Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-08-28 · Heft 103 (28.8.1838) · p. Seite 417

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 103 (28.8.1838)
Date
1838-08-28
Page
Seite 417 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3224856-3224960--01248-3304360
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

417 ben schenken, als wenn das Berliner Rabblnat die Legitimitäts-Frage bejahend begutachtet hat; noch weniger glauben wir, daß der Rabbine S. Eg er, der Sohn eines solchen Vaters, auf den anwendbar ist, was der Talmud auf einen gleichnamigen ausgezeichneten Gelehrten sagte *): „Heil dir, Rabbi Ekiba, dein Ruf geht von einem Ende bis zum andern Ende der Welt" — daß dieser Sohn sich seinem Vater im Rang der Gelehrsamkeit und Frömmigkeit sollte gleichstellen wollen; am wenigsten, daß derselbe sich zu einer Stelle drangen sollte, die ihm der selige Vater wohlweislich in seinem Testamente nicht empfohlen, obgleich'er in demselben darauf gedrungen, solche Stelle sofort zu besetzen — und am allerwenigsten eine Ernennung auf eine Stelle annehmen wird, die in Zwiespalt ausgebrütet, ohne wahre Gottesfurcht erzeugt, für ihn sowol als für die Gemeinde nur Unheil bringen wird-!i7 ^72 Friede und Eintracht ist Posen, so wie den Gemeinden in Deutschland nothwendig; Friede im Innern wie von Außen; denn nur Friede ist der Zweck der Religion, irwi “O wv ■wt. P. im Juli 1838. (Fortsetzung folgt). B e l I e 11 i ü i t. Die Farth nach dem gelobten Lande *. (S. No. 85.). II. Du bist mein Vaterland, O schönes deutsches Land, Und Deine grüne Auen Mir köstlich zu schauen! Und Deine Eichen, Die in die Wolken reichen. Dein erkräftigender Sonnenglanz, Und der Lüfte erfrischender Tanz, Und der Ström' um die Hügel Ungekräuselter Spiegel, Und der Städre lange Reihe In stiller, bürgerlicher Weihe, Und die Männer, die verbinden Haß und Liebe mit vernünft'gen Gründen: Euch hat meiner Väter Blut — Nicht vom Kriegsschwert, sondern im GlaubenSmuth *) IS taV» Y1L72 tcrp? -q-i "p-ras .ISIS Vergossen — Uns errungen zu Heerdgenossen, Und zum Vaterland Das schöne deutsche Land! Steh' ich wirklich unter der Palme, Am erloschnen Wüstenbach, Wo nicht schwankende Halme, Nicht des Dörfchens rotheö Dach Zu schauen, nur Gräber und Trümmer Und auf den Sandfluren Der Gotteshelden verwehte, doch unvertilgbare Spuren: Dann werd' ich Dein gedenken, Mein deutsches Land, So wie der Erde wird gedenken Die Seele, wenn sie frei von Körpers Band. Leis' wird die Erinnerung mich beschleichen. Doch ohne der Sehnsucht Schmerz, Und WüstenwärtS Wird in dem reichen Spiel der Strahlen Serajeb ) mir Dein Abbild mahlen! HI. Israel, Du alter Beter, Weißt Du, ach! wohin ich wandre? In das Land der Ururväter, Das bewohnen jetzt ganz Andre — Dir gehört es nach dem Namen, Weil die Alten dorther kamen, Dein gedenken, die es nennen — Doch Du kannst es selbst nicht kennen! Welchen Pfad dahin ich gehe? Brauch' mich Dir nur zu vertrauen, Daß ich nach der Gegend sehe, Wohin betend Du wirst schauen: Israel, Du alter Beter, Ob nun früher oder später — Kommen wird das Heil von dorten, Schaust drum nach den alten Porten! Israel, Du alter Beter, Hast Du nichts dorthin zu sagen? Hast zum Höhlengrab der Vater **) Keine Botschaft hinzutragen? Nicht, ob bald der Kreis der Zeiten Wird zur Rückkehr Dich geleiten? Oder ob vom Knechtschaftswehe Du schon kamst zur Freiheitshöhe? Würde gern als Dein Vertreter Flüstern in der Gräberhöhle, *) Serajeb, der morgenla'ndische Ausdruck für Kata Morgana, Mirage, Luft-Spiegelung, in der W'ufte nicht ungewöhnlich. **) Machpela.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.