt in seiner jüngsten Nummer einen Artikel „Die Lag be-Omer Feier im Orient" von einem gewissen Lewy in Gr. Kanizsa, der an einen Bericht über diese Feier in Nr. 44 der Allg. Ztg. d. Juventh. vom vorigen Jahre anknüpft. Womit beginnt nun dieser Herr Lewy feinen Artikel in diesem „jüdischen Literaturblall"? Mit einer absichtlichen Verdrehnng oder vielmehr Fälschung Ihrer dort hinzugesügten redactionellen Anmerkung. Während Sie dort deutlich sagen: „Es müßte also wohl ein anderer Simon sein, zu dessen Ehren das Fest gefeiert wird" — wie denn auch in der Thal das Fest zu Ehren R. Simon b. Jochai's gefeiert wird, vgl. Nr. 47 vor. Jahr. — verdreht der ehrenwerthe Herr Ihre Worte und schreibt: „keinesfalls aber, wie die Redact. d. A. Z. v. I. glaubt, zu Ehren R. Simon b. Gamaliels, des Märtyrers — wovon Sie Doch das gerade Gegenthell sagen. Dieselbe Nummer dieses „jüdischen Literaturblattes" enthalt auch von dem Herrn Redacteur selber — „Exegetisches". Was findet man da? Aus der A. Ztg. d. Judenth. vom vor. Jahre >Nr. 24, S. 387) wird eine exegetische Notiz wörtlich abgedruckt. Wie ein solches Verfahren im gewöhnlichen Leben genannt wird, braucht den Lesern nicht erst gesagt zu werden. Und Alles das gilt für Wissenschaft und Gelehrsamkeit in gewissen „jüdischen Gelehrtenkreisen". L. S. Mit Nichts wird in unserer Zeit mehr Unfug getrieben, als mit Worten, und nicht selten muß man unter ihnen gerade das Gegentheil verstehen, von dem, was sie aussagen. So versichert die jüngste Thronavresse der rumänischen Deputirtenkammer, „daß die Aera der Freiheit, Gerechtigkeit und Sittlichkeit in Rumänien eingekehrt sei" — was doch wohl nichts Anderes bedeuten kann als: Freiheit. Gerechtigkeit und Sittlichkeit sind in Rumänien noch nicht vorhanden; man muß sie mit l der Laterne suchen, und findet sie nicht! Anzeigen. Hochschule für die Wissenschaft des Judenthnms in Berlin. YlSllISBUIgg der Im Winter-Semester 1876—77 (vom LÄ. October 1876 an) zu haltenden Vorlesungen. Herr Dr. Cassel wird lesen: 1) Jüdische Geschichte: Montags, Dienstags, Donnerstags 4—5 Uhr. 2) Pentateuch mit Commentaren: Montags, Dienstags, Donnerstags 5—6 Uhr. Herr Dr. Lewy wird lesen: 1) Mischna, Tamid und Middot: Montags und Donnerstags 8—9 Uhr. 2) Talmud stalarisch, Schebuoth: Dienstags, Mittwochs und Freitags 8—10 Uhr. 3) Talmud cursorisch Taanit: Dienstags und Freitags 10—11 Uhr. 4) Jore Dea: Montags und Donnerstags 9—11 Uhr. 5) Privalissime: Talmud jeruschalmi Schekatim: Sonntags 9—11 Uhr. Herr Prof. Dr. 8teinthal wird lesen: Biblische Theologie: Montags, Dienstags, Donnerstags 10—11 Uhr. Alle Vorlesungen an der Hochschule sind unentgeltlich. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Reihe die rite immatriculirten Studirenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Facultäl — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung au den Vorlesungen Theil nehmen. Die Vorlesungen beginnen am 23. October 1876. Die Anmeldung erfolgt bei dem zeitigen Vorsitzenden des Lehrer-Collegiums, Herrn Prof. Dr. Steinthal, Freitag den 20. und Montag den 30. October er. von 11 —12 Uhr Vorm, im Lokale der Hochschule, Unter den Linden 4 a. Berlin, am 28. Juli 1876. (B. 6130.) Das Curatorimn der Hochsehule iur die Wissenschaft des Judenthums.