Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 40 (1876)
- Issue
- Heft 14 (1.4.1876)
- Date
- 1876-04-01
- Page
- Seite 229 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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229 Nachtrag. Aachen, 27. Marz. (Privatmitth.) Vorstand und Repräsentanten der hiesigen Gemeinde haben mit großer Majorität den Dr. Jaulus aus Pest zum Rabbiner gewählt. Berlin, 26. März. In der Angelegenheit des Lehrers Rudolph an der Luisenschule, welche am 17. d. M. in der Stadtverordnetenversammlung erörtert wurde, hat der Magistrat an den Stadtrath Magnus nachstehendes Schreiben gerichtet: „Ueber den Gegenstand der gefälligen Anzeige vom 10. Februar hat die Schuldeputation Bericht von Herrn Direktor Mätzner erfordert. Darnach hat der Oberlehrer Rudolph die ihm in öffentlichen Blättern vorgeworfene Aeußerung „Thomas muffe ein Jude gewesen sein" nicht gethan. Zugestanden wird, daß gewiffe Fragen an die jüdischen Schülerinnen über.ihre religiöse Unterweisung und andere aus dem Rahmen seines Unterrichts heraustretende Aeußerungen die jüd. Schülerinnen in ihrem religiösen Gefühl verletzt haben können. Die Schuldeputation hat deshalb den Director angewiesen, den Oberlehrer Rudolph auf das Unangemeffene dieses Verfahrens aufmerksam zu machen und denselben sowohl wie sämmtliche Lehrer und Lehrerinnen bei Gelegenheit der nächsten Conserenz in der ernstesten Weise aufzufordern, sich in Fragen und Bemerkungen vor jeder Verletzung der religiösen Gefühle der Schülerinnen zu hüten und die confessionellen Unterschiede derselben außerhalb der Religionsstunden nicht zu berühren. Berlin, den 19. März 1876. Magistrat Hobrecht." Anzeigen. I nlerdenfsfeffen. OjA. Crailsheim, Würtemberg, den 2«. März 187«. Da unser bisheriger Lehrer nach der größeren israelitischen Gemeinde Pflaumloch berufen worden, so ist die hiesige Stelle als Religionslehrer, Cantor und Schächter sofort wieder zu besetzen. Fester Gehalt 53« Mark nebst üblichen Emolumenten, freier Wohnung und Heizung. Das Schächteramt wird extra bezahlt und dürfte mehr als 10« Mark abwerfen. Da nur einige Schüler vorhanden sind, so könnte in der einen Stunde von hier entferten bayerischen Stadt DiukelSbühl durch Privat-Religionsunterricht noch ein schöner Nebenverdienst erzielt werden. Geeignete Bewerber, welche sich über ihre Fähigkeiten und religiös-sittliches Betragen auszuweisen vermögen und bei unserm Bezirksrabbiner in Religionsfachern und Schächterfunclion einer Prüfung unterwerfen können, haben Aussicht, wie schon mehrere Vorgänger, eine bleibende Stätte und ihr Glück in Würtemberg zu finden. Hierauf Reflectirende wollen sich unter Vorlegung ihrer Zeugniffe direct wenden an den israelitischen Vorstand _Ballenberger. ie Stelle eines geprüften Elemeutar-Lehrers und CantorS soll bei der hiesigen Gemeinde baldmöglichst besetzt werden. Gehalt 9««—1««« Reichsmark bei fteier Wohnung, Heizung und Licht. Der Anzustellende findet hier auch vielfach Gelegenheit, fich durch Ertheiluug von Privatstundeu Nebeneiuküuste zu verschaffen. Qualifieirte Bewerber wollen fich unter Beifügung von Zeugnissen au den Unterzeichneten Vorstand wenden. Moers am Rhein, im März 1876. Der Vorstand der Synagogengemeinde. Eine iSr. Haushälterin mittl.ÄlterS, welche d. Küche, insbesond. aber die Erziehung d. Kinder zu versorgen hat, wird von einem Wittwer mit 3 fast erwachs. Kindern per 1. Mai engagirt. Offert, nebst ausführl. Angaben über Ansprüche, Referenzen, Alter, Person, werden unter Q. l. postlagernd Fürth, Bayern, erbeten. Prediger Vacanz. Die jüdische Gemeinde in Williamöbnrg sucht einen Prediger und Rabbiner zu engagiren; einen jungen Mann, welcher gediegenes Wissen mit oratorischer Begabung verbindet, der Schule der gemäßigten Reform angehörend. Vorläufiger Gehalt $ 2000. Applikationen, begleitet von einschlagenden Zeugnissen sind zu richten an Sigismund Kaufmann, 39 Nassau Street, N. 2). II-1623-2. In der israelitischen Gemeinde Zürich ist die Stelle eines Predigers zu besetzen. Bewerber um diese Stelle wollen ihre Anträge mit Copie der Zeugnisse über ihre Befähigung an den Präsidenten Herrn David Bernheim im Laufe dieses Monats einsenden. Zürich, 19. März 1876. Der Vorstand der isr. Gemeinde. Die Stelle eines Schatz-Matz wird am 1. Mai d. I. in der hiesigen jüdischen Gemeinde vacant. Bewerber, welche hierüber Zeugniffe vorzulegen im Stande sind, können sich sofort beim Unterzeichneten schriftlich melden. Das Einkommen beträgt 900 Mark fixirt und Nebeneinkommen im gleichen Verhältnisse bei freier Wohnung. Reisekosten werden nur Demjenigen erstattet, der die Stelle übernimmt. Epiu. Der Corporations-Borstand: _Sal. Lewinfohn._ Ein geübter Cantor, Schächter u. Religionslehrer (ungeprüft), der bereits 6 Jahre in einer Gemeinde fungirt hat und dem die besten Zeugniffe über seine Leistungen zur Seite stehen, sucht zum 1. Juni e. eine Stellung in einer größern Gemeinde, womöglich in der Nähe der Provinz Posen. Offerten unter J. F. nimmt die Expedition dieser Zeitung entgegen. Ein junger Mann mit sämmtlichen Comptoirarbeiten vertraut, sucht veränderungshalber ein anderweites Engagement, gleichviel welcher Branche. Gefällige Offerten unter K. R. besorgt die Expedition dieser Zeitung.