Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1876)
- Date
- 1876-04-25
- Page
- Seite 262 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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262 nicht für das verantwortlich machen, was in früheren Jahrhunderten das christliche Volk, sanatisirt durch dessen Pfaffen, und was solche heute nochmals thäten, wenn nicht, uns zum Heil und ihnen zum Verdruß, der „Kanzelparagraph" und die „Maigesetze" hindernd im Wege ständen. Vergleiche den Syllabus und die Encyklika! Wir schließen aber auch diese Fastenbetrachtung mit der Mahnung, die Vernunft und das von der „Rheinpfalz" so sehr bemängelte manrerische Princip, die Humanität, zur Grundlage unserer und unserer Kinder Bildung zu machen. Vermischtes. Die merkwürdigste und reichste Anstalt der Welt ist bekanntlich das Britische Museum zu London, sowohl was die Kunstgegenstände und Alterthümer, als auch was die Bibliothek betrifft. Selbstverständlich ist diese großartige Sammlung aus kleinen Anfängen erwachsen. In einer Geschichte des Britischen Museums in der Keuie des deux mondes (December 1875), gezogen aus einer Reihe englischer Schriften über diesen Gegenstand, finden wir folgende Notiz: „Die Bibliothek vergrößerte fich ziemlich schnell. Einer ihrer ersten Wohlthäter war im Jahre 1759 ein reicher Kaufmann, Salomon Da Costa, ein Amsterdamer Jude, der seit langen Jahren sich in England niedergelassen hatte: er machte zum Geschenk eine kostbare Sammlung von hebräischen Büchern und Manuscriplen, „aus Dankbarkeit", schrieb er, „für den großmüthigen Schutz, den ihm die Duldsamkeit und Gerechtigkeit der britischen Regierung haben angedeihen lasten". Sein Begleitschreiben an den Vorstand schließt mit einer Art von Gebet für das eben eröffnere Museum: „Möge es wachsen und sich vervielfachen zum Bortheil dieser Nation und der ganzen Menschheit." Selbst der vertrauensvollste Optimist konnte nicht vorhersehen, wie glänzend dieser Wunsch vor Ablauf eines Jahrhunderts sich erfüllt hat." In einem witzigen Berichte des bekannten Kunstkritikers Ambros, im Januarheft der „Deutschen Rundschau" über „Richard Wagner in Wien", wird von den Bestandtheilen gesprochen, aus welchen die fanatische Phalanx der Wagner-Enthusiasten in Wien sich zusammensetzte. Es heißt da am Schlüsse des betr. Satzes: „und aus der baute finance, welche eine allbekannte Broschüre Wagner's vergebend und vergeffend, die echt christliche Lehre vom Segnen derjenigen, die uns stuchen, gleichsam dilettantisch ausübte". Es ist dies bitter, aber trifft zu. Nur muß man ergänzend hinzusügen, daß für diese Art Juden die Mode Alles ist und jede weitere Rücksicht überwiegt. Denn auch wir meinen, daß die Beurtheilung der Kunst zwar jede anderweitige Paneimeinung ausschließen müsse, daß man sich jedoch einer solchen Persönlichkeit, wie Richard Wagner gegenüber, nicht geradezu wie toll in dessen Bewunderung geberden sollte, sondern ruhig hinzunehmen habe, was er dem Geschmacks dieser Herren zu bieten hat, den Charakter desselben aber würdigen muß, wie er es verdient. Eine dreifache goldene Hochzeit wurde am 11. d. M. in Papa gefeiert. Die beiden Brüder Samuel und Bernhard Goldschmibt und Aron Steiner feierten an diesem Tage mit ihren Gattinnen Charlotte, Regine und Nannette das seltene Fest. Ziannette Steiner ist die Schwester der Gebrüder Golbschmidt. (P. Lloyd). Anzeigen. Prediger Bacanz. Die jüdische Gemeinde in Williamsburg sucht einen Prediger und Rabbiner zu engagiren; einen jungen Mann, welcher gediegenes Wissen mit oratorischer Begabung verbindet, der Schule der gemäßigten Reform angehörend. Vorläufiger Gehall S2000. Anmeldungen, begleitet von einschlageneen Zeugnissen, sind zu richten an Sigismund Kaufmann, 39 Nassau Street, N. A- Gesucht! Em mit sehr guten Zeugnissen versehener, in den mittl. Jahren sich befind. Elementarlehrer, -,-r; und cnsj, der auch Kanzelvorlräge hält, sucht per 1. Oct. Stelle, mögl. mit großer Schule. Offerten mit ausführlichen Angaben besorgt die Expedition dieser Zeitung sub N. N. 99. Stelle-Gesuch. Ein junger Mann, der seine Lehrzeit in einem Tuch- und Modewaarengeschäft en gros & en detail in einer Stadt Thüringens jetzt (zu Ostern» beendet, dem seitens seiner Principalität unverbesserliche Zeugnisse zur Seite stehen, sucht unter sehr bescheidenen Ansprüchen Placement als Verkäufer oder Magazinier. Ersteres wäre erwünschter, da er flotter Verkäufer ist. Gütige Berücksichtigungen beliebe man unter Hl. K. # 18 an die Expedition dieser Zeitung zu richten. Ein junger Mann, im Bes. der Berecht. z. einjähr. Dienst, der incl. seiner Lehrzeit 4 Jahre in dem Comptoir eines größeren Wollgeschästes sungirte, momentan in einem Tuchgeschäft thätig, sucht, gestützt aus gute Zeugnisse, per l. Juli c. Stellung. Offerten S. W. postlagernd Quedlinburg a/H. erbeten.