Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1876)
- Date
- 1876-08-08
- Page
- Seite 519 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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519 Vermischtes. Das „Jew. Chron." theilt Folgendes mit: Eine christliche betagte Wittwe, Namens Miß Hodgson, hat vor ihrem jetzt erfolgten Tode einen Theil ihres Vermögens dem israelitischen Hospital zu Jerusalem vermacht, und was noch seltsamer, den Rest — ungefähr hundert Tausend Francs — dem Doctor Hermann Baar, ehemals Lehrer und Chordirigent an der Seelstreet-Synagoge zu Liverpool. Das Testament datirt vom Jahre 1869, einer Zeit wo Herr Baar in Brüffel wohnte, das er seitdem verlassen, um sich in New-Orleans als Lehrer an der israelitischen Schule niederznlaffen. Die verstorbene Frau Hodgson war eine eifrige Bewunderin des jüdischen Stammes: man weiß, daß sie unter dem Schleier der Anonymität durch ihre Gaben zur Unterhaltung jüdischer Wohlthätigkeitsanstalten beitrug, daß sie oft Geld in die Armenbüchse der Synagoge legte und daß sie zu den Festtagen den Gemeindebeamten, namentlich Herrn Baar, Lebensmittel und Feuerung zur Bertheilung überschickte. Die Verwandten der Frau Hodgson würden geneigt sein, das Testament unter dem Vorwände der Unzurechnungsfähigkeit der Erblasierin anzufechten; aber trotz einiger Excentricitäten war diese im Allgemeinen fähig und wohlerfahren in geschäftlichen Angelegenheiten. Und Herrn Baar der Erbschleicherei zu bezichten, würde schwer sein, denn dieser war zu der Zeit, wo vaS Testament aufgesetzt worden, nicht mehr in Liverpool. Anzeigen. Bekanntmachung. Die Eröffnung der Lipschütz'schen Versorgungsanstalt betr. Die aus den Mitteln der Julius und Benno Lipschütz'fchen Stiftung in München zu errichtende Bersorgungsanstalt für Israeliten soll baldthunlichst in's Leben gerufen werden. Nach der Bestimmung der Stiflungsurkunde und des Statuts der Anstalt, sollen in dieselbe alte erwerbsunfähige Israeliten beiderlei Geschlechtes und zwar männliche nach zurückgelegten 6osten, weibliche nach zurückgelegten 55sten Lebensjahre — letztere bei Aufnahme von Ehepaaren und in Fällen besonderer Hilflosigkeit auch bei einem Alter von 50 Jahren — ausgenommen werden und sind die Aufnahmsgesuche in der Reihenfolge zu berücksichtigen, daß zunächst A) Verwandte der Stifter, nach diesen B) in Baiern beheimathete Personen, hierauf C) Angehörige der übrigen deutschen Bundesstaaten, endlich v> Ausländer zugelafsen werden. Im Vollzüge dieser Bestimmung werden hiermit vorerst etwaige Bewerber aus der Kategorie A und B aufgefordert ihre Gesuche bis 20. August ds. Js. bei der unterfertigten Verwaltung einzureichen. Den Gesuchen sind beglaubigte Nachweise über Heimath, Alter, Leumund, Vermögen, sowie Gesundheitsverhaltniffe der Bewerber beizulegen. Für die Kategorien C und D wird, falls sich ein Anlaß hierzu ergeben sollte, ein besonderer Bewerbungstermin anberamnt und bekannt gegeben werden. Dtünchen, den 17. Juli 1876. (M. 5758.) Verwaltung der israelitischen Cultnsgemeinde: Der I. Vorstand: Der Secretär: Aub. Dr. Kohnstutnm. Für unser an Sonnabend u. Festtagen geschlosienes Seiden- und Sammetwaarengeschäfr eu gros suchen wir zum 1. October einen mit den nöthigen Vorkenntniffen versehenen Lehrling. Samuel & Frensdorfs, _Hannover._ Gesucht zum 1. October für ein Putz-, Werßwaaren- und Wäsche-Geschäft, das Sonnabend und Festtage geschloffen, ein Lehrling unter günstigsten Bedingungen. Offerten an Gustav Ponrurer, Hildesheim i. Hann. Ein tüchtiger und solider Reisender findet auf sofort bei mir gute und dauernde Stellung. Emanuel Weinberg, Herford, _Zuckerwaarenu. Chocoladen-Fabrik. Zur Führung der Wirtschaft und gleichzeitigen Pflegeu. Gesellschafterin bei einer kranken Dame wird eine erfahrene israelitische Person zum 1. September gewünscht. Meldungen mit Einsendung des Zeugniffes bittet man an Herrn Julius Wolfs, Stargard in Pommern zu richten.