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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1876-05-30 · Heft 22 (30.5.1876) · p. Seite 360

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
40 (1876)
Issue
Heft 22 (30.5.1876)
Date
1876-05-30
Page
Seite 360 (sequence 14)
Language
German
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ein. Die erste Gerichtsverhandlung fand am 21. v. M. statt. Der Herr Pfarrer glaubte als Seelsorger mit seiner ehrenrührigen Aeußerung dem Kläger gegenüber vollkommen in seinem Rechte zu fein. Dies hals ihm aber 'nichts, und er wurde schließlich zu 50 Mark Geldbuße und zur Tragung der Kosten verurtheilt. Die Naffauische „Volkszeitung" fügt die Bemerkung hinzu: „Dieser Fall bietet auch nach in anderer Beziehung eine äußerst ernste Seite dar. Der Berurtheilte ist zugleich Schulinspector und als solcher eine Bertrauensperson. Unsere Regierung meint es mit dem Schulwesen und den Lehrern gut, das ist zweifellos. So lange aber das Aufsichtspersonal noch allzuviel ungeeignete Persönlichkeiten zählt, wird das Schulwesen selbst beim besten Willen der königl. Regierung niedergehalten und der Lehrerfiand bei allen Gehaltsausbefferungen, Zulagen, Remunerationen, Lehrercurse u. dgl. gedrückt und gebückt bleiben. Möchte doch auch hier eine schönere Morgenröthe bald Hereinbrechen!! Seesen (Braunschweig), im Mai. (Privatmitlh.) In dem jetzigen Kampfe um die Simultanschule ist es angemessen, auf die hiesige bekannte Jacobson-Schule hinzuweisen, über welche ein Bericht für das Schuljahr 1875/78 vom Director der Anstalt, 0r. Arnheim, soeben erschienen ist. Zunächst ist daran zu erinnern, daß diese Simultanschule von einem jüdischen Stifter ausgegangen, alsdann daß sie bereits 76 Jahre besteht, und zwar in stetem Wachsthum. Jüdische und christliche Lehrer wirken an derselben im Vereine und vollständigem Berständniß; jüdische und christliche Schüler erhalten denselben Unterricht, selbstverständlich mit Ausnahme des Religionsunterrichtes, der in vier Abtheilungen, getrennt für die jüdischen und die evangelischen Schüler — katholische giebt es in dieser nur von Evangelischen bewohnten Gegend nicht — ertheilt wirb. Ostern 1863 hatte die Anstalt 77 israelitische und 76 evangelische Schüler; im letzten Winterhalbjahre betrug die Zahl der israelitischen 125, die der christlichen 110 Schüler, Summa 235. Die Zahl der Hausschüler beträgt 170, von denen 40 Freizoglinge, 20 zahlen die halbe, 110 die ganze Pension. Das Leben im Hause und in der Schule ist für alle Alumnen ein gleiches, so daß die Vermögensverhältnisse der Angehörigen durchaus keinen Einfluß auf dasielbe üben. Bon den 65 Stadtschülern zahlt der vierte Theil kein Schulgeld, einem bestimmten Theil der Uebrigen wird die Hälfte des Schulgeldes erlaffen. Die Anstalt steht unter der Aufsicht der Staatsbehörden, und daß diese mir den Erfolgen derselben zufrieden sind, ersieht man daraus, daß auf Verwendung des herzogl. Staatsministeriums' die unter dem 13. März 1870 provisorisch verliehene Berechtigung zum einjähr. Freiwilligendienst für die rite absolvirten Schüler der ersten Elaste unter dem 1. Oktober 1875 in eine definitive vom Reichskanzleramte verwandelt wurde. Man kann also wohl mit Fug und Recht alle Vorurtheilslose aus die durch diese Anstalt gemachten Erfahrungen verweisen. Die sich immerfort mehrenden Anmeldungen, welche schon längere Zeit unberücksichtigt bleiben mußten, machte es nothwendig, ein größeres Schulgebäude zu errichten. Es wurde ein Nachbargrundstück für 16,500 Mark angekauft und ein neues Schulhaus für 66,000 Mark erbaut, welches am 3. Aug. 1873 seiner Bestimmung übergeben wurde. Nach dem Tode des Herrn Gotthelf Jacobson am 25. Juni 1875 wurde von den beiden anderen Mitgliedern des Curatoriums, Ferdinand und Rudolph Jacobson, der Stadtgerichlsrath Profestor Dr. Rubo in das Curatorium gewählt, und hat dieser die Wahl angenommen. Anzeigen. <^ie Stelle eines Predigers und Religionslehrers, mit einem Jahresgehalt von 1500 Mark, ist in unj^j j serer Gemeinde sofort zu besetzen und ersuchen wir die resp. £3 i Bewerber, sich Lieferhalb schriftlich an uns zu wenden. N! Brandenburg a. H., 8. Mai 1876. H Der Vorstand der Synagogengemeinde. Die in der israel. Gemeinde Hierselbst vacant gewordene Cantorevent. Schächter- und Thora-Vorleser-Stelle, mit welcher außer freier Wohnung ein jährliches Einkommen von 1500 Mark verbunden ist, soll schleunigst anderweit besetzt werden. Geeignete Reflectanten belieben sich baldigst unter Einsendung ihrer Zeugniffe zu melden. Schwerseuz bei Posen, den 17. Mai 1876. vor Vorstand der israel. Corporation. Eine geprüfte Lehrerin (musikalisch), mosaischer Confession, sucht Stelle als Erzieherin. Offerten unter G. A, 100. befördert die Expedition dieser Zeitung. Wir suchen zum 1. Oktober d. I. einen Lehrer für unsere jüdisch, deutsche Elementarschule, der gleichzeitig das Amt eines Vorbeters und Schächters mit übernebmen muß. Gehalt lOOO bis 1JLOO Mark. Außerdem freie Wohnung und 9debeneinkünfte. Unverheirathete Resteetanten wollen stch unter Einsendung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand baldigst wenden. Hoya a/d. Weser. Der Vorsteher: Beermann. In meinem Manusacturwaaren en detail Geschäft ist die Stelle eines Verkäufers und eines Lehrlings vacant. M. Baum, Suhl, Thüringen. I Ein junger Dkann, mehr. Jahre in der Manufactur- I brauche thätig, dem gute Referenzen zur Seite stehen, sucht per I sofort oder per 1. Juni c. Stellung. Gefällige Adressen I werden unter >. F. 12 postlagernd Bromberg erbeten. £

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